Im Café International in Cochem erzählt man sich Geschichten
Cochem. Jeden Montag erfahren Flüchtlinge im Café International konkrete Unterstützung.
Bernd Berenz, Gemeindereferent in der Pfarrei Heilige Maria Magdalena im pastoralen Raum Cochem-Zell, steht seit 10 Jahren mit Rat und Tat den Hilfesuchenden seit zehn Jahren bei.
Da gibt es viele Geschichten zu erzählen. Erfreuliche Geschichten, traurige Geschichten, Geschichten zum Schmunzeln. Geschichten, die das Leben selbst schreibt.
Im Gemeindesaal erzählt man einander anlässlich der Interkulturellen Woche 2025 Geschichten aus der Nachbarschaft, erlebt in unterschiedlichen Kulturen. Regina Locker, Doris Rheingans und Waltraut Geller sind seit mehr zehn Jahren ehrenamtlich engagiert, laden zum Erzählen ein.
Hildegard Kirfels, 95 Jahre alt, erste Frauenbeauftragte im Kreis Cochem-Zell, kann von Zugezogenen aus fernen Ländern erzählen, die bereits vor einigen Jahrzehnten in Cochem-Zell ankamen: am Frauenstammtisch in Cochem und Bullay trafen sich in den Anfängen 1987 alle vierzehn Tage Zugezogene und Einheimische, um sich kennenzulernen und gemeinsame Aktivitäten zu planen.
Für Wolfgang Palm, Kaisersesch, ist die Welt bunter, wenn viele Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen. Auch er schaut auf eine lange Geschichte der Integration von Menschen aus vielen Nationen zurück: beginnend mit den deutschstämmigen Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion und der Gründung des Freundeskreises Aussiedler bis hin zur Flüchtlingshilfe, die seit mehr 10 Jahren durch starkes ehrenamtliches Engagement geleistet wurde.
Man erzählt von unterschiedlichen Erfahrungen in Stadt und Land: in Teltow bei Berlin arbeiten Chinesen, Spanier, Syrer gemeinsam in einer deutschen it-Firma und unterschiedliche Mentalitäten werden toleriert, während im Spreewald in einem 1400 Seelen Dorf 200 Flüchtlinge in einem Haus untergebracht. Auch das macht etwas mit der Nachbarschaft. Da gilt es Spannungen auszuhalten. Es gibt gute und schlechte Erfahrungen, so erzählen Mirko und Sandra aus Brandenburg, die ihren Urlaub an der Mosel verbringen und sich im Gemeindezentrum aufwärmen.
Gute Nachbarschaft, erzählt Olga, gebürtig aus Dnipro in der Ukraine, erfährt ihre Tochter auf der Straße in einem Dorf in der Eifel, wenn sie mit einheimischen Freundinnen spielt und dabei sozusagen spielerisch die deutsche Sprache erlernt.
In Syrien bringt man sich während des Ramadans gegenseitig Nahrungsmittel und kommt ins Gespräch, erzählt Asma, eine studierte Maschinenbautechnikerin, die 2017 aus Syrien geflohen ist.
Im Café spielt man Schach, und unabhängig von Sprachgrenzen gelten für alle dieselben Regeln, so die Erfahrung von Jörg Walter, der ehrenamtlich im Café International aktiv ist.
Das „mindset“, eine bestimmte Denkhaltung, beeinflusst die unser Verhalten, unsere Einstellungen. Es geht darum, wie wir die Welt sehen und wie wir auf verschiedene Situationen und Herausforderungen reagieren, stellt Waltraud Geller fest. Vertrauen in die Menschen zu setzen ist der Schlüssel zur Integration. Wer Integration will, muss Vertrauen ermöglichen – nicht nur durch Worte, sondern durch echte Beziehung.
Das Café International Cochem wird getragen von der Katholischen Pfarrei Heilige Maria Magdalena Cochem und der Evang. Kirchengemeinde Cochem und findet jeden Montag von 16 bis 18 Uhr statt.
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