Leserbrief
Kliniksterben ist ein Angriff auf unsere Lebenszeit
Leserbrief: Kliniksterben ist ein Angriff auf unsere Lebenszeit
Sehr geehrte Damen und Herren,
medizinische Versorgung ist kein Luxus, sondern eine Frage von Leben und Tod. Der Staat hat die Pflicht, hier für Sicherheit zu sorgen – das ist Daseinsfürsorge im Kern.
Wenn beiMinistertreffen nur über Geld geredet wird, darf dieses Geld nicht auf dem Rücken von Patientinnen, Angehörigen und Pflegekräften eingespart werden. Mittel sind vorhanden, siewerden nur falsch verteilt.
Wer seine Hausaufgaben nicht macht, verliert das Vertrauen der Menschen – und am Ende auch ihre Stimmen bei den Wahlen.
Wenn der Staat seine Pflicht zur Versorgung nicht mehr erfüllt, zwingt er Patientinnen und Patienten, sich neue Wege zu suchen. Und vielleicht müssen sich auch die politisch Verantwortlichen bald neue Wähler:innen suchen – denn Vertrauen ist keine Einbahnstraße.
Die Realität ist erschreckend: In Rheinland-Pfalz wurden in den letzten Jahren mehrere Krankenhäuser geschlossen – Adenau (2022) und Remagen (2025). Jede Schließung bedeutet längere Wege im Notfall, weniger Sicherheit für die Bevölkerung und eine zusätzliche Belastung für die verbleibenden Kliniken.
Doch die Liste der gefährdeten Häuser ist noch länger. Das Krankenhaus in Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis gilt als stark gefährdet. Die DRK-Kliniken in Rheinland-Pfalz stehen vor dem Rückzug des Trägers, betroffen sind u. a. Neuwied und Altenkirchen.
Weitere kleinere Häuser in ländlichen Regionen sind durch Reformen und Zentralisierung besonders bedroht. Auch das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM), 2014 gegründet, um mehrere Häuser unter einem Dach zu vereinen, zeigt, wie wenig Fusionen die Probleme gelöst haben.
Statt Synergien zu schaffen, wurden Defizite nur verschoben. Heute ist das GKM schwer belastet, die Gesellschafter streiten über die Finanzierung, und die Frage bleibt: Welches Haus folgt als nächstes? Rheinland-Pfalz verliert Schritt für Schritt seine wohnortnahe Versorgung.
Die Verantwortung liegt klar bei den Gesellschaftern des GKM – Stadt Koblenz, Landkreis Mayen-Koblenz, Rhein-Hunsrück-Kreis und die Stiftung Evangelisches Stift Koblenz.
Politisch tragen David Langner (SPD), Oberbürgermeister von Koblenz, Marko Boos (SPD), Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz, sowie Volker Boch (parteilos),
Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises Verantwortung. Auf Landesebene ist
Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) zuständig. Sie alle müssen handeln, bevor weitere Kliniken verschwinden.
Das Kliniksterben ist ein dramatisches Warnsignal. Versorgung ist eine staatliche Pflichtaufgabe – kein Sparprogramm. Wer diese Verantwortung ignoriert, gefährdet Leben, verspielt Vertrauen und am Ende auch politische Legitimation.
Kernbotschaft: Es geht nicht um Geld, sondern um Lebenszeit und Daseinsfürsorge.
Mit besorgten Grüßen
Stefan Müller, Mayen
Weitere Themen
Artikel melden
13.01.: Bad Neuenahr-Ahrweiler: Zahlreiche Schüler von der Polizei kontrolliert
- K. Schmidt: Richtig. Und dann weiter unten im Kreisel, wo der Radweg wenn man Richtung Neuenahr will die Ausfahrt kreuzt, kapieren gefühlte 90% der Radfahrer nicht, dass sie an der Stelle keine eingebaute, automatische...
- Kiefer: Wenn ich sehe wie viele von Landershofen runter nach Ahrweiler ohne Beleuchtung fahren dann wird es mir schlecht. Jeden Morgen dasselbe Spiel
Sternsinger bringen Segen
- Ulrich Manns : Sehr beeindruckend das Engagement! Eine schöne Kultur, die man unbedingt unterstützen sollte. Danke an alle Beteiligten ???
Mutmaßlicher Mord in Gimmigen: Mahnwache für Anna vor Prozessbeginn
- Anne: Wie gut, das jetzt keine Dorfkirmes ist am 19. Januar. Da gäbe es dann eher ein traditionelles Hahneköppen in ausgelassener Stimmung unmittelbar neben dem Tatort anstatt einer Mahnwache…
Allgemeine Berichte
Sonderführungen in der Römervilla
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie jeden Winter hat das Museum Römervilla in Ahrweiler für Einzelbesucherinnen und -besucher geschlossen. Erst im März wird das herrschaftliche Herrenhaus des römischen Gutshofes am Silberberg mit steigenden Temperaturen wieder für alle zugänglich sein.
Weiterlesen
In der Winterzeit das Überleben der Vögel sichern
Den heimischen Wildvögeln helfen
Region. Gerade jetzt in der Winterzeit ist es wichtig, den heimischen Wildvögeln mit Futter ihr Überleben zu sichern. Denn die heimischen Wildvögel müssen nun ihre Körpertemperatur von ca. 40 Grad Celsius aufrechterhalten. Und dafür benötigen sie Energie in Form von fettreichem Futter.
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Magische Premiere
Lantershofen. Im Sommer 2025 entstand in Lantershofen unter der Leitung von Vanessa Büttner und Manuela Engels-Nonn eine neue Kinder- und Jugend-Showtanzgruppe, die von Anfang an für große Begeisterung sorgte: L.A. DANCE EXPLOSION. Mit viel Herzblut, Teamgeist und Leidenschaft wurde monatelang trainiert – immer mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen: der erste große Auftritt.
Weiterlesen
