Allgemeine Berichte | 13.07.2020

Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz: Fallmanagerin Christina Braun im Porträt

Sie hilft Menschen ohne Job und in prekären Lebenssituationen

Ziele und Bedürfnisse der Kunden liegen ihr am Herzen

Christina Braun, Fallmanagerin beim Jobcenter Mayen-Koblenz.Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Kreis Mayen-Koblenz. Für Menschen da zu sein, sich ihrer Bedürfnisse, Probleme und Schicksale anzunehmen und individuelle Lösungen dafür zu finden – zu helfen –, das ist nicht nur Christina Brauns Beruf, es ist ihre Berufung. Als eine von insgesamt zehn Fallmanagern beim Jobcenter Mayen-Koblenz ist sie persönliche Ansprechpartnerin für Menschen, deren persönliche, familiäre oder gesundheitliche Situation so belastend ist, dass eine Arbeitsaufnahme vorerst nicht erfolgen kann oder nur von kurzer Dauer ist.

In Beratungsgesprächen erfasst die 41-Jährige methodisch die individuellen Stärken und Problemlagen ihrer Kunden und plant gemeinsam mit ihnen Unterstützungsangebote und Dienstleistungen. Ziel ist es, den Menschen eine dauerhafte Integration auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. „Im Mittelpunkt stehen immer die Ziele und Bedürfnisse der Kunden. Es bringt viel mehr nachzufragen, in welche Richtung jemand gehen will, als es ihm vorzuschreiben“, sagt Christina Braun.

Welche Richtung die gebürtige Mayen-Koblenzerin einschlagen würde – nämlich, dass sie sich in den Dienst ihrer Mitmenschen stellt – war für Christina Braun bereits in der Jugend klar. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester im St. Nikolaus Stift in Andernach und startete danach, parallel zur Arbeit in der Krankenpflege, ein Sozialpädagogik-Studium in Koblenz. „Die Jahre als Krankenschwester haben mich sehr geprägt. Ich habe diese Zeit nie bereut und möchte sie nie missen, aber die Arbeitsbedingungen gefielen mir nicht und ich wollte studieren“, sagt Braun, die nach dem Studium eigentlich in der Behindertenhilfe oder Hospizarbeit tätig werden wollte. Aber einmal mehr kam es anders und so heuerte sie 2006 als „Arbeitsvermittlerin“ bei der Bundesagentur für Arbeit in Mayen an – ließ dafür sogar ein attraktives Jobangebot als Dozentin bei der Bundeswehr in Berlin sausen. „Die Verbundenheit zur Heimat hat letztlich überwogen“, sagt sie mit einem Lächeln.

2012 zog es Christina Braun dann der Liebe wegen nach Hessen. Beruflich wechselte sie ins Jobcenter Mitte in Frankfurt und nahm dort am Pilotprojekt „Fallmanagement“ teil. „Ich habe mit Drogenabhängigen, Obdachlosen und psychisch Kranken gearbeitet – diese Zeit war nicht immer einfach, aber sie hat mich sehr beeindruckt“, betont die 41-Jährige, aus deren Sicht es wichtig ist, eine gleichberechtigte Beziehung zu den Menschen aufzubauen. „Ein regelmäßiger Kontakt zu den Kunden oder deren gesetzlichen Betreuern ist das A und O – die Corona-Pandemie hat das in letzter Zeit leider nicht einfacher gemacht.“ Aktuell laufen die meisten Gespräche notgedrungen noch telefonisch ab. „Natürlich ist es schöner, wenn man in ein Gesicht blicken kann. Aber das wird wieder“, sagt Braun, die es sechs Jahre und zwei Kinder später mit ihrem Mann aus Hessen zurück in die Heimat und letztlich auch zum Jobcenter Mayen-Koblenz gezogen hat.

Auch wenn es nicht immer leicht fällt, die Arbeit auf der Arbeit zu lassen, gelingt es Christina Braun, sich durch die persönlichen Schicksale ihrer Kunden nicht selbst zu belasten. „Ich schaffe es gut, mich davon abzugrenzen. Ich reflektiere gern auf einer Metaebene, denn man muss auch Grenzen setzen und darf nicht alles zu seiner persönlichen Lebensaufgabe werden lassen“, betont die Fallmanagerin, die im Jobcenter auch das Amt der Gleichstellungsbeauftragten innehat. Dennoch ist für Christina Braun eines klar: „Ich würde diesen Job immer wieder machen. Fallmanagement für die Menschen aus meiner Heimat ist genau das, was ich schon immer machen wollte“, sagt sie und fügt im nächsten Atemzug hinzu: „Hier fühle ich mich wohl, hier gehöre ich hin – zum Leben und zum Arbeiten!“

Pressemitteilung

Kreisverwaltung MYK

Christina Braun, Fallmanagerin beim Jobcenter Mayen-Koblenz. Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Werbeplan 2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Aushilfskraft (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Foto: Stadt Rheinbach
16

Rheinbach. Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Der 17 Meter lange und 26 Tonnen schwere Promotion-Truck tourt jährlich durch rund 60 Städte in ganz Deutschland. Ziel ist es, die Arbeit des Parlaments anschaulich zu vermitteln. Im Laufe von zwei Wahlperioden sollen so alle 299 Wahlkreise besucht werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
60

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
14

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Dienstleistungen
Doppelseite PR/Anzeigen
Anlagenmechaniker
Ostergrußanzeige
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Koblenzer Kneipengeschichten
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Staplerfahrer (m/w/d)
Blütenfest
Sonderseite Geschäftsführungswechsel