Allgemeine Berichte | 28.04.2025

Kein Papst in roten Schuhen

Pfarrer Jörg Meyrer aus Ahrweile.  Foto: privat

Als wir vor einiger Zeit mit der Redaktion des BLICK aktuell über eine wöchentliche Kolumne sprachen, war der Titel schnell gefunden: EIN-SPRUCH. Dass der erste EIN-SPRUCH nach dem Tod von Papst Franziskus und vor dem Konklave erscheinen würde, war da nicht absehbar. Ich bin viel zu wenig über die Vorgänge im Vatikan informiert, - und habe auch gar keine Zeit dazu. Aber dass der Kampf um die Frage der Nachfolge schon vor der Beisetzung im Gang ist, machte der deutsche Kurienkardinal und frühere Leiter der Glaubenskongregation, Ludwig Müller schnell deutlich. Unter Franziskus ist vieles unklar geworden, sagt er. Und nennt die dogmatische Einordnung der Segnung homosexueller Paare oder von Geschiedenen Wiederverheirateten: so etwas hätte es unter Papst Benedikt nicht gegeben. Auch die Leitung einer römischen Kongregation durch eine Frau geht ihm viel zu weit. Hinter ihm werden sich die Teile der Weltkirche versammeln, denen die vorsichtigen Veränderungen durch Papst Franziskus wie Verrat an der Glaubenstradition erscheinen. Ortskirchen in Afrika und Asien sind hier zu nennen, aber auch Katholiken und hohe Kirchenrepräsentanten aus den USA (etwa Kardinal Burke). Nein, es gibt eben nicht nur die, denen (wie vielen Deutschen) die Reformschritte unter Franziskus zu langsam gingen, - manchen waren sie viel zu weit.

In der Totenmesse hat Kardinaldekan Re (der höchste Repräsentant der Kardinäle) sehr vornehm die andere Position benannt: Franziskus war als Papst in dieser sich verändernden Welt, mitten bei den Menschen, nah an ihren Nöten. Ein scharfer Gegner jeden Krieges und unermüdlicher Mahner zum Frieden (ob Trump und andere das verstanden haben?). Re erinnerte eindringlich, wie Franziskus die gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung beschwor. Und wie er den Dialog mit den anderen Religionen suchte, - deren Vertreter den Abschied mitfeierten.

Die Frage, wie es mit der Kirche weitergeht, - und wer der nächste Papst sein wird, ist längst im Gange. Die Führung der Kirche liegt aber nicht bei Menschen, sondern bei Gott. Auch Franziskus wurde vom Ende der Erde nach Rom geholt. Wird dürfen auf den nächsten Papst gespannt sein. Er kommt hoffentlich nicht in roten Schuhen daher.

Pfarrer Jörg Meyrer aus Ahrweile. Foto: privat

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