Allgemeine Berichte | 11.05.2019

„Tag der Begegnung“ in der St.-Elisabeth-Kirche

Häusliche Gewalt thematisieren

Am Samstag, 26. Mai

Die Präsidentin des Frauenmissionswerkes, Margret Dieckmann-Nardmann, setzt sich für die Enttabuisierung des Themas „häusliche Gewalt“ ein. Foto: Klaus Brandes

Koblenz. Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Partnerin zu töten. 138.893 Fälle von häuslicher Gewalt wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (Stand: November 2018) im Jahr 2017 polizeilich erfasst, in rund 82 Prozent der Fälle waren die Opfer Frauen (113.965). Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, denn nicht jede Form von Bedrohung und Gewalt sowie Stalking durch Partner beziehungsweise Ex-Partner wird angezeigt. Oft haben die Frauen zuviel Angst vor den weiteren Folgen oder schaffen es nicht, sich allein aus der emotionalen Verstrickung zu lösen. Nach Ansicht des Päpstlichen Missionswerkes der Frauen (PMF, Frauenmissionswerk) sollte das Problem präventiv, politisch und gesellschaftlich stärker in den Blick genommen werden. Darum rückt das PMF das Thema häusliche Gewalt in den Fokus seines diesjährigen „Tages der Begegnung“ am Samstag, 26. Mai, in der St.-Elisabeth-Kirche in Koblenz (St.-Elisabeth-Straße 6, 56073 Koblenz-Rauental). Ab 11 Uhr sind alle Interessierten zur Teilnahme eingeladen. Im Mittelpunkt des Tages stehen zwei Vorträge von Expertinnen: Die Leiterin des „Frauenhauses Koblenz“, Alexandra Neisius, spricht über die Situation von Frauenhäusern in Deutschland und die Arbeit des „Frauenhauses Koblenz“. Das „Frauenhaus Koblenz“ wird getragen vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Die neue Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Dr. Verena Hammes, spricht zum Thema „Häusliche Gewalt gegen Frauen vor Ort“. Sie hat früher ehrenamtlich im „Frauenhaus Koblenz“ gearbeitet. Beide Referentinnen wollen nicht nur über das Thema aufklären, sondern auch den Blick für mögliche Anzeichen und Hinweise auf häusliche Gewalt schärfen. Die Präsidentin des Frauenmissionswerkes, Margret Dieckmann-Nardmann, will das Thema häusliche Gewalt auf die Agenda der kirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Handlungs- und Entscheidungsträger setzen. „Es kann nicht sein, dass eine zunehmende Anzahl von Frauen – und auch Männern – sich jeden Tag in ihrem eigenen Zuhause bedroht fühlen und um die Sicherheit ihrer Familie fürchten müssen.“ Es gelte, das Bewusstsein für problematische und gewaltvolle Beziehungen und die Wahrnehmung von Gefahr zu schärfen. Gerade in Zeiten einer – trotz aller Internet-Phänomene rund um die Selbstdarstellung im Netz – zunehmenden Abschottung des Privaten und Angst vor vermeintlicher Einmischung gelte es, Menschen darüber aufzuklären, wie sie möglichen Betroffenen helfen können. „Wir müssen wieder mehr Mut zur Zivilcourage haben – ohne dass man sich dabei selbst in Gefahr bringt“, so Dieckmann-Nardmann. Gleichzeitig gelte es, gute und tragfähige Rahmenbedingungen zu schaffen für die Arbeit von Frauenhäusern und anderen Einrichtungen, die Gewaltopfern helfen. „Wir müssen Gewalt gegen Frauen in Deutschland enttabuisieren“, betont Dieckmann-Nardmann. Das Frauenmissionswerk wisse sich in der Sorge um Menschen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind, aber zugleich solidarisch verbunden mit Betroffenen in aller Welt, so die Präsidentin weiter. Als weltweit tätige Organisation lenkt das Frauenmissionswerk auch den Blick auf Gewalt gegen Frauen zum Beispiel in Afrika, etwa in Ruanda, in Indien oder auch in Lateinamerika und Osteuropa. Der „Tag der Begegnung“ beginnt mit einem Gottesdienst in St. Elisabeth um 11 Uhr. Zelebranten sind der Bischof von Kenge, Jean-Pierre Kwambamba, Demokratische Republik Kongo, und Pfarrer Michael Frevel, Leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Moselweiß.

Die Präsidentin des Frauenmissionswerkes, Margret Dieckmann-Nardmann, setzt sich für die Enttabuisierung des Themas „häusliche Gewalt“ ein. Foto: Klaus Brandes Foto: Klaus Brandes

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