Allgemeine Berichte | 13.04.2023, 09:25 Uhr

Die Brut- und Setzzeithat begonnen - auch Mountainbiker und Geocacher stören die Ruhe der Tiere

Jäger: Junge Wildtiere nicht anfassen und Hunde anleinen

Region. Der kalendarische Frühling ist angebrochen und das heißt auch, dass sich unsere Wälder, Felder und Wiesen in eine große Kinderstube verwandeln: Die Brut- und Setzzeit vieler Säugetiere und Vögel hat begonnen. So sind etwa die ersten jungen Feldhasen schon unterwegs, auch die Stockente hat ihre Brutzeit bereits ab März. Gegen Mitte April beginnen auch die ersten Rehe ihre Kitze zu setzen, ab Mitte Mai gesellen sich in einigen Teilen des Kreises auch die Kälber des Rotwilds dazu.

Tarnen, Täuschen und Alleinsein sind die jungen Tiere überlebenswichtig. Fassen Sie vermeintliche „Findelkinder“ auf keinen Fall an, andernfalls können die gesunden Jungtiere durch den menschlichen Geruch zu hilflosen Waisen werden. Ein verwaist wirkendes Wildtier ist in der Regel nicht auf die Hilfe von Menschen angewiesen, denn meist sind die Muttertiere nicht weit entfernt und wachen über ihren Nachwuchs. Häsinnen besuchen und säugen ihre Jungen etwa nur kurz und wenige Male am Tag, um Beutegreifer nicht auf sie aufmerksam zu machen. Gleiches gilt für Kitze, die anfangs die meiste Zeit alleine im hohen Gras verbringen.

Leider kommt es immer wieder dazu, dass tote oder schwer verletzte Jungtiere gefunden werden, die durch Hunde gerissen wurden. Die Kreisjägerschaft Ahrweiler richtet sich daher erneut mit einer Bitte an alle Hundehalter: „Leinen Sie zum Schutz der Wildtiere Ihre Hunde an! Wir Jäger halten fast alle selbst Hunde und wissen, dass Hunde ausreichend Freilauf brauchen. Wir wissen aber auch, dass jeder Hund einen mehr oder weniger ausgeprägten Jagdtrieb hat“, so der Kreisgruppenvorsitzende der Ahrweiler Jäger, Ralf Schmidt. Das kann für die Jungtiere und ihre Mütter fatale Folgen haben. Hat ein freilaufender Hund ohne entsprechende Ausbildung ein Wildtier erst einmal aufgespürt, ist ein abrufen meist zwecklos. Das gilt für alle Hunde – von klein bis groß und für alle Rassen.

In den letzten Jahren beobachten die Ahrweiler Jäger zudem eine deutliche Zunahme der Erholungssuchenden und Sporttreibenden in den Jagdrevieren. Einerseits ist es erfreulich, dass unser Wald wieder als Erholungsort geschätzt wird, andererseits nimmt die Beunruhigung des Wildes dadurch stetig zu. Besonders kritisch sind Mountainbiking und Geocaching – teilweise sogar in der Nacht zu beobachten – in den wenigen verbliebenen Rückzugsgebieten unserer Wildtiere. Bitte bleiben Sie, egal ob zu Fuß oder auf dem Rad, auf den festen Wegen, um insbesondere die Jungtiere und Mütter nicht unnötigem Stress auszusetzen. Stress bedeutet auch geringere Nachwuchsraten, abnormale Verhaltensweisen und erhöhten Verbiss der jungen Baumtriebe; letzteres führt unter Umständen auch zu einer höheren behördlichen Abschussfestsetzung.

Pressemitteilung der Kreisgruppe Ahrweiler im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V.

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