Allgemeine Berichte | 04.04.2023, 08:28 Uhr

Apotheke musste Standort in Kalenborn schließen

Ortsbürgermeisterin erhebt Vorwürfe

Die Containeranlage auf der Kalenborner Höhe.  Foto: privat
2420

Kalenborn. Annette Winnen, Ortsbürgermeistern von Kalenborn, ist sauer. Denn in den letzten Tagen ist bekannt geworden, dass die Burgapotheke, die auf der Kalenborner Höhe in Containerananlagen eine neue Bleibe gefunden hat, ihren Standort wieder verlassen muss. Für die Menschen vor Ort hat sich die temporäre Anlage allerdings als wichtige Anlaufstelle zur medizinischen und pharmazeutischen Versorgung etabliert.

Zum Hintergrund: Durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde die Burgapotheke in Altenahr völlig zerstört. Wenige Wochen nach dem Hochwasser konnte sie jedoch neue Räumlichkeiten in Kalenborn beziehen – zunächst in einem mobilen Raum des Deutschen Roten Kreuzes, danach in der besagten Containeranlage auf der Kalenborner Höhe. Kalenborn liegt nicht direkt an der Ahr oder einem Bach und wurde somit von der Katastrophe als einer der wenigen Orte in der Verbandsgemeinde Altenahr nicht in Mitleidenschaft gezogen. Finanziert wurde die Anlage durch Spendenmitteln von Hilfsorganisationen wie „action medeor“ und „Apotheker ohne Grenzen“. Als Ortsbürgermeisterin war Annette Winnen seinerzeit maßgeblich daran beteiligt, dass eine schnelle Lösung für die pharmazeutische Versorgung der Region gefunden werden konnte.

Wurden die Daumenschrauben angelegt?

„Dass die Burgapotheke von Inge Göttling, aber auch die Arztpraxis von Dr. Stefanie Nacke die Containeranlage nutzen konnten, war sehr wichtig dafür, dass die Menschen in der Region weiter durch ihre gewohnten Ansprechpartner medizinisch und pharmazeutisch versorgt wurden,“ sagt Winnen. Getan habe sich bei der sonstigen medizinischen Versorgung aber nichts, vor allem keine Verbesserung. Apotheke und Praxis hinterlassen somit ein Loch in der Versorgungslage.

Trotzdem musste die Burgapotheke ihren inzwischen bei der Bevölkerung etablierten Standort in Kalenborn räumen. „Nach den mir vorliegenden Informationen erfolgt dieser Rückzug nicht freiwillig, sondern wurde durch die Aufsichtsbehörden erzwungen“, erhebt Annette Winnen nun Vorwürfe. Die Behörden hätten die Eröffnung einer Apotheke in Ahrbrück zum Anlass genommen, der Burgapotheke in Kalenborn „die Daumenschrauben anzulegen“, wie die Kalenborner Ortschefin vermutet. „Da wurde Druck ausgeübt, den Standort zu schließen“, sagt Winnen. Aus welchen Gründen diese Schließung angeordnet wurde, sei der Ortsbürgermeisterin schleierhaft. „Sollte es daran liegen, dass sie Behörden meinen, im Ahrtal hätte sich die medizinische und pharmazeutische Versorgungslage entspannt, so kann ich nur sagen: Dies ist eine krasse Fehleinschätzung“, so Winnen.

Ein Aspekt ärgert die Ortsbürgermeisterin besonders: „Die Burgapotheke wäre ihrer Aufgabe für die pharmazeutische Versorgung der Menschen am Standort Kalenborn gerne nachgekommen. Die Behörden kommen ihrer Verantwortung offenbar nicht nach, sondern hindern sogar andere daran, sich für die Menschen hier einzusetzen“, sagt sie und fügt hinzu: „Für mich ist das ein untragbarer Zustand.“ ROB

Weitere Themen

Die Containeranlage auf der Kalenborner Höhe. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Image
 Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 / Anzeige Heizung Fokus Q3
Stellenanzeige Zimmermädchen
Empfohlene Artikel
Ein Ring aus Texas-Eichen aus einer Baumschule am Niederrhein, die im Herbst eine kräftig rote Laubfärbung bekommen, wächst künftig auf dem Wallersheimer Kreisel.
0

Koblenz setzt auf die Zukunft und investiert in die Neupflanzung von 261 Bäumen bis zum Frühjahr 2027. Der Eigenbetrieb für Grünflächen- und Bestattungswesen plant, das Stadtgrün an verschiedenen Orten zu bereichern und aufzuwerten. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

V.li. Fidan Dervishaj, Bürgermeisterin Alexandra Marzi, Wehrleiter Thomas Huberty, Ismajl.
0

Der Albi Market und die Gesundheitswelt Siershahn richteten eine Grillfeier aus, um den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wirges, der Feuerwehr Ransbach-Baumbach, der Feuerwehr Selters sowie den DRK Ortsvereinen Siershahn und Wirges für ihren engagierten Einsatz bei einem Großbrand in Siershahn ihren Dank auszusprechen. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
8006

Astrologische Vorschau für die KW 44: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 26. Oktober bis 1. November – Zwischen Neuanfang, Gefühlschaos und Erfolgsmomenten

Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher und mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 25. Oktober, beginnt die dunklere Jahreszeit endgültig. Die zusätzliche Stunde Schlaf klingt verlockend, doch der veränderte Tagesrhythmus kann auch die Stimmung beeinflussen. In der Kalenderwoche 44 stehen die Zeichen auf Veränderung: Während in der Liebe längst überfällige Gespräche für Klarheit sorgen können, verlangen berufliche Herausforderungen nach Geduld und klugen Entscheidungen.

Weiterlesen