Allgemeine Berichte | 21.07.2025

Ein emotionaler Appell aus dem Ahrtal:

Ahrtalbahn: Triebfahrzeugführer und Kundenbetreuer schlagen Alarm

Strecke der Ahrtalbahn im Sinziger Ortsteil Bad Bodendorf.  Foto: ROB

Ahrtal. Im Ahrtal regt sich Unmut. Die Triebfahrzeugführer und Kundenbetreuer der DB Regio aus Remagen und Kreuzberg schlagen in einem offenen Brief an die Landesregierung Alarm. Anlass ist die geplante Neuausrichtung des Bahnverkehrs auf der Ahrtalbahn, insbesondere die Abbestellung der Linie RB 39 und die geplante Neuvergabe an ein anderes Eisenbahnunternehmen. Die Beschäftigten, viele von ihnen selbst von der Flutkatastrophe 2021 betroffen, fürchten um ihre Arbeitsplätze – und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

Der Brief, der sich an Ministerpräsident Alexander Schweitzer sowie die Ministerinnen Daniela Schmitt und Katrin Eder richtet, ist ein dringender Appell an die politischen Entscheidungsträger: Nach dem Wiederaufbau der Ahrtalbahn sollen weiterhin Dieselzüge verkehren, kritisieren die Bahnmitarbeiter. Besonders empört sie jedoch, dass ein anderer Betreiber anstelle der DB Regio den Betrieb der Linie übernehmen soll, obwohl sie selbst jahrelang unter schwierigen Bedingungen den Betrieb aufrechterhielten.

„Ist es politischer Wille, dass wir nach den Strapazen der Flut jetzt auch noch unsere Arbeitsplätze verlieren?“, heißt es in dem Schreiben. Betroffen seien vor allem die Standorte Remagen und Kreuzberg. Letzterer soll ganz aufgelöst werden.

Die Antwort aus Mainz

Die Reaktion von Klimaschutz- und Mobilitätsministerin Katrin Eder ließ nicht lange auf sich warten. In einem mehrseitigen Antwortschreiben betont sie die Dankbarkeit der Landesregierung für den Einsatz der Bahnmitarbeiter nach der Flut. Gleichzeitig verweist sie auf rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen: Der Zweckverband SPNV-Nord sei für die Vergabe der Linien zuständig.

Zur Frage des Dieselbetriebs auf einer elektrifizierten Strecke zeigt sich die Ministerin optimistisch, dass die Linie RB 30 ab 2026 elektrisch betrieben werden könne. Eine neue Linie (RB 32) solle zusätzlich das Ahrtal besser mit Koblenz und Boppard verbinden.

Deutliche Reaktionen

Die Reaktionen auf das Schreiben der Ministerin fallen bei den Betroffenen deutlich aus. „Ich habe den Brief jetzt dreimal gelesen – eine Antwort auf unsere Fragen fand ich nicht wirklich“, sagt ein Lokführer.

Ein anderer Kollege empfindet den Brief gar als „verstecktes Abwerben“ zur neuen Betreiberin, der Transregio: „Nach all dem, was passiert ist, soll man einfach den Arbeitgeber wechseln?“

Leise Hoffnung bleibt

Was bleibt, ist ein Gefühl von Enttäuschung und Ohnmacht. Die Triebfahrzeugführer und Kundenbetreuer wünschen sich vor allem eines: Ihre Arbeit im Ahrtal weiter ausüben zu können und dies bei ihrem bisherigen Arbeitgeber. Sie sehen sich als Rückgrat des Wiederaufbaus und fordern, dass auch sie eine Perspektive behalten, nicht nur die Infrastruktur.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, heißt es resigniert in einer der Reaktionen die BLICK aktuell vorliegen. Noch aber hoffen viele, dass sich die Politik bewegt und erkennt, dass ein Wiederaufbau nicht nur aus Gleisen und Zügen besteht, sondern auch aus Menschen. ROB

Strecke der Ahrtalbahn im Sinziger Ortsteil Bad Bodendorf. Foto: ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Social Ride Sonderseite Vortour der Hoffnung
Suchen Auslieferungsfahrer
Touristik Anzeige
Gesundheit im Blick
Anzeige Juli
Stellenausschreibung Schulsekretär/in (w/m/d) Boeselager Realschule Plus
Stellenanzeige Sachbearbeiterin im Veterinärwesen
Stellenausschreibung Friedhofsverwaltung
Empfohlene Artikel
In Zusammenarbeit mit dem rechtsrheinischen Künstlerkreis präsentieren 15 Künstler ihre Werke. Foto: SCH
89

Koblenz. Vielfältig und abwechslungsreich ist der „Kulturgarten“ auf der rechten Rheinseite von Koblenz. Zwischen den beiden Stadtteilen Arenberg und Immendorf gelegen, ist das Areal der Pfarrer-Kraus-Anlagen der ideale Ort, um die Kombination von Kunst, Kultur und Kirche zusammen zu präsentieren. Der Bibelgarten, welcher seit 2022 zur UNESCO-Welterbengärten-Route Oberes Mittelrheintal gehört, ist Zentrum für diese Kulturveranstaltung zwischen den beiden Orten auf den „Koblenzer Highlands“.

Weiterlesen

Weitere Artikel
„La Dolce Mayen“ am 30. Juli in der Mayener Innenstadt
2224

Mayen. Mediterrane Atmosphäre, stimmungsvolle Musik und entspanntes Einkaufen: Unter dem Motto „La Dolce Mayen“ präsentieren „geMYnsam – Die INNENSTADTmacher“, MY-Gemeinschaft, Brückenstraßengemeinschaft zusammen mit der Stadt Mayen im Rahmen der Eventreihe „Schöner langer Donnerstag“ am 30. Juli von 17 bis 22 Uhr einen italienisch inspirierten Sommerabend in der Mayener Innenstadt.

Von Zoe Mertz aus Mayen

Weiterlesen

Foto: Polizei
3561

Der Mann soll eine Seniorin um ihr Geld betrogen haben:

18.07.: Foto-Fahndung in Neuwied: Wer kennt diesen Mann?

Neuwied. Am 16.06.2026 wurde eine 76-jährige Seniorin in Neuwied Opfer eines Betrugs. Gegen 11:30 Uhr kontaktierte sie ein bislang unbekannter Täter telefonisch und gab sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Kurz darauf erschien ein der Geschädigten unbekannter Mann an der Anschrift und erlangte ihre Bankkarte samt PIN.

Weiterlesen