Allgemeine Berichte | 10.04.2025

Zoo Neuwied unterstützt Wildtierpflegestation Koblenz

Hilfe für einheimische Wildtiere

Die Aufzucht eines Eichhörnchens.Foto: A. Steinhauer

Neuwied. Schon früh morgens streiten sich zwei Elstern lautstark um den besten Platz im Baum, während eine dritte einen Schnabel voll dünnen Zweigen heranträgt. „Die Balz- und Nestbausaison der heimischen Wildvögel hat begonnen“, weiß Maximilian Birkendorf. Für den Vogelkurator im Zoo Neuwied hat dies in den vergangenen Jahren den Startschuss in eine besonders arbeitsreiche Zeit bedeutet: „Im Rahmen unseres Artenschutzauftrags haben wir bisher parallel zum Zoobetrieb hinter den Kulissen eine Auffangstation für einheimische Wildtiere betrieben. Dort haben wir verwaiste Jungtiere oder verletzte Individuen der verschiedensten einheimischen Vogel- und Säugetierarten, die uns aus der Bevölkerung gebracht wurden, gepflegt und nach Möglichkeit anschließend wieder in der Nähe ihres Fundortes in die Natur entlassen.“

Dies ist leider in Zukunft nicht mehr möglich. Der Kurator erklärt: „Die Auffangstation war für uns nur praktikabel, solange wir sie neben dem eigentlichen Zoobetrieb her betreiben konnten. Die Mitarbeitenden in der Tierpflege haben jahrzehntelang neben unserem Zoobestand auch die Findlinge betreut, in Räumlichkeiten, die keine klare Abgrenzung von den übrigen Arbeitsbereichen hatten.“

Aufgrund des massiv angestiegenen Tierseuchengeschehens in Mitteleuropa in den letzten Jahren ist dies so nicht mehr durchführbar. Während die Vogelgrippe bis vor einigen Jahren noch ein rein saisonales Phänomen war, ist sie mittlerweile zum ganzjährigen Problem geworden. Dazu kommen weitere Viruserkrankungen wie Usutu und West-Nil-Virus, die regelmäßig bei Wildvögeln nachgewiesen werden. „Und das sind nur die Infektionskrankheiten. Daneben besteht auch die Gefahr, Parasiten in unseren eigenen Tierbestand einzuschleppen“, erläutert Maximilian Birkendorf die Entscheidung zur Aufgabe der Auffangstation.

Zum Glück gibt es Stellen, die sich ganz auf die Pflege von Wildtieren konzentrieren. „Eine davon ist die Wildtierpflegestation Koblenz. Mit viel Fachkenntnis und in geeigneten Räumlichkeiten werden dort verletzte und verwaiste Wildtiere gepflegt, mit dem Ziel, ihre Wildbahntauglichkeit wiederherzustellen. Diese Einrichtung werden wir zukünftig aus unserem Artenschutzeuro-Kontingent finanziell unterstützen, die erste Zahlung ist bereits getätigt“, sagt Birkendorf, und ergänzt einen wichtigen Hinweis: „Beim Auffinden eines Tierfindlings ist aber zunächst immer wichtig zu hinterfragen, ob das Tier tatsächlich Hilfe benötigt. Bei manchen Arten werden Jungtiere von ihren Eltern zeitweise allein gelassen und nur zum Füttern aufgesucht. In anderen Fällen können Vogelküken vielleicht zurück ins Nest gesetzt werden. Daher ist es immer wichtig, vor dem Aufnehmen von Wildtieren mit der in Frage kommenden Auffangstation in Kontakt zu treten. Telefonisch kann geklärt werden, ob es tatsächlich nötig ist, das Tier in Pflege zu nehmen, und ob in der Einrichtung noch Kapazitäten frei sind.“

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Ein kleines Vogelküken.Foto: A. Japes

Ein kleines Vogelküken. Foto: A. Japes

Weitere Themen

Die Aufzucht eines Eichhörnchens. Foto: A. Steinhauer

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
"Harald Schweiss"
Gesundheit im Blick // Allgemeine Augenheilkunde
Immobilienanzeige
Stellenanzeige Techniker
Stellenanzeige Reinigungskraft
Rückseite o. B. Vorauskasse
Imageanzeige HUK, Auftragsnummer 4700022057, 1. Anzeige "2+1" Aktion
Empfohlene Artikel
Foto: Polizei
5923

Neuwied. Am 16.06.2026 wurde eine 76-jährige Seniorin in Neuwied Opfer eines Betrugs. Gegen 11:30 Uhr kontaktierte sie ein bislang unbekannter Täter telefonisch und gab sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Kurz darauf erschien ein der Geschädigten unbekannter Mann an der Anschrift und erlangte ihre Bankkarte samt PIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Atmosphäre an neuer Spielstätte: Tango Argentino auf der großen Bühne der Burgfestspiele Mayen. Forto: Axel Holz
472

Mayen. Die Atmosphäre um die große Bühne der Burgfestspiele Mayen bleibt einzigartig. Die Herz-Jesu-Kirche als fester Hintergrund, die alte Stadtmauer als historische Grenze und die über allem thronende Genovevaburg: Die Freunde des Tango Argentino genossen diese Zeit in einer Veranstaltung, die alle Beteiligten als großen Erfolg bezeichneten.

Von Axel Holz aus Mayen

Weiterlesen