Allgemeine Berichte | 24.02.2026

Urteil im Gimmiger Mordprozess gefällt

Mord aus Heimtücke, lebenslange Haft für den Angeklagten

Die große Strafkammer am Landgericht Koblenz fällte am Dienstag ihr Urteil.

Koblenz. Am Dienstag fand der sechste und letzte Verhandlungstag im Prozess um das Tötungsdelikt in Gimmigen statt. Vor vollbesetzten Zuschauerrängen und bei großem Medieninteresse verkündete die große Strafkammer am Landgericht Koblenz ihre Entscheidung.

Der Vorsitzende Richter Rupert Stehlin verkündete im Namen des Volkes folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er trägt die Kosten des Verfahrens

Nach dem Urteil durften sich alle Anwesenden setzen und der Richter begründete das Urteil ausführlich.

Mord aus Heimtücke

Die Kammer kam aufgrund des zeitlichen Abläufen zu folgenden Erkenntnissen: Zunächst habe der Angeklagte versucht, seine Frau nach der Trennung zurück zu gewinnen. Als dies nicht klappte, verübte er einen nach Auffassung des Gerichts ernsten Suizidversuchs. Danach reifte in Matthias K. ein Plan B. Er wollte mit seiner neuen Partnerin eine neue Familie gründen, dem gemeinsamen Sohn eine Patchworkfamilie bieten und zu Anna ein freundschaftliches Verhältnis pflegen.

Als das Opfer darauf nicht einging und zudem eine Änderung des Wechselmodells im Umgangsrechts anstrebte, änderte er sein Vorhaben. Er beschoss, Anna zu beseitigen. Er begann mit den vorbereitenden Handlungen, dem Ausheben der Grube und dem Auskleiden des Flurs mit Malervlies. Die Tat selbst wurde geplant und inszeniert ausgeübt, nicht im Affekt. Das arglose Opfer wurde in einen Hinterhalt gelockt und hatte keinerlei Chance, dem Geschehen zu entfliehen. Deshalb sah die Kammer das Merkmal der Heimtücke als erfüllt an.

Allerdings reichten die dem Gericht vorliegenden Beweise nicht aus, um einen Mord aus Habgier nachzuweisen. Dieses Mordmerkmal schied also aus.

Damit eine schon per se verwerfliche Tat wie diese aufgrund niedriger Beweggründe begangen wurde, müssen weitere, besondere Kriterien erfüllt sein.

Die Schuldfähigkeit des Angeklagten steht nach Ansicht des Gerichts allerdings außer Frage.

Keine vorzeitige Entlassung, keine besondere Schwere der Schuld

Eine Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, die von der Staatanwaltschaft beantragt worden war, schied nach Ansicht des Gerichts aus. Die Aussetzung der lebenslangen Freiheitsstrafe nach 15 Jahren ist danach möglich. Allerdings wurde eine vorzeitige Entlassung des Verurteilten vor Ablauf der Strafe ausgeschlossen.

Der Haftbefehl vom 20.07.2025 bleibt aufrecht erhalten und in Vollzug. Damit bleibt Matthias K. in Haft. Nun haben die Prozessbeteiligten Gelegenheit, nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsgründe eine Revision zu prüfen. Das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig.SCHÜ

Mit erst 31 Jahren wurde Anna K. heimtückisch von ihrem Ex-Partner getötet.

Mit erst 31 Jahren wurde Anna K. heimtückisch von ihrem Ex-Partner getötet. Foto: SCHÜ

Die große Strafkammer am Landgericht Koblenz fällte am Dienstag ihr Urteil. Foto: SCHÜ

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Kommentare
24.02.202620:25 Uhr
Christian Rott

Wenn das kein heimtückischer Mord war, weiß ich nicht mehr was heimtückisch sein soll. Ich bin zwar kein Jurist, aber diese Tat empfinde ich als, detailliert geplant, heimtückisch und aus niederen Beweggründen ausgeführt. Dementsprechend hätte das Urteil - nach meiner Meinung - "lebenslang mit anschließender Sicherungsverwahrung" lauten müssen. Er hat nicht nur das Leben seiner ex-Frau ausgelöscht, sondern auch das Leben seines kleinen Sohnes zerstört und sicher auch das der beteiligten Familien. Dieser Mann dürfte niemals mehr auf freien Fuß kommen.

Petraa antwortete am 26.02.202611:37 Uhr

Das sehe ich genauso. Hier wurden Opfer und Täter verwechselt. Nur so ist es zu erklären, dass dieser Mann nicht dauerhaft hinter Gitter bleibt. Dass er sich entschuldigt hat, ist irrelevant.

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