Allgemeine Berichte | 17.02.2024, 08:10 Uhr

Landwirte unterstreichen Kritik an Sparplänen der Bundesregierung und laden Bürger zum Dialog ein

Mit Traktoren im Konvoi zur Hauptversammlung

Die Landwirte rückten lautstark mit Bannern und Fahnen zur Jahreshauptversammlung an. Foto: GS
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Kreis Ahrweiler. Premiere für den Bauern- und Winzerverband im Kreis Ahrweiler. Erstmal in der Geschichte der rund 900 Mitglieder zählenden Organisation rückten die Landwirte mit Traktoren zur Jahreshauptversammlung in Dernau an. Lautstark, mit Bannern und Fahnen an den PS-Boliden. Grund: Der Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung.

„Wir lassen nicht nach“, sagte denn auch Pascal Delord vom Kreisvorstand der Bauern im Tiefkreisel „An den Ulmen“, von dem aus es unter Polizeigeleit zum Veranstaltungsort nach Dernau ging. Die ohne Zwischenfälle und mit tiefenentspannten Polizisten. Denn die AW-Bauern haben sich friedlichen Protest auf die Fahne geschrieben.

„Wir wollen aber die Berliner Blase aufrütteln. Die kennen unsere Probleme gar nicht“, machte Delord gegenüber Blick Aktuell klar. Es gehe den Bauern und Winzern nicht nur um die Sparpläne der Ampel, sondern um die Zukunft ihres Berufsstandes. So war denn auch auf einem Banner zu lesen: „Jungbauer sucht Zukunft.“

Die Landwirte werben dabei auch um Verständnis und um Unterstützung der Bevölkerung. Was Delord so zusammenfasste: „Wir laden die Bürger auf unsere Höfe und in unsere Betriebe ein. Sprecht mit uns, statt über uns.“ Er schlug dabei eine Bresche für das Kaufen regionaler Produkte in den Hofläden. „Denn ohne Landwirte wird das Essen importiert.“

Auch hob er im Beisein seiner Kollegen aus Obstbau, Tierhaltung und Weinbau die Bedeutung der Landwirtschaft für den Tourismus hervor. „Was wäre das Ahrtal ohne seine Winzer?“ Sie seien ein Wirtschaftsfaktor und gleichzeitig Publikumsmagnet für Besucher. Bester Beweis dafür: Der große Zuspruch bei den Tagen der offenen Weinkeller oder den Tagen der offenen Höfe auf der Grafschaft.

Und was eigentlich nicht in Erinnerung gerufen werden muss: Es waren die Bauern aus dem Kreis Ahrweiler, die nach der Flut als erste im Einsatz waren. Und das, ohne, dass sie aufgefordert werden mussten. Im Zusammenhang mit der Flut und ihren Folgen machten die Bauern und Winzer aber auch klar: „Uns geht der Wiederaufbau zu langsam.“ Größtes Hindernis sei dabei wie auch im beruflichen Alltag die aus Mainz, Berlin und Brüssel verordnete Bürokratie, hieß es von allen Seiten. Diese gelte es einzudämmen, „damit wir uns um das kümmern können, was wichtig ist. Unsere Höfe zukunftssicher zu machen, damit auch der Jungbauer eine Chance hat“. Forderungen, hinter denen im Kreis Ahrweiler an der Spitze Kreisvorsitzenden Franz-Josef Schäfer und Weinbaupräsidenten Hubert Pauly stehen und auch in Zukunft nicht leise sein wollen. Zivilisiert und friedlich, wie bisher alle Bauern-Demonstrationen an Rhein und Ahr. Aber mit Nachdruck: „Ohne uns bleiben die Regale leer.“ GS

Die Traktoren versammelten sich im Kreisel „An den Ulmen“. Foto: GS

Die Traktoren versammelten sich im Kreisel „An den Ulmen“. Foto: GS

Von der Adenbachbrücke bot sich ein guter Blick auf das Konvoi. Foto: GS

Von der Adenbachbrücke bot sich ein guter Blick auf das Konvoi. Foto: GS

Die Landwirte rückten lautstark mit Bannern und Fahnen zur Jahreshauptversammlung an. Foto: GS

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