Allgemeine Berichte | 04.04.2025

Workshop entwickelt Vorschläge für zukünftige Nutzung von „Alt Rhens“ und ehemaliger VG-Verwaltung

Experten präsentieren Ideen für historische Gebäude

Beide Gebäude liegen in der historischen Stadtmitte von Rhens, unmittelbar unterhalb der Stadtmauer. Sie prägen das Stadtbild der historischen Altstadt. Copyright: SGD Nord

Rhens. Der historischen Innenstadt von Rhens neues Leben einhauchen - das soll durch nachhaltige Nutzungskonzepte für die Räumlichkeiten der ehemaligen Verbandsgemeindeverwaltung und das angrenzende historische Gebäude „Alt Rhens“ gelingen. Die Initiative Baukultur im Welterbe Oberes Mittelrheintal bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat gemeinsam mit der Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Mosel einen Expertenworkshop durchgeführt, um dazu verschiedene Ideen zu entwickeln.

Zu Beginn erläuterte Prof. Martin Kaschny, Vizepräsident der SGD Nord, die Methode, mit der sich die Anwesenden dem Thema nähern sollten. Er wies darauf hin, dass sich moderierte Workshops mit externen Expertinnen und Experten bei der Lösungsfindung anspruchsvoller Bauaufgaben bewährt haben, da ihr unvoreingenommener Blick wertvolle Impulse für eine zukunftsfähige Gestaltung liefert. So brachte die Veranstaltung Fachleute aus Architektur und Stadtplanung mit Vertretern aus Politik und regionalen Akteuren zusammen.

Kathrin Laymann, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, brachte in ihrer Begrüßung das Potenzial der ehemaligen Verbandsgemeindeverwaltung als „Haus der Chancen“ auf den Punkt.

Nach einer Einführung in die Arbeit der Initiative Baukultur durch Julia Holzemer-Thabor von der SGD Nord übernahm Edda Kurz, Vizepräsidentin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, die Moderation des Workshops.

Nach der Besichtigung der Objekte kamen die eingeladenen Expertinnen und Experten zu Wort. Prof. Alexander Reichel (Hochschule Darmstadt) berichtete über gelungene Beispiele für den Umbau von Bestandsgebäuden, Prof. Heinrich Lessing (Frankfurt University of Applied Sciences) beleuchtete die städtebauliche Funktion von Gebäuden und ihre Bedeutung für eine lebendige Innenstadt. Prof. Andrea Wandel (Hochschule Trier) betonte die Möglichkeit, mit Gebäuden eine neue Geschichte zu erzählen, insbesondere im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2029.

Im Anschluss an die Impulsvorträge konkretisierten die Teilnehmenden verschiedene Nutzungsszenarien für die beiden Schlüsselimmobilien. Für das ehemalige Verwaltungsgebäude kristallisierte sich die Idee heraus, im Obergeschoss Wohnungen und im Erdgeschoss geeignete Gewerbeflächen, beispielsweise für Physiotherapie oder gastronomische Angebote, einzurichten. Auch die städtebauliche Einbindung und die gestalterische Qualität der Platzfassade wurden thematisiert. Das historische Gebäude Alt Rhens“ soll als Veranstaltungsort für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.

Die Ergebnisse des Workshops wurden am Abend dem Verbandsgemeinderat Rhein-Mosel und dem Stadtrat Rhens vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurden sowohl die Chancen der Konzepte als auch die Herausforderungen erörtert. Die Expertinnen und Experten bestätigten, dass der eingeschlagene Weg erfolgversprechend ist und die Zukunft der Innenstadt im Mittelpunkt der weiteren Überlegungen stehen muss.

Finanziert wurde die Veranstaltung durch das Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz, ergänzt durch Eigenanteile der Maßnahmenträger und die Unterstützung des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Zum Hintergrund

Beide Gebäude liegen in der historischen Stadtmitte von Rhens, unmittelbar unterhalb der Stadtmauer. Sie prägen das Stadtbild der historischen Altstadt.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude stammt aus dem Jahr 1971 und ging damals aus einem Wettbewerb hervor. 1986 wurde das Gebäude erweitert.

Das unter Denkmalschutz stehende „Alt Rhens“ wurde als Veranstaltungsort der VG-Verwaltung genutzt, konnte aber auch von Bürgerinnen und Bürgern für private Feierlichkeiten angemietet werden.

Als öffentlich genutzte Gebäude und Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch als Arbeitsstätte für die Mitarbeitenden der damaligen VG Rhens haben die beiden benachbarten Gebäude in der Vergangenheit zur Belebung der Stadtmitte von Rhens beigetragen.

Nach der Fusion der VG Rhens und Untermosel im Jahr 2014 wurde das Verwaltungsgebäude in Rhens zunehmend weniger genutzt. Seit 2023 steht es weitgehend leer. Aktuell werden nur noch wenige Räume für die Tourist-Information, die Polizei Boppard und das Bürgerbüro genutzt. Die VG Rhein-Mosel plant nun den Verkauf beider Gebäude, weshalb die SGD Nord mit ihrer Initiative Baukultur den Workshop initiiert hat, um eine qualifizierte Grundlage für die zukünftige Nutzung zu schaffen.

BA

Beide Gebäude liegen in der historischen Stadtmitte von Rhens, unmittelbar unterhalb der Stadtmauer. Sie prägen das Stadtbild der historischen Altstadt. Copyright: SGD Nord

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