Allgemeine Berichte | 31.03.2022, 16:37 Uhr

Bistum Trier - Josefstag:„Lebenszeichen – Jugend hat Perspektive“

Optimistisch und realistisch in die Zukunft

Die Wünsche der jungen Migrantinnen und Migranten schweben auf der Kirchplatz in Sinzig in die Luft.Foto: Bistum Trier/Julia Fröder
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Sinzig. Pilotin, Erzieher, ein Politikstudium und Kinderärztin lauten einige berufliche Wünsche der jungen Menschen, die am Jugend-Integrationskurs der TARGET GmbH in Sinzig in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst (JMD) des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr teilnehmen. Sie unterscheiden sich nicht von den Plänen, die deutsche Jugendliche haben. Doch ihr Weg geht zumeist über einige Hürden. Trotzdem blicken die 17 bis 27 Jahre alten Teilnehmerinnen und Teilnehmer optimistisch in die Zukunft. So trifft das Motto des diesjährigen Josefstags „Lebenszeichen – Jugend hat Perspektive“ auf sie zu. Die Zugewanderten aus Afghanistan, Griechenland, Kasachstan, Kosovo, Libanon, Mexiko, Pakistan und Syrien sowie Ungarn berichten im Sinziger Pfarrheim politischen und kirchlichen Vertretern sehr offen von ihren Ideen.

Ein großer Einschnitt stellt für die jungen Erwachsenen die Pandemie dar: Fast sechs Monate lang muss der Sprachkurs pausieren. „Es hat sich alles verschoben“, erzählt Rola Jafer, die 2016 aus dem Libanon nach Deutschland gekommen ist. Nicht nur die Unterbrechung hat ihr zu schaffen gemacht: Als der Unterricht endlich wieder startet, ist die Kinderbetreuung mitunter ein Problem. „Oft waren viele Erzieherinnen krank und ich musste selbst auf meine Kinder aufpassen“, was wiederum bedeutet hat, dass die alleinerziehende Mutter den Unterricht nicht besuchen konnte. Daher wünscht sie sich für die Zukunft eine verlässlichere Kinderbetreuung für ihre zwei Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren, denn sie hat ein klares Ziel vor Augen – ein Politikstudium.

Seit ebenfalls sechs Jahren lebt Alaa Hallak mit ihrer siebenjährigen Tochter in Deutschland. Die Syrerin hat auch schon genaue Vorstellungen: „Ich möchte gerne eine Ausbildung zur Kosmetikerin machen, als Model oder Übersetzerin arbeiten.“ Noch kein klares Ziel vor Augen, aber eine Tendenz für den weiteren Weg hat Atta Raza Ullah. Der 20-Jährige hat vor etwa eineinhalb Jahren seine Heimat Pakistan verlassen. „Mein Traum ist es, Armen und in Not Lebenden zu helfen.“

Voller Elan geht es weiter

Die 17 Frauen und Männer haben in ihrem Jugendsprachkurs etwa 900 Stunden Deutsch gepaukt und warten gerade auf die Ergebnisse ihrer B1-Prüfung. Das erworbene Zertifikat ist ein weiterer Schritt in ihre berufliche und gesellschaftliche Zukunft. Der Koblenzer Jugendpfarrer Dominic Lück kann die Aufregung und die vorausgehenden Anstrengungen nachempfinden: „Ich musste für mein Studium in Italien auch eine B1-Prüfung in Italienisch ablegen.“ Man müsse viel lernen, um in einer Fremdsprache diesen Meilenstein zu bewältigen.

Alaa, Atta, Rola und die anderen sind weiterhin voller Elan und viele möchten weitere Sprachkurse anschließen. Darüber freut sich auch ihre Dozentin Irina Schäfer, denn die letzten Monate seien nicht einfach gewesen. „Es waren alle sehr verzweifelt. Erst kam die coronabedingte Pause und dann die Flut, die auch Schülerinnen und Schüler von uns betroffen hat.“ Jetzt geht der Kurs viel länger als vorgesehen, dass durchkreuzt so manchen Ausbildungsstart und weitere berufliche Pläne. Umso schöner ist der Eindruck, den die jungen Menschen vermittelt haben: Sie blicken optimistisch, aber auch realistisch in die Zukunft und werden kompetent durch TARGET und den JMD unterstützt. Und trotzdem kann ein bisschen Beistand von „oben“ nicht schaden: Zum Abschluss des Vormittags wurden die beruflichen, aber auch ganz privaten Wünsche mit Luftballons in den Himmel über Sinzig geschickt.

Pressemitteilung

Bistum Trier/Julia Fröder

Die Wünsche der jungen Migrantinnen und Migranten schweben auf der Kirchplatz in Sinzig in die Luft. Foto: Bistum Trier/Julia Fröder

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