Die CDU-Politikerin setzte in Deutschland Maßstäbe und hatte auch eine Verbindung in den Kreis Ahrweiler
Trauer um Rita Süssmuth: ein Nachruf aus der Region
Region. Deutschland trauert um Rita Süssmuth. Die Politikerin hatte auch eine Verbindung zu dem Kreis Ahrweiler. 1996 besuchte Süssmuth das alte Verlags- und Druckereigebäude des Krupp Verlages in Sinzig. Ein besonderer Besuch mit vielen guten Gesprächen, der der gesamten Familie Krupp noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Rückblick auf ein bewegendes Leben
Rita Süssmuth wurde am 17. Februar 1937 in Wuppertal geboren. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Geschichte und Pädagogik in Münster, Paris und Tübingen. In den frühen 1960er-Jahren absolvierte sie ein Postgraduiertenstudium der Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie und wurde promoviert.
Anschließend war sie in der Wissenschaft tätig, zunächst als Dozentin, später als Professorin für Erziehungswissenschaft in Bochum und Dortmund. 1982 übernahm sie die Leitung des Forschungszentrums „Frau und Gesellschaft“ in Hannover. Bereits 1981 trat sie der CDU bei.
Ihr politisches Engagement begann mit der Mitarbeit im Bundesfachausschuss Familienpolitik der CDU, dessen Vorsitz sie 1983 übernahm. 1985 wurde sie auf Vorschlag von Bundeskanzler Helmut Kohl zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit berufen. Während ihrer Amtszeit wurde das Ministerium erstmals auch ausdrücklich für Frauenpolitik zuständig. Zu ihren Initiativen zählen unter anderem die Einführung des Erziehungsurlaubs, die rentenrechtliche Berücksichtigung von Kindererziehung sowie die Einführung eines Frauenquorums in der CDU. In der Gesundheitspolitik setzte sie im Umgang mit HIV und AIDS auf Aufklärung; 1987 wurde auf ihre Initiative die Nationale AIDS-Stiftung gegründet.
Von 1986 bis 2001 war Rita Süssmuth Vorsitzende der Frauen Union der CDU Deutschlands. 1988 übernahm sie das Amt der Präsidentin des Deutschen Bundestages. Sie war die zweite Frau in diesem Amt und nach der deutschen Wiedervereinigung die erste Präsidentin des gesamtdeutschen Parlaments. Das Amt übte sie bis 1998 aus. In dieser Zeit brachte sie sich auch in gesellschaftspolitische Debatten ein, unter anderem zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs.
Neben ihrer parlamentarischen Tätigkeit war Rita Süssmuth viele Jahre direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Göttingen. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahr 2002 blieb sie politisch und gesellschaftlich engagiert. Unter anderem war sie Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes und veröffentlichte weiterhin Beiträge zu gesellschaftlichen Themen, zuletzt 2020 mit dem Buch „Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen“.
Rita Süssmuth ist am 1. Februar 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben.
Trauerseite eingerichtet
BLICK aktuell hat in Erinnerung an die kompetente Politikerin und eine besondere Frau eine Gedenkseite im Trauerportal eingerichtet. Hier gelangen Sie auf die Kondolenzseite.
ROB
