Allgemeine Berichte | 20.03.2025

Verbundkrankenhaus Linz-Remagen und angrenzende Gesellschaften sanieren sich über Schutzschirm- und Eigenverwaltungsverfahren

Verbundkrankenhaus Linz-Remagen ist insolvent

Das Krankenhaus in Remagen. Foto: ROB

Linz am Rhein/Remagen. Die Krankenhausverbund Linz/Remagen gemeinnützige GmbH hat am heutigen Tag vor dem zuständige Amtsgericht Bad NeuenahrAhrweiler einen Antrag auf Durchführung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Auch für die Maria Stern MVZ Remagen GmbH und die HL Service-Gesellschaft Remagen mbH wurden Anträge für ein Eigenverwaltungsverfahren beim selben Gericht eingereicht.

Ziel der Verfahren ist es, das Verbundkrankenhaus mit den beiden Standorten Franziskus Krankenhaus Linz und Krankenhaus Maria Stern Remagen sowie die angrenzenden Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und die für die Reinigung zuständige Servicegesellschaft bei laufendem Betrieb wirtschaftlich neu auszurichten. Unter dem Dach der Angela von CordierStiftung sollen nachhaltige Lösungen gefunden werden, von denen die gesamte Region langfristig profitiert. André Tillmann, Geschäftsführer der beteiligten Gesellschaften, sagt: „Wir nehmen unseren regionalen Versorgungsauftrag sehr ernst und setzen alles daran, unsere Patientinnen und Patienten mit umfassender medizinischer Expertise zu behandeln. Unser Ziel ist es, eine langfristig stabile und zukunftssichere Gesundheitsversorgung für unsere Region zu gewährleisten.

Gezielte Restrukturierung geplant

Um dies angesichts der aktuellen gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Lage zu erreichen, planen wir eine gezielte Restrukturierung und Sanierung.“ Für die Patientinnen und Patienten des Verbundkrankenhauses sowie der MVZs ändert sich durch das Verfahren nichts: Der medizinische Betrieb läuft vollumfänglich und unverändert weiter. Bereits vereinbarte Termine für ambulante und stationäre Behandlungen sowie Therapien finden wie gewohnt statt. Neue Terminvereinbarungen sind nach wie vor möglich.

Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden aller Gesellschaften sind gesichert und werden während der vorläufigen Verfahren von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. „Wir als Geschäftsführung bleiben voll handlungsfähig: Wir leiten unsere Gesellschaften weiterhin eigenverantwortlich und können gleichzeitig von zusätzlicher fachlicher Unterstützung durch unsere Sanierungsexperten profitieren. Wir haben heute bereits unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert und danken für das Vertrauen in uns und unsere Entscheidung“, erklärt Thomas Werner, Geschäftsführer der Krankenhausverbund Linz/Remagen gemeinnützige GmbH und der Maria Stern MVZ Remagen GmbH.

Angespannte Situation

Die wirtschaftliche Situation vieler Kliniken in Deutschland bleibt angespannt. Die Gesellschaften reihen sich in eine aktuelle Debatte und bekannte Entwicklung ein: Bundesweit stehen immer mehr medizinische Einrichtungen vor gleichen wirtschafts- und gesundheitspolitischen Herausforderungen und geraten zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Neben nicht refinanzierten Tariferhöhungen und allgemeinen Teuerungen für Energie- und Sachkosten haben die Häuser mit Fachkräftemangel sowie steigenden Kosten für notwendige Investitionsmaßnahmen zu kämpfen. Zusätzlich sind die wirtschaftlichen Ausfälle und der anhaltende Rückgang der Fallzahlen seit der Pandemie nicht überwunden.

Erfahrenes Team

Die auf Sanierung und Restrukturierung spezialisierte Kanzlei ECKERT wird das Verfahren mit dem erfahrenen Team rund um die Partner Dr. Mark Boddenberg und Kimon Kantis begleiten. „Die Sanierungsverfahren bieten nicht nur rechtlichen Schutz, sondern auch den notwendigen Freiraum, um zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen sowie strukturelle und wirtschaftliche Herausforderungen gezielt angehen zu können – und das, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. In der kommenden Zeit werden wir gemeinsam mit der Geschäftsführung tragfähige Konzepte mit nachhaltigen Maßnahmen entwickeln. Unser frühzeitiges Handeln verschafft uns dabei wichtige Spielräume, um eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung langfristig zu wahren“, sagt Dr. Mark Boddenberg.

Strategie für die Zukunft

Kimon Kantis ergänzt: „Dieser Schritt ist eine strategische Entscheidung für die Zukunft. Das zuständige Gericht hat den Weg für die Verfahren nur deshalb frei gemacht, da es konkrete Sanierungsprognosen für die Gesellschaften sieht. Zudem verschafft das Verfahren den drei Unternehmen in dieser Zeit neue Liquidität, sodass der Geschäftsbetrieb stabil fortgeführt und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft gestellt werden können.“ Ziel ist es, die Sanierung in enger Zusammenarbeit mit der bestehenden Gesellschafterin, der Angela von Cordier-Stiftung, umzusetzen. Dr. Hartmut Münzel, Vorstandsvorsitzender der Angela von Cordier-Stiftung, sagt dazu: „Wir als Stiftung werden unser Bestmögliches tun und das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen und die beteiligten Gesellschaften in dieser herausfordernden Zeit unterstützen. Wir sind überzeugt, dass die Sanierung der beste Weg ist, dem eigenen medizinischen Versorgungsanspruch treu zu bleiben und diesen auch zukünftig auszuüben.“ Rechtsanwalt Jens Lieser von der Kanzlei LIESER Rechtsanwälte wurde vom zuständigen Gericht zum sog. vorläufigen Sachwalter bestellt. Er wird die Verfahren überwachen und besonderes Augenmerk auf die Gläubigerinteressen legen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden heute in Mitarbeitendenversammlungen umfassend zu den Verfahren informiert.

Pressemitteilung Krankenhausverbund Linz/Remagen gemeinnützige GmbH

Das Krankenhaus in Remagen. Foto: ROB

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  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
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