Allgemeine Berichte | 18.05.2019

24. Lahnsteiner Gespräche des Bezirks-Sportfischerverbands (BSV) Koblenz

Reptilien und Amphibien der Region wurden vorgestellt

Lahnstein. Anlässlich der 24. Lahnsteiner Gespräche hatte der Initiator und Moderator des Formats „Lahnsteiner Gespräche“, Klemens Breitenbach, auch in diesem Jahr wieder in den Mehrzweckraum der TVN-Halle in Lahnstein geladen. Seit 1995 lädt Klemens Breitenbach zurzeit als Vizepräsident des Bezirks-Sportfischerverbandes (BSV) Koblenz und als Vorsitzender des Angler-Clubs Niederlahnstein (ACN) ein und bietet damit seit 24 Jahren Gelegenheit, Fragen der Fischerei sowie des Natur- und Umweltschutzes mit politischen Mandatsträgern aller Ebenen, Vertretern der örtlichen und überörtlichen Verwaltungen, Vertretern der Lahnsteiner Fischereivereine und überörtlicher Fischereiverbände in offener Runde zu diskutieren und erneut waren viele der Einladung gefolgt. Als Referent konnte in diesem der anerkannte Amphibien- und Reptilienexperte Dr. Achim-Rüdiger Börner gewonnen werden. Dr. Börner, dessen Söhne behaupten, „er kenne im Rhein-Lahn-Kreis jede Eidechse mit Vornamen“, referierte über die „Amphibien und Reptilien an der unteren Lahn“, indem er zunächst unter Bezug auf die Veröffentlichung des Naturparks Nassau die Artenliste Deutschlands mit Bezug auf die Vorkommen unmittelbar an der Lahn und ihren Hängen, zum Teil mit konkreten, zum Teil äußerst begrenzten Fundorten und ihren Biotopanforderungen, vorstellte. Die Mehrzahl der Arten aus dem Lahntal präsentierte er in einem Dokumentarfilm von TAN-NAT über das Naturschutzgebiet Schmidtenhöhe und seine Zauneidechsenpopulation, die übrigen Tiere des Raumes, insbesondere die Reptilien, anhand einer Vielzahl von Fotos, anhand derer er insbesondere die Variationsbreite der Arten darstellte. Vor allem das Unterscheiden der Jungtiere ist oft schwierig, sodass es regelmäßig zu Verwechselungen und Fehlmeldungen kommt. Herr Börner schilderte die Biotoppräferenzen der Arten und hob die besondere Schutzpflicht für mediterrane Arten, die Rheinland-Pfalz erreicht haben, hervor. Er erläuterte anhand von Beispielen aus der Region die Bedrohungssituation - durch Zerstörung von Lebensräumen, zudem bei Amphibien insbesondere durch Düngung und Pilzbefall, bei Reptilien insbesondere durch Insektizide und Hauskatzen - und die erforderlichen Biotop-Schutzmaßnahmen, zum Beispiel eine rücksichtsvolle Land- und Forstwirtschaft, aber auch durch Begleitmaßnahmen von Anglern, sowie die Fördermaßnahmen, zum Beispiel den Insektenschutz und die Anlage von Teichen, Trockenmauern und Totholzhaufen. Er betonte, dass es immer darauf ankomme, Biotope als Lebensgemeinschaften zu erhalten und zu fördern; Biotop-Fördermaßnahmen, auch kleinerer Art, sind möglich und im Freiland und in Gärten dringend angebracht, um die Biodiversität zu bewahren. Der lebhafte Vortrag ließ erkennen, welche Faszination von diesen oft wenig beachteten Tieren ausgeht, und führte zu einem regen Austausch über eigene Beobachtungen als auch einer lebhaften Diskussion über mögliche Maßnahmen. Alle Teilnehmer der Runde waren sich nach dem höchst interessanten Einführungsreferat und dem sich anschließenden regen und interessanten Informationsaustausch einig, dass die Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität weiterhin eine große Herausforderung für alle Bereiche bleibt. Pressemitteilung Bezirks-Sportfischerverbands (BSV) Koblenz

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