Allgemeine Berichte | 06.11.2025, 12:47 Uhr

Bürgerforum weiht zweites Projekt „Mosaik verbindet“ ein

Neuer Baustein für die Mosaikstadt Sinzig

Aus Grau wird Bunt: Drei weitere Basaltquader in der Innenstadt wurden wurden jetzt in farbenfrohe Kunstwerke verwandelt. Das Foto zeigt Projektteilnehmende und Unterstützer bei der offiziellen Übergabe.  Foto: Achim Gottschalk
101

Sinzig. Die Mosaikstadt Sinzig wächst weiter. Unter dem Motto „Mosaik verbindet“ haben Kinder aus Sinzig und Bewohner der Lebenshilfe drei weitere graue Basaltquader eingangs der Renngasse in zauberhafte Kunstwerke aus bunten Mosaiksteinen verwandelt. Unterstützt wird dieses Projekt des Bürgerforums Sinzig wie bereits im vergangenen Jahr vom europäischen Leader-Programm, das zur Förderung und Weiterentwicklung ländlicher Räume aufgelegt wurde. Die Deutsche Steinzeug in Sinzig hat die Aktion erneut mit großzügigen Materialspenden bedacht.

Bei der offiziellen Übergabe erklärte Projektbetreuerin Barbara Henschke noch einmal die Entstehung der bunten Mosaikbilder, die von den Teilnehmenden zunächst in der Kreativwerkstatt „Kunterbude“ in der Mühlenbachstraße gemeinsam entwickelt wurden, bevor sie an Ort und Stelle geklebt und anschließend verfugt wurden. So entstand auf einem der Quader auch ein Schachbrett aus Mosaiksteinen, das fürs Spielen im Freien genutzt werden kann. Das Bürgerforum will im Frühjahr dafür sorgen, dass sich schachbegeisterte Sinziger in der Nähe gegen Pfand ein Schachspiel plus zwei Klappsitze ausleihen können, um diese Spielgelegenheit zu nutzen.

Äußerst angetan von den Ergebnissen dieses Projekts zeigte sich auch Bernd Mannheim, Werkleiter der Deutschen Steinzeug in Sinzig. Er stellte bereits in Aussicht, dass auch künftige Mosaik-Projekte auf seine Unterstützung zählen können. Und davon soll es möglichst noch einige geben. Bereits im kommenden Jahr ist ein weiteres Projekt geplant.

Und nicht nur das: Als weiteres Projekt des Bürgerforums auf dem Weg zur Mosaikstadt entsteht parallel eine Internetseite, auf der sich die gesammelten Informationen rund um die Geschichte der Sinziger Fliesenproduktion und das Projekt „Mosaik verbindet“ wiederfinden werden. Die Stadt und die Deutsche Steinzeug unterstützen finanziell den Aufbau dieser Website, die von Achim Gottschalk (allgrafics) entwickelt wurde. Unter www.mosaikstadt-sinzig.deist die Seite bereits im Internet zu sehen. Ein QR-Code an den neugestalteten Quadern führt ebenfalls direkt zur Website.

Deren Inhalte werden gerade Stück für Stück ergänzt. So soll dort die Ausstellung zur Geschichte der Fliesenproduktion vor Ort im HeimatMuseum ebenso vorgestellt werden wie das heutige Werk der Deutschen Steinzeug Solarceramics GmbH und seine lange Tradition. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, Fotos von historischen Steinzeugfliesen in den eigenen vier Wänden auf die Webseite hochzuladen. Wer weiß. Vielleicht wird irgendwann das „Mosaik des Monats“ gekürt.

Tatsächlich verbindet das Thema zahlreiche Sinziger Familien. Bereits seit mehr als 150 Jahren prägt die industrielle Produktion von Fliesen die Stadtgeschichte. In zahlreichen Sinziger Häusern sind noch kunstvolle Beispiele aus früherer Fliesenproduktion zu bestaunen. Viele Alteingesessene und Gastarbeiter verdienten über Generationen ihre Brötchen bei der „Plaatefabrik“, die 1870 als „Mosaikplatten- & Thonwaaren-Fabrik AG“ in Sinzig gegründet wurde, 1943 Teil der AGROB-Gruppe wurde und seit den 1990er-Jahren zur Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG gehörte. Seit 2024 gehört es zur Meta-Wolf AG und firmiert unter Deutsche Steinzeug Solarceramics GmbH, kurz DSSC. Doch die gesamte Geschichte vor Ort reicht noch viel weiter zurück - bis in die Zeit des römischen Sentiacum, wie die Siedlung Sinzig damals hieß.

Irgendwann, so die Hoffnung des Bürgerforums, wird die Geschichte der Fliesenproduktion an allen möglichen Ecken und Enden in der Sinziger Innenstadt zu sehen sein - vielleicht verbunden mit einem eigenen Prospekt oder einem Rundweg durch die Stadt. „Vielleicht kann man auch Wege finden, Privatleute finanziell zu unterstützen, wenn sie sich entschließen, unansehnliche Hausecken oder schmucklose Wände in der Innenstadt durch Mosaike und Fliesen aus heimischer Produktion zu verschönern und damit zur Mosaikstadt beizutragen“, warf Manfred Ruch von der AG Kultur des Bürgerforums einen Blick in die Zukunft. Spätestens dann dürfte sich Sinzig auch ganz offiziell „Mosaikstadt“ nennen.

Aus Grau wird Bunt: Drei weitere Basaltquader in der Innenstadt wurden wurden jetzt in farbenfrohe Kunstwerke verwandelt. Das Foto zeigt Projektteilnehmende und Unterstützer bei der offiziellen Übergabe. Foto: Achim Gottschalk

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Hans-Werner Adams (rechts) verabschiedete vor dem Plenum des Stadtrates Förster Stephan Braun in den Ruhestand.
0

Er war aus dem Sinziger Stadtwald nicht wegzudenken, Revierleiter Stephan Braun vom Forstamt Ahrweiler. Jetzt wurde der engagierte Förster nach 39 Dienstjahren im Stadtrat offiziell in den Ruhestand verabschiedet. In seiner Laudatio würdigte Hans-Werner Adams, der als erster Beigeordneter Bürgermeister Andreas Geron vertrat die Meriten des Forstmannes. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Der Kalender zeigt historische Motive aus Montabaur – darunter das erste Fußballteam des TuS Montabaur, die Heuernte im Gelbachtal und den Großen Markt im Jahr 1950.
1

Die Stadt Montabaur hat gemeinsam mit der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft (DUG) einen Kalender mit historischen Stadtansichten veröffentlicht, dessen Erlös einem Ferienprogramm für Kinder aus der ukrainischen Stadt Trostyanets zugutekommt. Der Kalender, der für neun Euro erhältlich ist, wird in der Tourist-Info, der Stadtbibliothek und im Stadtarchiv verkauft. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Wein und Gebärdensprache: Ein erfolgreiches inklusives Konzept.
0

Kürzlich fand im Weingut Matthias Müller in Spay eine besondere Weinprobe statt, die speziell für Menschen mit Hörbeeinträchtigung konzipiert war. Diese Veranstaltung markierte die dritte Weinprobe in Deutscher Gebärdensprache und zog 42 interessierte Gäste an, die von der einzigartigen Kombination aus Genuss, Begegnung und Inklusion begeistert waren. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Martinsmarkt in Adendorf
07-Marktbericht 2026
Goldener Werbeherbst
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Stellenanzeige Kaufmännische/r Mitarbeiter/in für Verwaltung, Sekretariat & Personal (m/w/d)
Titelanzeige
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
1881

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

50 ehrenamtlichen Ordnern
577

Koblenz. Angeführt von Alexandra Susenburger und ihrem Hengst Cartujano zogen erneut rund 2.000 Teilnehmende vom Münzplatz durch die Straßen und Gassen der Koblenzer Altstadt zum Deutschen Eck. Musikalisch unterstützt wurde der Zug durch die Musikvereine von Löf und Rhens und dem Posaunenchor des Evangelischen Gemeindeverbandes.

Von "Unsere Altstadt" aus Koblenz

Weiterlesen