Allgemeine Berichte | 30.07.2018, 10:41 Uhr

Hohe Temperaturen verursachen Straßenschäden

Hitzeschäden: Womit Auto- und Motorradfahrer rechnen sollten

„Blow-ups“ als plötzlich auftretende Hindernisse

Symbolbild. Foto: Kiwi_Lisa/Pixabay
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Köln. Die Hitze schlägt Wellen. Der Hochsommer macht aus Deutschlands Straßen Buckelpisten. Der Asphalt schmilzt und die Betonplatten platzen. Am Flughafen in Hannover musste deshalb stundenlang der Flugbetrieb eingestellt werden, da die Sommerhitze die einzige Startbahn aufplatzen ließ. Hochsommerliche Temperaturen sind auch der Grund, warum auf zahlreichen Autobahnabschnitten drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten. Niedrigeres Tempo schont die Fahrbahn, außerdem wird bereits aufgeplatzter Beton oder weicher Asphalt nicht zur Falle für Auto- und Motorradfahrer. „Aufwölbungen oder Schlaglöcher können urplötzlich entstehen, was sie bei höheren Geschwindigkeiten zu einem unfallträchtigen Hindernis macht, sagt Steffen Mißbach, Kraftfahrexperte bei TÜV Rheinland. „Bei niedrigerer Geschwindigkeit lassen sich Schlaglöcher oder Blow ups auch deutlich besser erkennen.“

Spurrillen und weniger Grip auf Asphalt
In weichem Asphalt können sich durch den Schwerlastverkehr schnell Spurrillen bilden, die manchmal schwer zu sehen sind. „Nach Sommergewittern mit kräftigen Regengüssen besteht durch die Vertiefungen erhöhte Aquaplaninggefahr“, erklärt Mißbach. Ein weiterer Gefahrenpunkt ist, dass bei hohen Temperaturen die Asphalt-Fahrbahn schneller verschleißt und dadurch die Griffigkeit der Fahrbahn schwindet. „Dies führt zu verlängerten Bremswegen, einer verringerten Seitenhaftung in Kurven und erhöht somit Schleudergefahr“, erläutert Mißbach.

Fugenpflege macht Betonfahrbahnen haltbarer
Auch die sehr langlebigen Straßenbeläge aus Betonplatten können bei großer Hitze Schaden nehmen. Bei sehr hohen Temperaturen dehnt sich der Beton aus und platzt auf. Manchmal verschieben sich durch die hitzebedingte Ausdehnung des Betons sogar ganze Platten. „Das Problem ist, dass Beton nicht fugenlos verbaut werden kann“, sagt Nico Hartlep, TÜV Rheinland-Experte für Straßenbau. „Im Laufe der Zeit härtet die Fugenfüllung zwischen den Betonplatten aus. Da kann sich die Platte in der Sommerhitze nicht mehr wie geplant ausdehnen. Im Extremfall wölbt sich die Platte, platzt auf oder springt sogar aus der verdübelten Verankerung“, erklärt Straßenbau-Experte Hartlep. Hitzeschäden im Asphalt oder Beton lassen bei sehr hohen Temperaturen nicht gänzlich vermeiden. „Durch gründlichen und rechtzeitigen Unterhalt der Straßen können jedoch die Hitzeschäden verringert werden. Bei Fahrbahnen aus Betonplatten kommt es maßgeblich die Fugenpflege an, die leider oft vernachlässigt wird“, sagt Hartlep.

Pressemitteilung TÜV Rheinland AG

Symbolbild. Foto: Kiwi_Lisa/Pixabay

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