Allgemeine Berichte | 02.04.2024, 15:38 Uhr

Nürburgring-Urgestein Michael Martini ist im Alter von 70 Jahren verstorben

Er drehte die meisten Runden auf der Nordschleife

Michael Martini (l.) mit seinem Bruder Olli. Foto: Klaus Ridder
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Nürburg. Er war derjenige, der die meisten Runden auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings gedreht hat - Michael Martini aus Nürburg. Er verstarb, wie erst in den letzten Tagen bekannt wurde, am 21. März 2024 im Alter von 70 Jahren.

Sein Vater, Willi Martini, war eine Legende am Nürburgring: Konstrukteur, Werkstattbesitzer, Abschleppunternehmer und Rennfahrer. Er hatte sechs Kinder und der Motorsportbazillus wurde an den ältesten Sohn Michael sowie an den jüngsten Sohn Olli vererbt. Beide waren/sind „Ring-Originale“ und mit dem Nürburgring eng verbunden. Mitte der 70er Jahre hat Michael mit seinem Privat-PKW angefangen, erste kleinere Rennen auf der Nordschleife zu fahren. Als 1977 der Langstreckenpokal (später VLN bzw. NLS) gegründet wurde, war er von Beginn mit dabei. Er war dabei sehr erfolgreich, holte mehrere Klassensiege und Gesamtsiege. Größter Erfolg war ein 10. Gesamtrang beim 1000 Kilometer-Rennen 1982. 1979 verpasste er die Meisterschaft in der VLN nur um 0,2 Punkte. Ende der 80er Jahre bestritt er seine letzten Rennen, das Ganze wurde einfach zu teuer und er konnte keine Sponsoren finden, die ihn unterstützten, um auf Gesamtsieg-fähigen Autos zu fahren. Mit „kleineren“ Autos wollte er sich nicht mehr so recht anfreunden. 1985 gab es das erste Ringtaxi auf Initiative vom Vater (in Kooperation mit BMW Motorsport und Nürburgring-Chef Rainer Mertel). Logisch war es, dass Michael als Fahrer ausgewählt wurde. 16 Jahre lang fuhr er mehrere Tausend Runden Ringtaxi. Nach der Übernahme des Betriebes von BMW 1991 wurde er Testfahrer bei BMW und fuhr dort bis zu seiner Rente im BMW Fahrversuch. Es gibt wohl niemanden, der mehr Runden Nordschleife gefahren hat als Michael Martini. Schätzungen belaufen sich auf 25.000 Runden.

Die Trauerfeier findet am 5. April 2024 in der St. Nicolaus Kirche zu Nürburg statt.

Klaus Ridder

Michael Martini (l.) mit seinem Bruder Olli. Foto: Klaus Ridder

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