Allgemeine Berichte | 12.09.2022

Heute wurde in Mainz die Fluthelfermedaille verliehen. Auch die 19-jährigen Feuerwehrfrau Katharina Kraatz, die in der Flutnacht verstarb, wurde posthum geehrt

Flut: Ehrenkreuz für verstorbene Feuerwehrfrau

Mainz. In den Stunden, Tagen und Wochen größter Not waren sie selbstlos für ihre Mitmenschen da. Nun sind haupt- und ehrenamtliche Kräfte, die im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz eingesetzt waren, durch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz in der Staatskanzlei mit der rheinland-pfälzischen Fluthilfemedaille 2021 geehrt worden.

„Heute stehen Menschen im Mittelpunkt, die sich in einer Katastrophensituation, wie sie unser Land noch nie zuvor erlebt hat, teilweise unter Einsatz ihres eigenen Lebens für andere eingesetzt haben. Wir sind heute zusammengekommen, um dafür unsere ganz besondere Wertschätzung und Anerkennung auszudrücken“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

60 Helfer wurden ausgezeichnet

Die von der Landesregierung gestiftete Medaille wurde stellvertretend an rund 60 Helferinnen und Helfer der beteiligten Blaulichtfamilie verliehen. Insgesamt werden rund 50.000 Einsatzkräfte die Medaille erhalten, darunter rund 35.000 Angehörige der Blaulichtfamilie aus Rheinland-Pfalz sowie rund 15.000 Kräfte aus anderen Ländern.

„Die Fluthilfemedaille 2021 nehmen heute Einsatzkräfte der Blaulichtfamilie stellvertretend für ihre an dem Einsatz beteiligten Kollegen und Kolleginnen entgegen. Rund 50.000 Einsatzkräfte werden ausgezeichnet, die ein Verdienst eint: Sie haben außergewöhnliche Hilfe geleistet und Solidarität gezeigt. Das sind große Taten der Mitmenschlichkeit“, so die Ministerpräsidentin. Inmitten der ganzen Verwüstungen sei es überwältigend gewesen zu sehen, wie viele Menschen geholfen haben, solidarisch waren, ihre Mitmenschen unterstützten und dies bis heute tun. „Ich weiß aus ganz vielen Gesprächen mit Bürgern und Bürgerinnen, aus den vielen Besuchen vor Ort, dass in diesen Erlebnissen direkter menschlicher Hilfe Lichtblicke, Hoffnungszeichen, Zukunftsmut zu finden sind. Neben schätzungsweise 100.000 freiwillig engagierten Menschen waren es vor allen Dingen die professionellen Einsatzkräfte, die den größten und längsten Rettungseinsatz in der deutschen Geschichte fuhren.

Es zeigte sich in den Stunden der Not: Die Menschen halten zusammen. Und auf die Blaulichtfamilie ist Verlass! Sie sind immer da “, würdigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die herausragende Leistung der an dem Einsatz Beteiligten.

Große Solidarität

„Eines hat bei all den Herausforderungen, die die Flutkatastrophe mit sich gebracht hat, immer Kraft gegeben: Das war und ist der Zusammenhalt, den wir hier in Rheinland-Pfalz haben. Die Not hat gezeigt, dass unser Land aus solidarischen Menschen besteht, die sich gegenseitig helfen, wenn es darauf ankommt. Heute ehren wir unsere Einsatzkräfte, die dieses Aufeinander Acht geben, Sich Kümmern und Helfen, wo Hilfe gebraucht wird, auf herausragende Art und Weise vorleben. Das hält unsere Gesellschaft und unser Rheinland-Pfalz zusammen. Für mich persönlich sind sie nicht bloße Helferinnen und Helfer, sondern echte Vorbilder“, sagte Innenminister Lewentz.

Im Rahmen der Festveranstaltung in der Staatskanzlei wurden stellvertretend rund 60 Helferinnen und Helfer der Feuerwehren, der Spezialkräfte der Feuerwehr-Taucherstaffel und der DLRG, der Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter Unfall-Hilfe (JUH), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Malteser Hilfsdienst (MHD), der Integrierten Leitstellen Koblenz und Trier, der ADAC Luftrettung, der Psychosozialen Notfallversorgung sowie der Polizei Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Die weitere Verleihung der Fluthilfemedaille wird voraussichtlich größtenteils über die Landkreise und kreisfreien Städte erfolgen, in anderen Ländern über die Innenministerien.

Die Fluthilfemedaille besteht neben einer Ordensmedaille am Band aus einer Bandschnalle mit aufgesetzter Miniatur der Medaille sowie einer dazugehörigen Urkunde. Sie wird an alle Einsatzkräfte der Feuerwehren, Hilfsorganisationen und der Polizei in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus verliehen, die mindestens einen eintägigen Einsatz geleistet haben. Für die Kräfte von Bundespolizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk stiftet die Bundesregierung eine Medaille.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigte im Rahmen der Festveranstaltung auch das Engagement der ungebundenen Helferinnen und Helfer. „Es ist ein Ausdruck von gelebtem bürgerschaftlichem Engagement und auch von Nächstenliebe in der Not, wenn Menschen sich aufmachen, um spontan zu helfen. Auch diesen Menschen danken wir für ihren selbstlosen Einsatz. Die Landesregierung hat beschlossen, im November dieses Jahres eine eigene Veranstaltung zur Würdigung dieses Engagements durchzuführen“, so die Ministerpräsidentin.

Posthume Verleihung des Feuerwehr-Ehrenkreuzes

Im Rahmen der Ehrungsveranstaltung im Festsaal der Staatskanzlei wurde auch die bei ihrem Einsatz in der Flutnacht verstorbene 19-jährige Feuerwehrfrau Katharina Kraatz geehrt. Die Eltern der Verstorbenen nahmen für ihre Tochter von Ministerpräsidentin Malu Dreyer das posthum verliehene Feuerwehr-Ehrenkreuz für besonders mutiges Verhalten entgegen.

„Katharina Kraatz hat ihr Leben beim Helfen während des Einsatzes auf dem Campingplatz Stahlhütte in Dorsel verloren, als sie einer älteren, bettlägerigen Frau in einem Mobilheim beistand. Ihre Kameraden versuchten, Katharina noch zu retten – doch die Wassermassen ließen das nicht zu. Auch wenn wir das Geschehene nicht ungeschehen machen können, wollen wir heute in besonderer und würdevoller Weise Katharina Kraatz gedenken und sie ehren. Wir alle verneigen uns vor der jungen Feuerwehrfrau, die in Ausübung ihres Dienstes für unsere Gesellschaft ihr Leben verloren hat“, sagte die Ministerpräsidentin.

Gemeinsam mit seiner verstorbenen Tochter war auch ihr Vater Udo Kraatz in der Flutnacht im Einsatz. Ihm wurde in Würdigung und Anerkennung seines Einsatzes die erste der rund 50.000 rheinland-pfälzischen Fluthilfemedaillen 2021 überreicht.

Pressemitteilung

Ministerium des

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