Allgemeine Berichte | 27.10.2021

Celine (15) aus dem Ahrtal lernt bei Landmaschinenfirma in Rheinhessen

Praktika durch Partnerschaft

Praktikumsbesuch mit Firmeninhaber Marcel Freund, Celine Klein, Elke Schott und Anja Obermann (von links nach rechts).Foto: Ministerium für Bildung

Kreis Ahrweiler. Die Flut im Ahrtal hat nicht nur Existenzen zerstört, sondern für viele junge Menschen auch den geplanten Einstieg ins Berufsleben platzen lassen. An Praktika, die ein zentraler Baustein in der beruflichen Orientierung junger Menschen sind, ist in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten momentan kaum zu denken. Deshalb arbeiten in dieser Situation Schulen, Bildungsministerium und die Kammern Hand in Hand, um zumindest einem Teil der Schülerinnen und Schüler doch noch ein Praktikum zu ermöglichen.

Zum Beispiel den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 der Erich-Kästner-Realschule plus in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Von rund 50 Schülerinnen und Schülern hatten nur noch fünf einen Praktikumsplatz, als sie aus den Sommerferien zurückkehrten. Dies war für das Ministerium für Bildung der Anlass, ein Pilotprojekt zu starten, um jungen Menschen von der Ahr in anderen Regionen von Rheinland-Pfalz Praktika für die berufliche Orientierung zu ermöglichen. Dank der Unterstützung des Senders ZDF und der Handwerkskammer Rheinhessen konnten sechs junge Menschen nach den Herbstferien für zwei Wochen ihre Koffer packen. Sie sind bei Gastfamilien aus der Elternschaft der IGS Mainz-Bretzenheim und der IGS Ingelheim eingezogen und absolvieren ihre Praktika in Mainz und Rheinhessen. Die üblichen Besuche der Lehrkräfte finden bei diesem Projekt über Videokonferenzen statt.

„Die Flut im Ahrtal ist nach der Corona-Pandemie die zweite große Herausforderung, die wir in der beruflichen Orientierung zu meistern haben“, sagte Bildungsstaatssekretärin Bettina Brück. „Deshalb bin ich unseren Partnern bei der Handwerkskammer, beim ZDF und aus der Schulgemeinschaft sehr dankbar für Ihre Unterstützung. Ohne ihre Hilfe würden sechs Menschen auf ihr Praktikum verzichten müssen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es elementar wichtig, dass wir die berufliche Orientierung verstärken und auch in Krisenzeiten in bewährter Manier aufrechterhalten. Bei diesem Partnerschaftsprojekt zwischen dem Ahrtal und Rheinhessen gelingt dies auf vorbildliche Weise.“

Im Rahmen ihres Praktikums erlebte Celine Klein einen Praktikumsbesuch der besonderen Art. Zusammen mit Elke Schott, Abteilungsleiterin im Bildungsministerium, machte sich Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen, in Partenheim bei der Firma Freund Landmaschinen GmbH & Co. KG ein Bild von Celines Praktikum. Die 15 Jahre alte Schülerin interessiert sich für große Landmaschinen, arbeitet gerne mit Werkzeug und hat Spaß am Schrauben. Beste Voraussetzungen also für den Beruf der Landmaschinenmechanikerin. Auch wenn dieses Praktikum nicht vor Ort in eine Ausbildung münden wird, bietet es eine tolle Möglichkeit diesen Beruf aus der Nähe kennen zu lernen.

„Sich für den Handwerker-Nachwuchs einzusetzen und der Flutregion Ahrtal zu helfen, ist für viele Handwerksbetriebe eine Selbstverständlichkeit“, betonte Hauptgeschäftsführerin Anja Obermann. „Daher ging es sehr schnell mit der Suche nach Betrieben, die einen Praktikumsplatz anbieten. Dies zeigt, wie sehr das Motto der Werbekampagne des Handwerks ,Einfach machen‘ vor Ort auch gelebt wird.“

Das Projekt Praktika durch Partnerschaft ist dank der Unterstützung der Unternehmen in Mainz und Rheinhessen erfolgreich gestartet und die jungen Menschen haben mit dem Aufenthalt in Mainz und Ingelheim für ihre berufliche Orientierung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Durch die Gastfreundschaft der Familien konnten die Schülerinnen und Schüler eine neue Region und neue Freunde kennen lernen.

Pressemitteilung

Ministerium für Bildung

Praktikumsbesuch mit Firmeninhaber Marcel Freund, Celine Klein, Elke Schott und Anja Obermann (von links nach rechts).Foto: Ministerium für Bildung

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