Allgemeine Berichte | 03.11.2025

HeimatCheck: Hammerstein: Anwohner klagen über Gestank

Symbolbild.  Foto: pixabay.com

Hammerstein. Wiederkehrende Geruchsbelästigungen in der unteren Dorfstraße sorgen seit einiger Zeit für Unmut bei Anwohnern. Betroffene berichteten gegenüber BLICK aktuell, dass es insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten regelmäßig zu starkem Gestank komme. Der Geruch werde nicht – wie häufig vermutet – als Güllegeruch wahrgenommen, sondern eindeutig als austretende Kanalabluft beschrieben.

Die Bewohner schildern, dass der Gestank zeitweise so intensiv sei, dass Wohnräume nicht uneingeschränkt nutzbar seien. Besonders betroffen seien tieferliegende Wohnbereiche, in die sich die Gerüche hineinziehen. Mehrere Anwohner sehen darin nicht nur eine Belästigung, sondern auch eine gesundheitliche Beeinträchtigung.

Trotz wiederholter Hinweise und Beschwerden, so die Aussagen der Betroffenen, sei bislang keine dauerhafte Abhilfe geschaffen worden. Nach Informationen aus Eigentümerkreisen könne das Problem möglicherweise durch den Einbau eines geschlossenen Schachtdeckels beseitigt werden – eine Umsetzung sei jedoch bislang nicht erfolgt.

Die Verbandsgemeindewerke melden sich zurück:

Auf Anfrage von BLICK aktuell nahmen die Verbandsgemeindewerke Bad Hönningen zu den geschilderten Vorwürfen Stellung. Die geschilderte Geruchsproblematik in dem beschriebenen Umfang sei den Verbandsgemeindewerken nicht bekannt, heißt es in der Antwort. Es habe bislang lediglich vier Beschwerden eines einzelnen Haushalts gegeben, letzte im Dezember 2023. Bei einem kurzfristig anberaumten Ortstermin rund 30 Minuten nach einer Meldung sei keine Geruchsbelästigung feststellbar gewesen.

Zur Ursachenanalyse: Nach Angaben der Verbandsgemeindewerke könne es abhängig von Wetterlage, Beschaffenheit und Menge des Abwassers gelegentlich zu Geruchsbildung im Kanalnetz kommen. Eine Analyse des betroffenen Bereichs habe ergeben, dass dort die Verweildauer des Abwassers schwanke.

Bei geringerem Zulauf, etwa während Trockenperioden oder Hochwasser, erhöhe sich diese Verweildauer, was eine Bildung von Schwefelwasserstoff (H2S) begünstigen könne. Dies ist die Ursache typischer Kanalgerüche. Als Gegenmaßnahme wurden die Einschaltpunkte des Pumpwerks Hammerstein für bestimmte Wetterlagen neu eingestellt, um den Abfluss zu optimieren.

Zur vorgeschlagenen Lösung durch geschlossene Schachtdeckel: Ein geschlossener Schachtdeckel sei laut Verbandsgemeindewerken nicht geeignet, um die Geruchsbelästigung zu beseitigen. Vielmehr verhindere ein solcher Deckel die notwendige Belüftung des Kanalsystems, wodurch sich die geruchsbildenden Prozesse verstärken und die Bausubstanz der Kanäle geschädigt werden könne. Zudem werde das Problem damit lediglich örtlich verlagert, nicht behoben.

Langfristige Strategien gegen Kanalgeruch

Das Phänomen der H2S-Bildung im Abwasser und die damit verbundenen Geruchsbelästigungen seien im Gebiet der Verbandsgemeinde nicht neu, so die Werke weiter. Besonders in Rheinbrohl werde dieses Problem bereits seit über 15 Jahren aktiv bekämpft.

Aufgrund der geografischen Lage müsse das Abwasser über mehrere Pumpstationen teils bis zu zehn Kilometer weit zur Kläranlage transportiert werden. Diese langen Transportzeiten begünstigten unter bestimmten Bedingungen die Entstehung von Gerüchen. Nach umfangreichen Tests verschiedener Verfahren habe man sich für ein Nitrat-Zudosierungssystem entschieden, das seit mehr als zehn Jahren erfolgreich im Einsatz sei. Dabei wird dem Abwasser Nitrat zugesetzt, um die Bildung von Schwefelwasserstoff zu verhindern. Die Dosierung erfolgt automatisch, gesteuert über Messdaten aus dem Abwassersystem. Zusätzlich stehen die Verbandsgemeindewerke in regelmäßigem Austausch mit betroffenen Anliegern, um Rückmeldungen aufzunehmen und bei Bedarf kurzfristig zu reagieren.

Abschließend empfehlen die Verbandsgemeindewerke den betroffenen Haushalten, auch die eigene Hausinstallation zu überprüfen. Sollten sich Gerüche innerhalb der Gebäude ausbreiten, könnten Undichtigkeiten, eine verstopfte oder fehlerhafte Dachentlüftung oder ausgetrocknete Siphons die Ursache sein. Das Eindringen von Kanalgerüchen ausschließlich über Fenster oder Türen sei insbesondere in der kalten Jahreszeit unwahrscheinlich. ROB

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