Allgemeine Berichte | 26.02.2024

DRK Ortsverein Mülheim-Kärlich legt Statistik für das Jahr 2023 vor: 336 First Responder Einsätze

Eine nicht mehr wegzudenkende Erfolgsgeschichte

Christopher Behse (links) ist Rettungssanitäter und macht bald auch den Abschluss zum Notfallsanitäter. Der Vorsitzende des DRK Mülheim-Kärlich Franz Dreher (rechts) freut sich über die personelle Verstärkung und das ehrenamtliche Engagement von Christopher Behse. Foto: Horst Hohn

Mülheim-Kärlich. Seit über Jahren besteht in Mülheim-Kärlich das Projekt „First Responder“. Übersetzt heißt dieses „Ersthelfer vor Ort“: Ausgeübt wird dieses von speziell ausgebildete ehrenamtlichen Ersthelfern. Im Notfall werden sie gemeinsam mit dem hauptamtlichen Rettungsdienst alarmiert. Aufgrund der Ortsnähe und Ortskenntnis sind sie in der Regel die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Bekanntlich kommt es manchmal auf jede Sekunde an, denkt man beispielsweise an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemstillstände oder Unfälle mit starken Blutungen. Die First Responder ergreifen bis zum Eintreffen des Rettungsdienst häufig lebenswichtige Sofortmaßnahmen. Die Überlebens-Chancen eines Menschen mit Herzstillstand sinken pro Minute um 10 Prozent, wenn niemand mit einer Herzdruckmassage beginnt.

Als im Jahr 2001 zum ersten Mal die Funkmelder der Mülheim-Kärlicher First Responder anschlugen, war dies im Kreisgebiet eine Premiere. Zwischenzeitlich sind in 66 Gemeinden des Landkreises 43 ehrenamtliche Kräfte aktiv.

Das System hat sich bewährt und ist nicht mehr wegzudenken. Aktuell besteht das Team in Mülheim-Kärlich aus 4 Personen: Carina Zils, Markus Conrad, Christoph Iser und Franz Dreher. Letzterer hat als ehemaliger Kreisbereitschaftsleiter maßgeblich den Aufbau des flächendeckenden Einsatz im Kreis Mayen-Koblenz vorangetrieben. Als Vorsitzender des DRK Mülheim-Kärlich hat er nun gemeinsam mit seinem Team die statistischen Zahlen des Jahres 2023 für seine Heimatstadt vorgelegt. Diese untermauern, dass „First Responder“ eine über 20jährige Erfolgsgeschichte ist.

Allein im Jahr 2023 wurden 336 Einsätze verzeichnet, davon 228 tagsüber und 118 zur Nachtzeit. Die Tatsache, dass im Haushalt besonders viele Unfälle passieren, bestätigt auch die vorgelegte Statistik: 39 mal war ein Unfall auf Wirken in den privaten vier Wänden oder im Garten zurückzuführen. Die Anzahl der Verkehrsunfälle lag bei rund 30 Stück. Leider gab es auch eine hohe Anzahl von Arbeitsunfällen (14). Das Einsatzgebiet beschränkt sich nicht nur auf die Ortslage, sondern selbstverständlich auch auf den Gewerbepark. Das Team ist im Jahr 2023 dort insgesamt 46 Mal tätig gewesen: „Man merkt, wenn sich dort beispielsweise in der Vorweihnachtszeit oder an verkaufsoffenen Sonntagen viele Menschen aufhalten“, so Franz Dreher.

Die häufigsten Erkrankungen waren Herzinfarkte, Kreislauf-Probleme, aber auch Schlaganfälle. Letztere sind zwischenzeitlich auch immer häufiger bei jüngeren Menschen festzustellen, weiß Franz Dreher zu berichten. Er betont, dass die Zusammenarbeit mit den Rettungsdienst absolut reibungslos verläuft und dankt auch der örtlichen Feuerwehr für die gute Zusammenarbeit.

Die ehrenamtlichen Rotkreuzler sind an 365 Jahren im Jahr in Bereitschaft – und das 24 Stunden am Tag. Das System funktioniert auf freiwilliger Basis. Alle registrierten Helfer bekommen die Alarmierung auf ihr Handy. Wenn sie sich in Reichweite befinden, entscheiden sie sodann, ob sie den Einsatz wahrnehmen können. Mindestens ein Helfer des vierköpfigen Teams aus Mülheim-Kärlich ist in der Regel immer vor Ort. Größe und Vielfalt spiegelt sich nicht nur in den letztjährigen Einsatzzahlen wieder, sondern auch in der Bandbreite. „Es gibt kaum etwas, was wir in den letzten 20 Jahren nicht erlebt haben. Es gibt Einsätze, nach denen man eben nicht einfach in den Alltag zurückkehren kann, so zum Beispiel wenn Kinder betroffen sind“, so Dreher. Erfreulich hingegen sind positive Rückmeldungen von Betroffenen oder Verwandten, wenn Unfallopfer wieder genesen sind. Da die First Responder die Betroffenen nicht mit ins Krankenhaus begleiten dürfen, ist dies eher selten der Fall. Finanziert wird das System „First Responder“ fast ausschließlich von Zuschüssen und Spenden.

Die Helfer sind ehrenamtlich unterwegs. Der DRK Ortsverein trägt die Kosten des Ausrüstung und ist für jegliche Unterstützung dieses Projekts oder auch der weiteren Aktivitäten dankbar.

Pressemitteilung DRK

Ortsverein Mülheim-Kärlich

Christopher Behse (links) ist Rettungssanitäter und macht bald auch den Abschluss zum Notfallsanitäter. Der Vorsitzende des DRK Mülheim-Kärlich Franz Dreher (rechts) freut sich über die personelle Verstärkung und das ehrenamtliche Engagement von Christopher Behse. Foto: Horst Hohn

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