Allgemeine Berichte | 16.02.2024

Die Kleiderstube in Plaidt besteht im März seit drei Jahren und ist eine Erfolgsgeschichte

Nachhaltige Hilfe in Plaidt: Kleiderstube feiert bald Jubiläum

Die Kleiderstube-Mitarbeiterinnen Martina Schwertel und Marita Hoff (r.) Foto: privat

Plaidt. Die Ehrenamtlichen der Kleiderstube Plaidt freuen sich schon auf den März dieses Jahres: Dann feiert die Kleiderstube des Cura Plaidt e.V. ihr dreijähriges Bestehen. „Das Angebot wurde und wird sehr gut angenommen“, blickt Elisabeth Komp zurück, die gemeinsam mit Marita Hoff das Projekt Kleiderstube leitet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Plaidter Bürgerinnen und Bürgern, die unverschuldet in Not geraten sind, schnell und unbürokratisch zu helfen.

„So ist gewährleistet, dass Notlagen in unserem unmittelbaren Lebensumfeld, beim Nachbarn, in unserer Heimatgemeinde direkt und ohne Umwege gelindert werden können“, erläutert Elisabeth Komp die Ziele von Cura Plaidt e.V.. Das Prinzip ist einfach und gut: Für fünf Euro können Interessierte eine Kiste mit all den Dingen des täglichen Lebens füllen, für die andere Menschen keine Verwendung mehr haben und die der Kleiderstube in der Miesenheimerstraße 11 gespendet wurden. Wie der Name Kleiderstube schon sagt, handelt es sich dabei meist um Second-Hand-Mode, die einfach zu schade zum Wegwerfen ist. Aber auch andere Produkte finden hier ein neues Zuhause, zum Beispiel Elektrogeräte wie Kaffeemaschinen, aber auch Spielzeug. Um Missbrauch vorzubeugen, führen die Vereinsmitglieder Listen: Jede Familie oder Einzelperson darf höchstens einmal im Monat zum Stöbern und Schauen in die Kleiderstube kommen. „Die meisten Besucherinnen und Besucher nehmen eine, höchstens zwei Kisten mit“, sagt Elisabeth Komp. Wichtig ist ihr zu betonen, dass nicht alle, die das Angebot der Kleiderstube nutzen, zwangsläufig bedürftig sind. Für manche Kundinnen und Kunden steht der Umweltgedanke im Vordergrund, denn viele der Kleidungsstücke können noch getragen werden und sind, wie gesagt, einfach zu gut für die Mülltonne.

Gefragtes Konzept

Das Konzept geht auf und Angebot ist gefragt. Meist kommen 15 bis 20 Personen in die Kleiderstube. Ein Bedürftigkeitsnachweis wird nicht verlangt. Auch darin unterscheidet sich die Plaidter Kleiderstube von vergleichbaren Einrichtungen. Die Kundschaft ist querbeet gemischt. Auch das macht den Reiz der Kleiderstube aus, die sich mittlerweile zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt hat. Dennoch stellen Elisabeth Komp und Marita Hoff auch fest, dass die Bedürftigkeit in den letzten Jahren auch in Plaidt zugenommen hat und immer wieder Menschen das Angebot der Kleiderstube in Anspruch nehmen, „weil einfach nicht mehr Geld da ist“, wie Elisabeth Komp feststellt.

Hoher ehrenamtlicher Aufwand

Die ehrenamtliche Arbeit, die hinter der Kleiderstube steckt, ist beachtlich. Ein Beispiel ist die Wartung der Elektrogeräte. Wird ein Toaster abgegeben, wird die Röstmaschine zunächst auf Herz und Nieren geprüft. Das macht ein ehrenamtlicher Helfer mit entsprechender Berufsausbildung. Besteht das Gerät den Test, wird es mit einem Siegel versehen, das die einwandfreie Funktion bescheinigt. Hier kommt einiges an Arbeitszeit zusammen, wie Elisabeth Komp erklärt. „Die Prüfung jedes Gerätes dauert etwa 20 Minuten. Bisher haben wir 80 Geräte geprüft“, sagt sie. Dieser Service soll zum einen gewährleisten, dass Kaffeemaschine und Co. einwandfrei funktionieren, zum anderen dient das Prüfsiegel auch als Absicherung für den Verein, falls es einmal zu einer Fehlfunktion mit Unfallfolge kommen sollte.

Wenig „schwarze Schafe“

Jeden Samstag öffnet die Spendenausgabe um 10 Uhr. Interessierte können dann in Ruhe stöbern. Um 14 Uhr schließt die Kleiderstube wieder. Auch die Abgabe von Kleidung, Hausrat und Spielzeug findet zu festen Zeiten statt. Jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr können Waren abgegeben werden. Bei der Abgabe findet auch eine Qualitätskontrolle statt. Leider kommt es immer wieder vor, dass stark abgetragene oder verschmutzte Kleidung abgegeben wird. Außerdem musste das Kleiderstuben-Team feststellen, dass Kleidung gestohlen wurde, vor allem, wenn sie außerhalb der Annahmezeiten in einem blauen Sack vor die Tür gestellt wurde. „Schwarze Schafe gibt es leider immer wieder“, sagt Elisabeth Komp. „Aber die sind bei uns deutlich in der Unterzahl.“

Weitere Informationen

Wer die Kleiderstube und Cura Plaidt e.V. unterstützen möchte kann dies gerne mit einer Spende. Die gesammelten Spenden kommen stets dem Allgemeinwohl zugute. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.cura-plaidt.de. ROB

Die Kleiderstube-Mitarbeiterinnen Martina Schwertel und Marita Hoff (r.) Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Koblenz blüht 2026
Oster-Anzeige
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Rund ums Haus
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Ostergrußanzeige
Titelanzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Empfohlene Artikel
Andreas Bohn hat das Ehrenamt im Blut.  Foto: privat
42

Reifferscheid. In jeder Gemeinde gibt es Menschen, die im Hintergrund wirken, anpacken, zuhören und einfach da sind, wenn man sie braucht. In der Gemeinde Reifferscheid ist so ein Mensch Andreas Bohn. Seit vielen Jahren engagiert sich Andreas mit Herzblut für seine Heimat. Als stellvertretender Ortsbürgermeister und langjähriges Mitglied im Gemeinderat hat er Verantwortung übernommen und die Entwicklung des Dorfes aktiv mitgestaltet.

Weiterlesen

Auf der Bühne herrschte bei den Spielen eine lockere Atmosphäre.  Foto:WAMFO.de
15

Nürburgring. Ally-Pally-Atmosphäre am Nürburgring: Tausende Fans der fliegenden Pfeile haben die Ringarena am vergangenen Samstag erneut in einen Darts-Tempel verwandelt. In den Trikots ihrer Lieblingsspieler oder kreativ verkleidet als Zwerg oder Zielscheibe, erlebten rund 4.000 Besucher bereits im fünften Jahr spannende Partien zwischen den bekannten Größen des (Dart)Sports. Auf der Bühne der „Darts-Arena“ lieferten sich die Darts-Stars spannende Duelle.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
83

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
15

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
381

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Koblenz blüht
Anlagenmechaniker
Ostergruß
Rund ums Haus
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
PR-Anzeige
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Kita