Allgemeine Berichte | 12.04.2022, 10:33 Uhr

BUND Kreisgruppe Rhein-Sieg

Wachtberger Landwirte spüren den Klimawandel

Rundgang bei Niederbachem

Martin Hagemann und Sebastian Luhmer, Bio-Landwirte aus Niederbachem, erläutern Interessierten den „Klimawandel vor Ort“.  Foto: privat

Niederbachem. „Früher musste die Feldarbeit bis Allerheiligen beendet sein. Danach war mit Frosteinbrüchen und Schneefall zu rechnen,“ so Landwirt Martin Hagemann, der auf rund 2 Hektar bei Wachtberg-Niederbachem Möhren, Mangold, Lauch und - je nach Saison - viele andere Gemüsearten anbaut.

Gemeinsam mit Sebastian Luhmer, Mutterkuh- und Legehennenhalter auf dem Niederbachemer Familienbetrieb, informierten die beiden Landwirte kürzlich 15 interessierte Bürger, die der Einladung der BUND Kreisgruppe Rhein-Sieg zur Veranstaltung „Klimawandel vor Ort“ gefolgt waren. Beim Gang entlang der nach Bioland-Richtlinien bewirtschafteten Acker- und Grünflächen wurde klar: Ja, der Klimawandel wirkt sich auch hier vor Ort auf die Arbeit der Landwirte aus - kältebedingte Vegetationsruhe ist längst nicht mehr die Regel.

Anhaltend milde Winter begünstigen Unkräuter und Schädlinge. Sie können sich dadurch ganzjährig vermehren und werden nicht mehr durch Frostperioden „ausgebremst“. Ein Problem für die Biolandwirte, die nicht durch Pestizid-Einsatz gegenhalten dürfen (und wollen).

Klimawandel heißt: Es wird langfristig wärmer und trockener. Warum nicht einfach auf hitzeerprobte, mediterrane Gemüsesorten umstellen? Wie wäre es mit Freilandpaprika?

So einfach ist es nicht, erfuhren die Teilnehmer, denn der Klimawandel zeigt sich laut Hagemann: „Zwar steigen über die Jahre die Temperaturen, im Durchschnitt nehmen die Niederschläge ab. Mit Kälte- und Nässeinbrüchen ist jedoch immer zu rechnen. Empfindliche Kulturen, wie eben Paprika, werden dann vernichtet. Daher bleibt der Gemüseanbauer lieber bei Bewährtem - noch...“

Er versucht, durch Sortenvielfalt und die Verwendung lagerfähiger Gemüsearten (Möhren), Ausfälle durch Wetterkapriolen zu kompensieren. Die beiden Landwirte sind froh, Wasser aus einer hofeigenen Quelle beziehen zu können. Ohne Bewässerung wäre es in den Dürrejahren 2018/19/20 nicht gegangen. „Aktuell muss bereits im extrem trockenen März Wasser zugeführt werden“, sagt Hagemann mit Hinweis auf Schläuche zur Tropfenbewässerung im Pflücksalat. Öffentliches Wasser wäre viel zu teuer. Glücklicherweise konnte der abgesunkene Quellpegel sich im letzten, niederschlagsreicheren Jahr regenerieren, berichten sie.

Für Viehhalter Luhmer ist es neu, künftig Grünfutterreserven für sein Vieh vorhalten zu müssen: Während der Dürrejahre war der Aufwuchs auf seinen Weideflächen so gering, dass Futterknappheit für seine über 100 Glan-Rinder drohte. Das soll nicht wieder passieren.

Der Klimawandel fordert beiden Landwirten mehr Flexibilität und Anpassungsvermögen ab. Alte Wetterregeln gelten nicht mehr, ihre Planungen müssen sich den neuen Bedingungen anpassen.

Weitere Folgen des „Klimawandels vor Ort“ im ausführlichen Bericht zur Veranstaltung auf der Homepage des BUND Rhein-Sieg: https://www.bund-rsk.de/

Pressemitteilung BUND

Kreisgruppe Rhein-Sieg

Martin Hagemann und Sebastian Luhmer, Bio-Landwirte aus Niederbachem, erläutern Interessierten den „Klimawandel vor Ort“. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, September 2026
Sonderseite Pellenzer Lehrstellen- ind Ausbildungsmesse
Kirmes Ettringen 2026
Kirmes Ettringen 2026
Empfohlene Artikel
(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
436

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen

Die Junggesellen freuen sich auf unvergessliche fünf Tage. Foto: privat
186

Bad Bodendorf. Der Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf steht wieder ganz im Zeichen der traditionellen Kirmes. Der Junggesellenverein (JGV) Bad Bodendorf lädt von Freitag, 4. September, bis Dienstag, 8. September 2026, zu fünf abwechslungsreichen Festtagen ein. Rund um den Kirmesplatz erwartet die Besucher ein buntes Programm für Jung und Alt, musikalische Unterhaltung und zahlreiche traditionelle Höhepunkte.

Weiterlesen

11

Unkel. Offenes Mitmach-Singen veranstaltet vom Kirchenchor des Seelsorgebereichs Unkel von 19 bis 20 Uhr auf dem Gelände des Christinenstifts in Unkel – bei schlechtem Wetter in der Kapelle - als Mitgestalter eines bundesweit von hunderten Chören gemeinsam ausgerichteten Liederabends anlässlich des Einheitsfestes. Liedrepertoire von altem Volksliedgut bis zu bekannten Liedern neuerer Interpreten, die für Freiheit und Frieden stehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1195

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
1020

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
787

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen