Allgemeine Berichte | 09.01.2026

Lebensqualität im Fokus trotz Umstrukturierung

Schließung der Palliativstation in Remagen: Wie läuft die Betreuung im Krankenhaus Linz weiter?

Das Krankenhaus in Remagen musste Ende November 2025 schließen.Foto: ROB

Linz. Nach der Schließung des Schwesterkrankenhauses Maria Stern in Remagen und der dortigen Palliativstation besteht bei vielen Menschen in der Unsicherheit, wie die palliative Versorgung künftig aussieht. Durch den Wechsel von Dr. Judit Czikajlo-Hirte von Remagen nach Linz wird das dortige Palliativmedizinische Angebot verstärkt.

Dr. Susanne Molitor, Ärztliche Direktorin des Franziskus Krankenhauses Linz und Fachärztin für Pneumologie, Innere Medizin sowie Palliativmedizin, erläutert im folgenden Interview, wie palliative Betreuung im Haus organisiert ist und welche Änderungen sich durch die Umstrukturierung ergeben haben.

Frage: Was bedeutet palliative Versorgung bei Ihnen im Haus?

Dr. Molitor: „Palliative Versorgung heißt, Menschen mit schweren, nicht heilbaren Erkrankungen so zu begleiten, dass ihre Lebensqualität verbessert wird. Dies können neben medikamentösen medizinischen Therapieoptionen auch andere unterstützende Angebote sein, die die Beschwerdelast bei vor allem Schmerzen, Atemnot und Ängsten nehmen.“

Frage: Viele Menschen verbinden Palliativmedizin mit einer eigenen Station. Wie ist das bei Ihnen?

Dr. Molitor: „Eine eigene Palliativstation gibt es nicht. Die palliative Versorgung ist jedoch in allen relevanten Stationen verankert. Patientinnen und Patienten erhalten die nötige Betreuung dort, wo sie liegen. Bei Patienten mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung, wie einer schweren Herzinsuffizienz oder schwergradigen Atemwegserkrankung um Beispiele zu nennen, nehmen wir palliativmedizinsche Aspekte auch im Rahmen der normalstationären Behandlung in die Betreuung auf. “

Frage: Wie stellt sich diese Hilfe konkret dar, wer ist im Team beteiligt, welche Unterstützung erfolgt?

Dr. Molitor: „Ein multiprofessionelles Team kümmert sich um die Patientinnen und Patienten: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeutinnen, Atmungstherapeuten, Seelsorge und Sozialdienst. Unterstützende Angebote gehen somit an den Patienten zum Beispiel zum Erlernen von Atemtechniken und Bewegungsübungen, Schmerz und Symptomtherapie, Gespräche über Sorgen und Wünsche sowie Hilfe bei organisatorischen Fragen.“

Frage: Wie gehen Sie mit Medikamenten wie Opioiden um, hier gibt es ja bei vielen Patienten Sorgen um Nebenwirkungen?

Dr. Molitor: „Die meisten Patienten kennen Opioide als starke Schmerzmittel. Opioide in niedrigeren Dosierungen sind aber ein bewährtes und gut untersuchtes Medikament auch zur Minderung von Atemnot. Wenn wir diese Medikation beginnen, dann findet dies im stationären Setting unter gut kontrollierten Bedingungen statt und kann dann bei Verträglichkeit ambulant fortgesetzt werden.“

Frage: Was ist wichtig für Angehörige zu wissen?

Dr. Molitor: „Sprechen Sie offen mit dem Behandlungsteam über Wünsche und Sorgen. Angehörige werden in die Gespräche einbezogen, erhalten verständliche Informationen zu Behandlungsoptionen und Unterstützung bei organisatorischen Fragen.“

Im Franziskus Krankenhaus Linz werden bei Patienten mit schwerwiegenden chronischen lebensbegrenzenden Erkrankungen und Patienten mit Tumorerkrankungen palliativmedizinische Behandlungsoptionen in den Klinikalltag integriert. Ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Physio und Atmungstherapeuten sowie Seelsorge und Sozialdienst sorgt für medizinische, körperliche und seelische Unterstützung. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie spezialisierten ambulanten Palliativdiensten verstärkt, um eine nahtlose Versorgung im Krankenhaus und zu Hause zu ermöglichen.

Pressemitteilung Verbundkrankenhaus Linz-Remagen

Das Palliativmedizinische Angebot im Franziskus Krankenhaus Linz wird verstärkt.Foto: SvM

Das Palliativmedizinische Angebot im Franziskus Krankenhaus Linz wird verstärkt. Foto: SvM

Chefärztin der Inneren Medizin mit der Zusatzqualifikation Palliativmedizin Frau Dr. med. Susanne Molitor.Foto: Kerstin Güntzel, Franziskus Krankenhaus Linz

Chefärztin der Inneren Medizin mit der Zusatzqualifikation Palliativmedizin Frau Dr. med. Susanne Molitor. Foto: Kerstin Güntzel, Franziskus Krankenhaus Linz

Das Krankenhaus in Remagen musste Ende November 2025 schließen. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
Kirmes Polch
Werksverkauf Anhausen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Empfohlene Artikel
Maria Ginzler. Foto: privat
705

Region. Nach kurzer Krankheit starb Maria Ginzler im Alter von 97 Jahren am Samstag, 11. April im Krankenhaus Mayen. Durch ihren ehrenamtlichen Einsatz hat sich die gebürtige Heimersheimerin im Kreisgebiet und darüber hinaus verdient gemacht.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Ahrweiler.  Foto: ROB
1531

Kreis Ahrweiler. Fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 steht der Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler weiterhin unter erheblichem politischen Druck. Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP im Kreistag kritisierten im Oktober 2025, dass ein vollständiges Katastrophenschutzkonzept sowie verbindliche Alarm- und Einsatzpläne noch immer nicht vorliegen. Und dies trotz entsprechender Beschlüsse, zusätzlicher personeller Ressourcen und externer Gutachten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Helfermannschaft mit dem neuen Spielhaus auf dem Hof der KiTa Immendorf. Foto: SCH
63

Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf

Freizeit ist Helferzeit

Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
47

Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Das Feuer in einer Kleingartenanlage konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter
22

Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort

17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand

Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag
Kleinanzeigen
Kirmes Polch 2026
Kirmes in Polch
Rund ums Haus Daueranzeige
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Rund ums Haus
Kirmes Polch
Anzeige Uhren Vintage
Kirmes in Löhndorf
Anzeige Reinigungskraft
Kirmes Löhndorf
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Kirmes Polch
Kooperationsgeschäft