Allgemeine Berichte | 11.05.2019

Polizei Koblenz lädt Fünftklässler ins Kino ein

Gewaltprävention mal anders

Die fünfte Klasse des Gymnasiums Karthause sah sich den Film mit Polizeihauptkommissarin Bleser an. Foto: Polizeipräsidium Koblenz

Koblenz. Insgesamt neun Koblenzer Schulen haben an der Präventionsveranstaltung im Kino teilgenommen. Das Koblenzer Odeon-Apollo Kinocenter diente fünf Tage lang als Lernort für Koblenzer Schülerinnen und Schüler. Gezeigt wurde der Film „Der Taschendieb“. Das Angebot einer Präventionsveranstaltung des Gemeinsamen Sachgebietes Jugend (GSGJ) der Polizeidirektion Koblenz im Haus des Jugendrechts (HdJR) in der besonderen Atmosphäre eines Kinos nahmen insgesamt neun Koblenzer Schulen mit 700 Schülerinnen und Schüler wahr. Zielgruppe waren Fünftklässler, weil sie sich mit der Hauptfigur, dem zehn Jahre alten Alex, identifizieren. Sie befinden sich in der Orientierungsstufe. Es kann nun häufiger zu Auseinandersetzungen mit Älteren kommen. Das Kinoprojekt soll das Selbstbewusstsein stärken und ein Problembewusstsein für gefährliche Situationen schaffen. Bereits im Vorfeld erhielten die teilnehmenden Schulen Informationsmaterial. Das Thema Gewalt sollte zur Vorbereitung des Projektes im Unterricht besprochen werden. Der 97 Minuten dauernde Kinderfilm beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Gewalt: Erpressung, Diebstahl und Körperverletzung. Der Film beschreibt beeindruckend einen Täter, der zugleich Opfer ist. Ängste und Repressionen, denen ein jugendlicher Täter ausgeliefert ist, werden sehr realistisch dargestellt. Diese drohen ihn von seiner Familie zu isolieren. Spannend und detailreich kann miterlebt werden, wie ein wohlbehütetes Kind in einen Teufelskreis aus Lügen und Gewalt geraten kann, ohne dass die Eltern auf die Probleme ihres Kindes aufmerksam werden. Der Film konzentriert sich auf die Not des bedrängten Kindes, schafft jedoch auch Verständnis für die jugendlichen Erpresser, indem er mit ausdrucksstarken Bildern die Tragik ihres familiären Hintergrunds beleuchtet. Die Schülerinnen und Schüler fieberten während der Vorstellung zusammen mit der Hauptfigur Alex, der von einem erpresserischen Brüderpaar immer wieder angesprochen und aufgesucht wird. Sie klatschten Beifall, wenn Alex sich wehrt, im Laufe des Filmes immer mutiger wird und sich letztlich seiner Großmutter anvertraut. Der Film macht deutlich, wie wichtig in solchen Situationen erwachsene Vertrauenspersonen sind. Neben Familienmitgliedern können das auch Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Lehrerinnen und Lehrer sowie Streitschlichterinnen und Streitschlichter im schulischen Umfeld sein. Auf dieser Basis stellte Polizeihauptkommissarin Bleser Rolle und Aufgaben der sogenannten „Jugendsachbearbeiter“ der Polizei dar. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wurden Handlungsalternativen und Lösungsmöglichkeiten für grundlegende Problemstellungen erarbeitet und aufgezeigt. In konkreten Einzelfällen oder bei spezifischen Problemstellungen besteht auch die Möglichkeit, Anschlusstermine in den Schulen wahrzunehmen. Eine im Anschluss durchgeführte Nachbereitung rundete das Präventionsangebot ab. Finanziert wurde dieses Projekt aus Mitteln des Fördervereins „Haus des Jugendrechts Koblenz e.V.“. Das Haus des Jugendrechts Koblenz besteht seit 14. November 2014. Dort arbeiten das Gemeinsame Sachgebiet Jugend der Polizeidirektion Koblenz, die Staatsanwaltschaft Koblenz, der Caritasverband Koblenz e.V., die Bundespolizei und der Verein für Bewährungshilfe, vertreten durch den Täter-Opfer-Ausgleich, professionsübergreifend unter einem Dach eng zusammen. Der Förderverein unterstützt Präventionsveranstaltungen wie dieses Kinoprojekt. Für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte der Inhaber des Odeon/Apollo Kinocenter Christian Klein, welcher die Schülerinnen- und Schüler in den seit letztem Jahr neu gestalteten Räumlichkeiten empfing.

Pressemitteilung der

Polizei Koblenz

Die fünfte Klasse des Gymnasiums Karthause sah sich den Film mit Polizeihauptkommissarin Bleser an. Foto: Polizeipräsidium Koblenz

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