Allgemeine Berichte | 09.01.2026, 09:24 Uhr

Lebensqualität im Fokus trotz Umstrukturierung

Schließung der Palliativstation in Remagen: Wie läuft die Betreuung im Krankenhaus Linz weiter?

Das Krankenhaus in Remagen musste Ende November 2025 schließen.Foto: ROB
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Linz. Nach der Schließung des Schwesterkrankenhauses Maria Stern in Remagen und der dortigen Palliativstation besteht bei vielen Menschen in der Unsicherheit, wie die palliative Versorgung künftig aussieht. Durch den Wechsel von Dr. Judit Czikajlo-Hirte von Remagen nach Linz wird das dortige Palliativmedizinische Angebot verstärkt.

Dr. Susanne Molitor, Ärztliche Direktorin des Franziskus Krankenhauses Linz und Fachärztin für Pneumologie, Innere Medizin sowie Palliativmedizin, erläutert im folgenden Interview, wie palliative Betreuung im Haus organisiert ist und welche Änderungen sich durch die Umstrukturierung ergeben haben.

Frage: Was bedeutet palliative Versorgung bei Ihnen im Haus?

Dr. Molitor: „Palliative Versorgung heißt, Menschen mit schweren, nicht heilbaren Erkrankungen so zu begleiten, dass ihre Lebensqualität verbessert wird. Dies können neben medikamentösen medizinischen Therapieoptionen auch andere unterstützende Angebote sein, die die Beschwerdelast bei vor allem Schmerzen, Atemnot und Ängsten nehmen.“

Frage: Viele Menschen verbinden Palliativmedizin mit einer eigenen Station. Wie ist das bei Ihnen?

Dr. Molitor: „Eine eigene Palliativstation gibt es nicht. Die palliative Versorgung ist jedoch in allen relevanten Stationen verankert. Patientinnen und Patienten erhalten die nötige Betreuung dort, wo sie liegen. Bei Patienten mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung, wie einer schweren Herzinsuffizienz oder schwergradigen Atemwegserkrankung um Beispiele zu nennen, nehmen wir palliativmedizinsche Aspekte auch im Rahmen der normalstationären Behandlung in die Betreuung auf. “

Frage: Wie stellt sich diese Hilfe konkret dar, wer ist im Team beteiligt, welche Unterstützung erfolgt?

Dr. Molitor: „Ein multiprofessionelles Team kümmert sich um die Patientinnen und Patienten: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeutinnen, Atmungstherapeuten, Seelsorge und Sozialdienst. Unterstützende Angebote gehen somit an den Patienten zum Beispiel zum Erlernen von Atemtechniken und Bewegungsübungen, Schmerz und Symptomtherapie, Gespräche über Sorgen und Wünsche sowie Hilfe bei organisatorischen Fragen.“

Frage: Wie gehen Sie mit Medikamenten wie Opioiden um, hier gibt es ja bei vielen Patienten Sorgen um Nebenwirkungen?

Dr. Molitor: „Die meisten Patienten kennen Opioide als starke Schmerzmittel. Opioide in niedrigeren Dosierungen sind aber ein bewährtes und gut untersuchtes Medikament auch zur Minderung von Atemnot. Wenn wir diese Medikation beginnen, dann findet dies im stationären Setting unter gut kontrollierten Bedingungen statt und kann dann bei Verträglichkeit ambulant fortgesetzt werden.“

Frage: Was ist wichtig für Angehörige zu wissen?

Dr. Molitor: „Sprechen Sie offen mit dem Behandlungsteam über Wünsche und Sorgen. Angehörige werden in die Gespräche einbezogen, erhalten verständliche Informationen zu Behandlungsoptionen und Unterstützung bei organisatorischen Fragen.“

Im Franziskus Krankenhaus Linz werden bei Patienten mit schwerwiegenden chronischen lebensbegrenzenden Erkrankungen und Patienten mit Tumorerkrankungen palliativmedizinische Behandlungsoptionen in den Klinikalltag integriert. Ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Physio und Atmungstherapeuten sowie Seelsorge und Sozialdienst sorgt für medizinische, körperliche und seelische Unterstützung. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie spezialisierten ambulanten Palliativdiensten verstärkt, um eine nahtlose Versorgung im Krankenhaus und zu Hause zu ermöglichen.

Pressemitteilung Verbundkrankenhaus Linz-Remagen

Das Palliativmedizinische Angebot im Franziskus Krankenhaus Linz wird verstärkt.Foto: SvM

Das Palliativmedizinische Angebot im Franziskus Krankenhaus Linz wird verstärkt. Foto: SvM

Chefärztin der Inneren Medizin mit der Zusatzqualifikation Palliativmedizin Frau Dr. med. Susanne Molitor.Foto: Kerstin Güntzel, Franziskus Krankenhaus Linz

Chefärztin der Inneren Medizin mit der Zusatzqualifikation Palliativmedizin Frau Dr. med. Susanne Molitor. Foto: Kerstin Güntzel, Franziskus Krankenhaus Linz

Das Krankenhaus in Remagen musste Ende November 2025 schließen. Foto: ROB

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