Allgemeine Berichte | 22.11.2021

Kultursalon Koblenz

Muss das sein?

Wie Koblenz an Gesicht gewinnen könnte

Das Kaufhaus am Zentralplatz muss schließen. Foto: Kultursalon Koblenz/RV

Koblenz. Seit 50 Jahren begleitet ein großes Bekleidungskaufhaus diese Stadt. Sinn Leffers. Die Großstadt Koblenz fällt beim Wegfall dieses renommierten Kaufhauses nahe des Zentralplatzes eher wieder auf die Stufe einer Kleinstadt - mit geringfügigem Einkaufsangebot zurück. Das Textilhaushaus, das mittlerweile SINN heißt, begleitete diese Stadt während des Wirtschaftswunders, der BUGA-Phase und blieb auch in den ersten Jahren der Pandemie treu. Und jetzt darf dieses Kaufhaus die Stadt verlassen, weil ihm der Vertrag gekündigt wurde. Nutzungsänderung.

Ein noch völlig intaktes Haus wird abgerissen, um Wohnungen Platz zu machen. Was macht diesen Platz für Wohnungen so begehrt? Die Abgase der Autos an dieser Kreuzung? SINN hatte hier bessere Lösungen: geschlossene Fenster und eine gut funktionierende Belüftungsanlage.

Wo bleibt die Zwischenlösung

Um dieses Loch der Bekleidungskultur zu schließen, hätte man dem Kaufhaus einen Zwischenstandort für vier bis fünf Jahre anbieten müssen, um ein künftiges Armutszeugnis zu verhindern. Leerstand gibt es in dieser Stadt auch vonseiten der Stadt. Häuser in denen man dieses Kaufhaus hätte unterbringen können. Platz bieten historische Gebäude - die alte Burg, wenn sie denn keine Feuchte aufweist, das Schloss. Selbst der ungenutzte historische Bau auf dem Münzplatz böte für eine Sonderabteilung vorübergehend einen Zwischenstandort. Was hätte die Welt dazu gesagt, wenn Koblenz die Hälfte seines Rathauses dem Kaufhaus vorübergehend zur Verfügung gestellt hätte? Ein Rathaus wäre sozusagen bewusst zusammengerückt, um weiterhin für die Koblenzer und Einkaufspendler als Stadt mit besserem Modeangebot attraktiv zu bleiben.

Stadtwerbung besonderer Art

Statt besondere Modemarken in der Stadt zu halten, werden sie geradezu laufen gelassen. Koblenz verliert Gesicht. Es wird unattraktiver, statt Niveau zu halten. Macht das Sinn? Eine große Geste fehlt vonseiten der Stadt. Was wäre das gewesen ein halbes Rathaus zur Verfügung zu stellen? Die ganze Welt hätte über die Stadt Koblenz berichtet, denn die Medien hätten darüber Bericht erstattet von New York bis nach Timbuktu. Manchen neugierigen Touristen hätte es nach Koblenz getrieben, um sich diese Geste genau anzusehen. Wohl eine unbezahlbare Werbungsstrategie für die Stadt an Rhein und Mosel. Ohne je ein Werbebudget aufstellen zu müssen, wäre Koblenz auf einen Schlag berühmt geworden. Sozusagen ein eingespartes Werbebudget für diese Stadt, das Koblenz hätte nie für sich selbst je hätte bereitstellen können. Gleiches gilt für das Modehaus SINN.

Alternative Zelt-Kaufhaus

Zelte ziehen Publikum an – siehe Theaterzelte in Hamburg, Berlin, Düsseldorf. Warum nicht auf Zeit eine Kaufhaus-Zeltstadt? Zelte kann man auch gut beheizen. In diesem Fall hätte man nur einen größeren Platz zu Verfügung stellen müssen. Die Bundeswehr hätte Zelte für angenehmes Geld zeitweise vermieten und beheizen können. Das erste Zelt-Kaufhaus auf deutschem Boden. Eine städtische Unterstützungsaktion. Eine absolute Attraktion. Ein Publikumsmagnet – auch für den Tourismus. Wo bleiben Pragmatik und Phantasie in dieser Stadt? Lösungen, die wenig Geld kosten und immer noch gutes Geld einbringen, um manches Bauwerk wieder zu restaurieren oder andere Notwendigkeiten zu finanzieren. Nicht zu vergessen: Kaufhäuser sind gute Steuerzahler, stellen Arbeitsplätze zur Verfügung. Eins ist besonders schade, wenn gerade dieses Bekleidungskaufhaus diese Stadt verlässt. Es steht seit vielen Jahren für Markenvielfalt, abwechslungsreiche Modetrends wie Tradition. Auch sollte man sich des Problems bewusst sein, was macht die Stadt für Zuziehende überhaupt attraktiv, wenn hier nur noch wenige Bekleidungsmöglichkeiten herrschen? Spielt man mit diesem Modehausverlust nicht noch die Einkaufskraft der Gewebegebiete höher? Höhlt sich Koblenz damit aus? Auch dieser Aspekt sollte von Stadtmanagern bedacht werden.

Das macht Sinn

Thomas Wanke, Geschäftsführer des Bekleidungshauses SINN geht erst einmal mit seiner Mannschaft nach Neuwied – 20 km weiter weg. Für die älteren Koblenzer/innen wäre das Modehaus besser geblieben, auch für das Personal, das jetzt seine Arbeitsplätze verliert. Die Hagener Kaufhauskette SINN ist gerade im Aufwind: neue Kaufhausniederlassungen auch in Brühl, Duisburg und Dortmund am Rhein. Was ist los mit Koblenz? Ließe sich das Ruder noch herumdrehen? Ja, durch eine besondere Geste. Das macht Sinn - für alle.

Pressemitteilung des

Kultursalons Koblenz

Das Kaufhaus am Zentralplatz muss schließen. Foto: Kultursalon Koblenz/RV

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2025
Rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Berufskraftfahrer gesucht
Heizöl/Diesel/Holzpellets
Door To Door Anzeige
Biergarteneröffnung
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
39

Die Woche vom 11. bis 17. Mai bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Gefühle klären sich, Entscheidungen rücken näher und im Alltag zeigen sich neue Chancen. Rund um den Vatertag am 14. Mai zieht es viele Menschen ins Freie. Gemeinsame Aktivitäten sorgen für Ausgleich, können aber auch Spannungen offenlegen. Wer aufmerksam bleibt, erkennt früh, wo es sich lohnt, innezuhalten oder aktiv zu werden.

Weiterlesen

Verleihung Ehrenamtspreis Stadt Andernach am 29. April 2026 (v.l.n.r.): Bürgermeister Claus Peitz, Gerd Kaul, Vorsitzende des Vereins Freundschaftskreis Dimona-Andernach e.V. Barbara Söhngen, Oberbürgermeister Christian Greiner)Foto: Sebastian Waluga
16

Andernach. Im Historischen Rathaus der Stadt Andernach sind am 29. April 2026 zwei besondere ehrenamtliche Engagements mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ehrte Oberbürgermeister Christian Greiner den Miesenheimer Bürger Gerd Kaul sowie den Verein Freundschaftskreis Dimona-Andernach e. V. für ihren langjährigen Einsatz.

Weiterlesen

Symbolbild.
211

Region. Ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin aus dem Westerwald hatte am vergangenen Freitag allen Grund zur Freude: Mit einem Tippschein für die europäische Lotterie Eurojackpot, den er oder sie in einer Annahmestelle von Lotto Rheinland-Pfalz gespielt hatte, gewann er oder sie in der Gewinnklasse 2 über 681.000 Euro.

Weiterlesen

Weitere Artikel
7

Ab dem 28. Mai auf dem Unkeler Sportplatz

Deutsches Sportabzeichen in Unkel erwerben

Unkel. Es ist wieder so weit: Ab Donnerstag, dem 28.05.2026, besteht die Möglichkeit, zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr nach telefonischer Absprache das Deutsche Sportabzeichen auf dem Unkeler Sportplatz zu erwerben. Dies erfolgt im Rahmen von Training und Abnahme.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Werksverkauf Anhausen
Industriemechaniker
Minijob
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
10 Jahre NoWi
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NOWI
Titelanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Arbeiten bei van roje
Gebrauchtwagenanzeige
Image
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Nachruf Karl-Heinz Knops