Koblenzer Impfkoordinator zieht Bilanz

Mehr als 2600 Stunden im Kampf gegen die Pandemie

Mehr als 2600 Stunden
im Kampf gegen die Pandemie

Gemeinsam mit seinem Team hat Impfkoordinator Olav Kullak fast zehn Monate das Impfzentrum in der Koblenzer CGM Arena betrieben. Mehr als 111.000 Impfungen wurden in dieser Zeit dort durchgeführt. Foto: Stadt Koblenz/Egenolf

04.10.2021 - 15:28

Koblenz. Fast zehn Monate war das Impfzentrum in der CGM Arena in Betrieb und mehr als insgesamt 111.000 Erst- und Zweitimpfungen wurden letztlich in dieser Zeit im Koblenzer Stadtteil Oberwerth durchgeführt. Zehn Monate, in denen für das Team um Impfkoordinator Olav Kullak kein Tag wie der andere war.


„Da waren ständig Dinge, auf die man reagieren musste. Es gab hier keine zwei Wochen am Stück, wo wir morgens hingehen konnten und sagen konnten, dass der eine Tag wie der andere läuft“, erzählt der Layer im Rückblick. Immer wieder kam es zu Rückschlägen und Planungsänderungen: Dringend notwendige Impfstofflieferungen blieben ganz aus oder wurden um mehrere Tage verschoben; Impfungen mit AstraZeneca wurden kurzfristig abgesetzt. „Das hat es auf der einen Seite natürlich interessant gehalten, auf der anderen Seite mussten wir das Personal immer wieder, teilweise auch kurzfristig, auf den neuesten Stand bringen“, sagt Olav Kullak.

Nachdem das Land Rheinland-Pfalz den Plan gefasst hatte, im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf ein landesweites Netz von 32 Impfzentren zu setzen, begannen Mitte November 2020 auch in Koblenz die Planungen für ein Impfzentrum in der CGM Arena. Olav Kullak, der beruflich bisher als Brandamtmann in der Abteilung Technik der Berufsfeuerwehr Koblenz tätig war, hatte zu diesem Zeitpunkt im Pandemieverlauf bereits unter anderem an der Einrichtung der vorübergehenden Pflegehilfseinrichtungen in Metternich, auf der Karthause sowie im Berufsförderungswerk in Vallendar federführend mitgewirkt. Im Dezember 2020 erreichte ihn dann der Auftrag, die Leitung der neuen Einrichtung in der CGM Arena mit zu übernehmen. „Welchen Arbeitsaufwand das Ganze bedeuten würde, war am Anfang nicht abzusehen. Es ist deutlich mehr als nur mal kurz die Impfstofflieferungen abzuzeichnen“, so Olav Kullak.

Das Team des Impfzentrums hat in dieser Zeit unzählige Dienststunden geleistet. Mehr als 2600 Stunden hat beispielsweise allein der Impfkoordinator in dieser Zeit absolviert. „Da war schon Power und Druck dahinter“, findet der 53-Jährige, der gleichzeitig gemeinsam mit dem Team aber eine seiner Stärken ausspielen konnte: „Das Organisationstalent als eine meiner Stärke konnte ich hier einbringen. Sicherlich war das auch aufreibend, aber unter Druck arbeite ich einfach am besten. Da kommt mir sicher auch mein Feuerwehrberuf zugute. Da bleibt mir auch nicht viel Zeit, um an der Einsatzstelle zu überlegen.“

So galt es für das Führungsteam des Impfzentrums unter anderem 600 Frauen und Männer, die entweder zu den Angestellten oder zum Personalpool des Impfzentrums gehörten, zu organisieren und einzusetzen. Keine leichte Aufgabe, wie Olav Kullak findet: „Das war schon eine Masse Personal, die man hier jeden Tag bewegt hat.“ Doch trotzdem habe es nie nennenswerte Probleme mit den eingesetzten Kolleginnen und Kollegen gegeben. Der Layer geht sogar noch einen Schritt weiter: „Das Personal, das die Stadt im Auftrag des Landes für das Impfzentrum eingestellt hat, kann ich komplett weiterempfehlen. Das ist nicht selbstverständlich.“

Neben dem Personal hat das Impfzentrum im Laufe der rund zehn Monate im Betrieb vor allen Dingen eins gesehen: Tausende Menschen, die zum Impfen gekommen sind. „Die Begegnungen mit diesen vielen unterschiedlichen Menschen in vielen unterschiedlichen Stresssituationen werden mir auf alle Fälle in Erinnerung bleiben. Jeder hatte seine Ängste und Nöte im Zusammenhang mit der Impfung, aber die Menschen sind immer wieder unterschiedlich damit umgegangen“, erinnert sich der Impfkoordinator. In diesem Zusammenhang habe er aber auch viel über sich selbst gelernt: „Diese Begegnungen bieten spannende Einblicke, wie man wahrgenommen wird und wie man sich selbst wahrnimmt.“

Nach der Schließung des Impfzentrums in der CGM Arena am 24. September haben Teile der Belegschaft des Impfzentrums zuletzt noch Impfungen für Koblenzer Schulen am Hilda-Gymnasium sowie an der Realschule plus auf der Karthause durchgeführt und das Stand-by-Impfzentrum im Gewerbepark Metternich 2 fertig eingerichtet. Sollte das Land Rheinland-Pfalz den Bedarf nämlich als gegeben ansehen, dann kann in der Rhein-Mosel-Stadt binnen 72 Stunden wieder ein Impfzentrum seine Pforten öffnen. Bis 30. April 2022 wird diese Bereitschaft aufrechterhalten. „Es weiß allerdings keiner, ob wir noch einmal in Betrieb gehen werden“, so der Koblenzer Impfkoordinator, der gutes Gewissens allerdings sagt: „Unsere Aufgabe haben wir als Team erst einmal erfüllt.“

Nun freut sich Olav Kullak auf den anstehenden Urlaub, um drei Wochen abzuschalten und neue Kräfte zu tanken. Spurlos ist die Arbeit im Impfzentrum an ihm zuletzt nämlich nicht mehr vorübergangen. „Ich merke seit drei bis vier Wochen, dass sich die Arbeit der vergangenen Monate auch körperlich bemerkbar macht“, sagt der 53-Jährige nach über 2600 Stunden im Kampf gegen die Pandemie, der ohne die Belegschaft des Impfzentrums nichts zu leisten gewesen wäre, wie auch Oberbürgermeister David Langner und Bürgermeisterin Ulrike Mohrs finden. „Dass, was die Belegschaft im Impfzentrum über die ganzen Monate hinweg geleistet hat, ist enorm. Über 111.000 Impfungen wurden allein in der CGM Arena durchgeführt, weshalb dem Team dort ein großer Dank für die geleistete Arbeit gebührt“, danken beide den Beschäftigten des Koblenzer Impfzentrums.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

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