Allgemeine Berichte | 10.01.2024

Hochschule Koblenz setzt auf Künstliche Intelligenz in Forschung und Lehre

Koblenz. Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihre hohe Verfügbarkeit haben das gesellschaftliche und insbesondere das akademische Leben verändert. Über den Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf die Hochschullehre hat das Regionale Kuratorium von Hochschule und Universität Koblenz bereits intensiv diskutiert. Dabei rückten neben den technologischen Aspekten auch ethische und rechtliche Fragestellungen in den Mittelpunkt. Das Präsidium der Hochschule Koblenz hat diese Diskussion zum Anlass genommen, zu den aktuellen Entwicklungen Stellung zu beziehen und einen Überblick über die Einbindung von KI in Lehre und Forschung zu geben. KI ist mehr als ein Trend: Die Art und Weise, wie man an aktuelle Fragestellungen herangeht, ändert sich gerade grundlegend. Die Hochschule Koblenz trägt dem durch die Einführung mehrerer neuer Studiengänge Rechnung.

Die fortschreitende Entwicklung von Künstlicher Intelligenz bietet immense Potenziale für die Hochschulbildung. Die Hochschule Koblenz setzt gezielt darauf, den Studierenden zeitgemäße und zukunftsorientierte Ausbildung auf Basis dieser Technologie zu gewährleisten. Sie sollen nicht nur Anwender von KI sein, sondern auch ein tiefgehendes Verständnis für die zugrunde liegenden Prinzipien entwickeln. Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, betont: „Die Hochschule lehrt und forscht schon seit Jahren in vielfältigen Bereichen zu KI-Methoden. Der seit etwa einem Jahr herrschende öffentliche Hype rückt diese Aktivitäten nun natürlich ins Rampenlicht. Die Integration von KI in die Hochschullehre ermöglicht es unseren Studierenden, innovative Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu entwickeln. Gleichzeitig ist es unsere Verantwortung sicherzustellen, dass sie nicht nur technisch versiert sind, sondern auch ein Bewusstsein für ethische und rechtliche Rahmenbedingungen haben.“ Dabei spielten unter anderem Faktoren wie Datenschutz und Transparenz eine große Rolle.

In den Lehrplänen der Hochschule Koblenz sollen daher in Zukunft KI-spezifische Fähigkeiten vermittelt und darüber hinaus die Diskussion über ethische Prinzipien und gesetzliche Regelungen intensiv gefördert werden. „Uns ist es wichtig, dass auch Dozierende einen kritisch reflektierten Umgang mit KI selbst lernen und auch entsprechend lehren“, so Prof. Dr. Ralf Haderlein, Vizepräsident für Studium und Lehre der Hochschule Koblenz. Studierende werden so ermutigt, sich aktiv mit den Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Die Künstliche Intelligenz steht zunehmend auch im Fokus von Forschungs- und Lehraktivitäten der Hochschule. Sowohl am Campus Koblenz als auch am Campus Remagen erfolgt derzeit der Ausbau der Lehraktivitäten im Bereich KI. So startet in Koblenz zum Sommersemester der neue Studiengang „Digital Engineering and Management“, in dem KI und Big Data eine große Rolle spielen. Dazu besetzt der Fachbereich Ingenieurwesen derzeit eine neue Professur „Künstliche Intelligenz, Machine Learning“ mit Fokus auf Angewandter KI im Ingenieurwesen. Am Campus Remagen werden der Bachelorstudiengang „Künstliche Intelligenz“ als dualer und nicht-dualer Studiengang sowie ein dazugehöriger Masterstudiengang eingeführt. Ein Studiengang Technoinformatik ist in Planung. Der Masterstudiengang „Applied Physics“ zusammen mit der Universität Koblenz wird um die Schwerpunktrichtung „Scientific Computing“ u.a. mit Inhalten von KI und Quantentechnologien erweitert. Eine weitere KI-Professur befindet sich auch am Campus Remagen in der Ausschreibung.

Im Bereich der Forschung an der Hochschule Koblenz kommt KI unter anderem im Gesundheitsbereich zum Tragen, wo sie beispielsweise durch Ganganalysen zur Sturzprophylaxe und der Früherkennung epileptischer Anfälle oder von Dekubitus (Wundliegen) einen entscheidenden Beitrag leisten kann. So konzentriert sich das Forschungskolleg Data2Health der Hochschule Koblenz und der Universität Koblenz darauf, die klinische Entscheidungsfindung und das Patientenmonitoring durch vertrauenswürdige Analyse von Daten im Gesundheitswesen zu unterstützen. Die Themengebiete „SafeKI für die klinische Entscheidungsfindung“, „Datensozialität und Data Governance im Gesundheitswesen“ sowie „Drahtlose Netzwerke und Cloud Infrastruktur für das Gesundheitswesen“ stehen dabei im Fokus. Das Kolleg fördert sechs kooperative Promotionen und bietet regelmäßig Austauschformate wie eine Summer School sowie Forschungsaufenthalte. „Dabei ist eine ausgewogene Balance zwischen KI, Ethik und Datenschutz besonders wichtig, um das volle Potenzial von KI verantwortungsbewusst zu entfalten“, betont Prof. Dr. Maik Kschischo, der Sprecher des Forschungskollegs Data2Health.

Insbesondere die Fachbereiche Ingenieurwesen und Mathematik und Technik sind maßgeblich an Forschung und Lehre im Bereich KI beteiligt. „Doch das Thema betrifft nicht nur die naturwissenschaftlichen Fachbereiche“, betont Prof. Dr. Wolfgang Kiess, Direktor des Interdisziplinären Instituts für Digitalisierung (IIFD) der Hochschule Koblenz. Das Institut vereint 26 Professorinnen und Professoren aus fünf Fachbereichen der Hochschule Koblenz, darunter auch wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fachbereiche, sowie dem Fachbereich Informatik der Universität Koblenz. „In vielen Modulen wird KI bereits heute anwendungsorientiert und sehr niederschwellig genutzt“, erläutert Kiess und nennt als Beispiele ChatGPT als Lernbuddy oder KI-assistiertes Programmieren.

Da Maschinelles Lernen auf leistungsfähige Hardware angewiesen ist, etabliert die Hochschule Koblenz derzeit im Projekt „KI Interdisziplinär für Wirtschaft, Ingenieurwesen, Mathematik und Technik“ mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen KI-Hochleistungs-Rechencluster. Dieser steht allen Mitgliedern der Hochschule für Lehre und Forschung offen und bietet bürokratiearm Zugriff auf beachtliche Rechenleistung für das Training von Machine Learning Modellen. „Schon in der jetzigen ersten Ausbaustufe ist die Fähigkeit des KI-Clusters beeindruckend. So dauert etwa das Training eines kleinen Machine Learning Modells, welches auf meinem neuen Rechner fünf Minuten benötigt, auf dem Cluster lediglich zwei Sekunden“, freut sich Konrad Junkes, Doktorand am Forschungskolleg Data2Health über die neuartige Technik, die er schon in seiner Promotion einsetzt. Der Cluster wird derzeit weiter ausgebaut und soll Ende des Jahres seine volle Leistungsfähigkeit erreichen.

Die Forschungsaktivitäten im Fachbereich Mathematik und Technik sind darüber hinaus vielfältig. Neben der Forschung im Rahmen von Data2Health beschäftigt sich der Fachbereich mit der Zukunftstechnologie der quantenunterstützten Künstlichen Intelligenz. Aktuell baut der Fachbereich zudem ein Labor für KI-gestützte Ganganalyse auf. Zwei Tandem-Professuren zur Künstlichen Intelligenz gibt es bereits am Remagener Fachbereich. So lehrt Patrick Philipp von der CompuGroup Medical „Biomedical Data Science“. Anselm Hudde, Data Scientist bei der Debeka, lehrt als Professor Data Science und KI mit Anwendungen im Versicherungs- und Finanzsektor.

Die Hochschule Koblenz setzt mit ihren Bestrebungen klare Akzente im Bereich Künstliche Intelligenz und strebt eine umfassende Integration der Technologie in Lehre, Forschung sowie dem Transfer in die Gesellschaft an.

Pressemitteilung der

Hochschule Koblenz

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