Allgemeine Berichte | 10.03.2023

Kommunale Familie fühlt sich alleine gelassen und fordert mehr Hilfe von Bund und Land - Errichtung kleiner regionaler Gemeinschaftsunterkünfte in MYK geplant

Unterbringungssituation von Geflüchteten in Mayen-Koblenz ist am Limit

Im engen Schulterschluss mit der Kreisspitze appellieren die hauptamtliche Bürgermeisterin sowie die hauptamtlichen Bürgermeister deshalb dringend an das Land und den Bund, den Kommunen mehr Hilfe zukommen zu lassen. Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Kreis MYK. Die Unterbringungssituation von Flüchtlingen im Landkreis Mayen-Koblenz ist am Limit. Der Landkreis und die angehörenden Kommunen stoßen an die Grenzen ihrer Kapazitäten bei der Beschaffung von dezentralem Wohnraum für geflüchtete Menschen: Nachdem MYK neben bislang gut 2500 Ukrainern und in 2022 knapp 500 Menschen aus aller Welt aufgenommen hat, ist davon auszugehen, dass dem Landkreis im ersten Halbjahr 2023 bis zu 600 weitere geflüchtete Menschen zugewiesen werden. Im engen Schulterschluss mit der Kreisspitze appellieren die hauptamtliche Bürgermeisterin sowie die hauptamtlichen Bürgermeister deshalb dringend an das Land und den Bund, den Kommunen mehr Hilfe zukommen zu lassen. „Wer Zuflucht sucht, bekommt sie. Die kommunale Familie im Landkreis Mayen-Koblenz nimmt ihre Verantwortung sehr ernst und auch wahr. Bund und Land aber tun dies nicht oder machen zu wenig“, betonen die kommunalen Vertreter unisono und sind zu einem konstruktiven Austausch sowie zur gemeinsamen Findung von Lösungen bereit. Konkret fordern sie, dass gesetzliche Hürden abgebaut und die Möglichkeiten von Rückführungen besser ausgeschöpft werden.

Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versucht die kommunale Familie die Aufnahme von Flüchtlingen in MYK zu bewältigen. Es fehle aber nicht nur zunehmend an geeignetem bezahlbarem Wohnraum, sondern auch an finanziellen Mitteln und Personal für die Integration vor Ort. Deutschland leiste einen Löwenanteil an Aufnahme von Flüchtlingen in Europa. Bislang konnte diese Situation in großen Teilen nur durch die Unterstützung in der Gesellschaft gestemmt werden. „Wir sind froh, dass es eine so große Akzeptanz und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gibt. Ohne das ehrenamtliche Engagement von Privatpersonen und Initiativen wäre die Lage kaum zu bewältigen. Dankbar sind wir auch jedem Mayen-Koblenzer, der bezahlbaren Wohnraum für Geflüchtete anbietet und auch künftig zur Verfügung stellen kann“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong. Trotz fehlender Hilfen von Bund und Land werden aber weder der Landkreis noch die kreisangehörigen Kommunen die Hände in den Schoß legen. Um den absehbar steigenden Zahlen an Zuweisungen geflüchteter Menschen und dem gleichzeitigen Mangel an geeignetem dezentralem Wohnraum entgegenzuwirken, planen die Städte und Verbandsgemeinden mithilfe des Landkreises und je nach Möglichkeit die Errichtung von regionalen Lösungen. Das Bestreben der kommunalen Familie ist es, feste Gebäude, wie zum Beispiel Hotels und Pensionen, aber auch Pfarrhäuser oder Büro- und Gewerbeimmobilien, zu einer Flüchtlingsunterkunft umzufunktionieren. In der engeren Überlegung steht aber auch die Errichtung von Wohnmöglichkeiten (z.B. Tiny-House oder Container-Lösungen) auf dafür geeigneten Flächen. Dabei haben Bürgermeisterin sowie die Bürgermeister und Kreisspitze von Anfang an im Blick, dass die jeweiligen Einrichtungen eine überschaubare Größenordnung einnehmen und stets angepasst an die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort sein werden.

„Die dezentrale Unterbringung von Geflüchteten in geeignetem, klassischem Wohnraum im Landkreis Mayen-Koblenz wird auch weiterhin unser oberstes Ziel bleiben. Diesbezügliche Bemühungen dürfen und werden auch künftig nicht unterbleiben. Doch ohne die alternativen regionalen Unterbringungsmöglichkeiten, die einen Übergang zum dezentralen Wohnen bilden, wird es absehbar nicht mehr gehen“, sagt der Kreisgruppenvorsitzende Thomas Przybylla.

Wie seit jeher, stehen die Städte und Verbandsgemeinden sowie der Landkreis auch bei der bevorstehenden finanziellen und personellen Herausforderung zur Schaffung von mehr Unterbringungsmöglichkeiten geschlossen zusammen und arbeiten Hand in Hand.

Pressemitteilung der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Im engen Schulterschluss mit der Kreisspitze appellieren die hauptamtliche Bürgermeisterin sowie die hauptamtlichen Bürgermeister deshalb dringend an das Land und den Bund, den Kommunen mehr Hilfe zukommen zu lassen. Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
  • Tanja Busch : Ich kaufe am liebsten nachhaltig und finde es mehr als schade, dass Inpetto schließen musste. Es war immer ein Erlebnis dort einzukaufen und ich würde mir wünschen, dass sich ein neuer Platz in Bendorf anbietet für Second Hand Ware.

Illegale Müllentsorgung sorgt erneut für Ärger

  • Heuschrecke: Das ist leider nicht nur in Kesselheim es sieht leider überall an den Container so aus
  • Boomerang : Schlimme Zustände. Allerdings wird da anscheinend auch nicht oft genug geleert. Und der Wertstoffhof war zwischen den Jahren komplett zu.
Betriebselektriker
Aushilfe gesucht
Hausmeister, bis auf Widerruf
Pellets
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Empfohlene Artikel

Swisttal-Odendorf. Entlang des Orbachs in Swisttal-Odendorf leuchteten am Sonntagabend, den 18. Januar 2026, zum fünften Mal mehr als 60 flackernde Lichter. Sie verwandelten den Bachlauf in ein sichtbares Zeichen der Hoffnung. Die Initiatorin Ilona Wehrmann verfolgt mit der Aktion das Ziel, positive Bilder zu schaffen. Das Licht erinnerte an die Herausforderungen der Hochwasserereignisse im Jahr 2021, zugleich aber auch an die gemeinsame Kraft, diese zu bewältigen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Schülerinnen und Schüler der BBS Andernach bei viertägigem Bewerbungstraining

Gemeinsam für die Zukunft

Andernach. In der vergangenen Woche nahmen die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule (HBF) der BBS Andernach an einem viertägigen Bewerbungstraining teil.

Weiterlesen

Sprechstunden des Behindertenbeauftragten der Stadt Lahnstein

Dennis Bloem steht regelmäßig für Gespräche zur Verfügung

Lahnstein. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Lahnstein vertritt die Interessen der in der Stadt lebenden Menschen mit Behinderung und setzt sich für ihre Belange in Politik und Verwaltung ein. Als Vermittler zwischen der Stadtverwaltung und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern trägt er dazu bei, Barrieren abzubauen und die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Weiterlesen

Junge Bühne Lahnstein präsentiert mit „Das Traumschiff“ die neue Produktion des Best-Ager-Ensembles

Chaos in der Karibik: Coole Omas stechen in See

Lahnstein. Eine Meeresbrise weht durch die Aula des Johannesgymnasiums in Lahnstein: Nach der Aufregung ihres letzten Falles rund um den Diamantenraub wollen die coolen Lahnsteiner Omas bei einer Kreuzfahrt auf dem Traumschiff MS Harmonie die Seele baumeln lassen – doch das wird den quirligen Damen schon bald zu langweilig. Zwischen (Flucht vor) Morgengymnastik, Spa und Speed-Dating drängt sich schon bald ein potenzieller Heiratsschwindler, der Oma Hanni umgarnt.

Weiterlesen

DA bis auf Widerruf
Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Helfende Hände gesucht
Dauerauftrag
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Dienstleistungen
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Titelanzeige (Januar)
Wir helfen im Trauerfall
Unternehmen erfolgreich regional
Wir helfen im Trauerfall
Schichtführer Dosenanlage
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Danksagung Familie Dietenhofer
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#