Kolpingfamilie St. Barbara
Gedenken an den Stolpersteinen
Lahnstein. Anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens im Jahr 2026 lädt die Niederlahnsteiner Kolpingfamilie St. Barbara in jedem Monat zu einer besonderen Veranstaltung ein.
Das Programm reicht von fröhlichen und geselligen Angeboten bis hin zu besinnlichen und nachdenklichen Formaten. Nach dem Neujahrsempfang im Januar lud die Kolpingfamilie im Februar – kurz nach dem Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust – zu einem Gang zu den Stolpersteinen ein. Auf Initiative der Kolpingfamilie und mit Unterstützung der Stadt Lahnstein wurden in den Jahren 2012 bis 2015 insgesamt rund 40 Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt.
Sie erinnern an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie an Opfer der sogenannten „Euthanasie“ während der Zeit des Nationalsozialismus. Erste Station war die Gedenktafel auf dem Salhofplatz. Von dort führte der Weg zu drei weiteren Orten mit Stolpersteinen in der Westallee, der Brückenstraße und der Johannesstraße. Bernd Geil vom Stadtarchiv sowie Maylin Amann, Claudia Hümmerich und Dr. Christian Müller von der Kolpingfamilie stellten jeweils kurz das Leben der Menschen vor, denen mit den Stolpersteinen gedacht wird.
Auf diese Weise erhielt das in seiner Dimension kaum fassbare Verbrechen ein Gesicht und es wurde deutlich, dass auch Lahnsteinerinnen und Lahnsteiner – Menschen von nebenan – zu Opfern wurden. Odelia Lazar und Michael Wienecke verliehen dem Gedenken mit einer musikalischen Begleitung auf Akkordeon und Gitarre einen würdigen Rahmen. Zum Abschluss bedankte sich Dr. Christian Müller: „Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen gekommen sind, um gemeinsam mit uns innezuhalten, zu erinnern und ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen, gegen Hass und Antisemitismus zu setzen.“
