Allgemeine Berichte | 27.10.2021

Antrag zum Mühlsteinrevier RheinEifel im landesweiten Auswahlverfahren bestätigt

Weitere Hürde auf dem Weg zum Welterbe genommen

Foto: Klaus Peter Kappest

Mendig/Region. Große Freude bei den Projektverantwortlichen des Mühlsteinreviers RheinEifel: das Revier ist weiterhin im Rennen um die begehrte UNESCO-Auszeichnung. Der Antrag überzeugte den Fachbeirat des Ministeriums des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz. Innenminister Roger Lewentz wird daher der Empfehlung des Fachbeirats folgend den Antrag fristgerecht vor dem 30. Oktober 2021 bei der Kultusministerkonferenz einreichen. Die nächste Hürde wurde überwunden und eine ganze Region kann weiter von der Auszeichnung als Welterbe träumen.

Der Traum begann vor 6 Jahren, als anlässlich der 10-jährigen Jubiläumsfeier des Lava-Domes in Mendig die Weichen für die Arbeitsgruppe des Mühlsteinreviers gestellt wurden. Vertreter der Stadt Mendig und der Stadt Mayen waren sich einig, dass der kulturellen Bedeutung des Mühlsteins bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde und dass das „Herzstück“ der Basaltindustrie dringend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden sollte. Da Aufmerksamkeit idealerweise durch eine Auszeichnung mit Weltruf erlangt wird, war die Idee, sich um das begehrte UNESCO Welterbesiegel zu bewerben, geboren. Der Gedanke verfestigte sich in den darauffolgenden Wochen bei den Akteuren und es wurde ein Arbeitskreis gegründet. Zunächst setzte sich der Arbeitskreis aus den Vertretern der Stadt Mendig, der Verbandsgemeinde Mendig und der Stadt Mayen zusammen. Man konnte den in Mayen ansässigen Forschungsbereich für Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz für eine Mitarbeit gewinnen. Zwischenzeitig beteiligen sich die Ortsgemeinden Ettringen, Kottenheim, die Verbandsgemeinde Vordereifel und die Stadt Andernach ebenfalls an der Arbeitsgemeinschaft UNESCO-Welterbe „Mühlsteinrevier RheinEifel“. Ebenso der Landkreis Mayen-Koblenz, der das Projekt und die daran arbeitenden Kommunen, als Kooperationspartner unterstützt.

Nachdem Innenminister Roger Lewentz am 26.10.21 den Ministerrat über seine Entscheidung informiert hatte, konnte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig , der die beteiligten Kommunen als Antragsteller formal vertrat, voller Freude die Mitteilung des Ministerium des Innern und für Sport entgegen nehmen,. „Wir danken dem Land für das Vertrauen das Projekt zum weiteren Verfahren zuzulassen und danken allen, die dazu beigetragen haben, dass wir bereits bis hierhin gekommen sind“, sagten die Oberbürgermeister Dirk Meid und Achim Hütten, die beiden Bürgermeister Jörg Lempertz und Alfred Schomisch, Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und die beiden Ortsbürgermeister Thomas Braunstein und Werner Spitzley unisono, genauso wie Landrat Dr. Alexander Saftig.

Die Bedeutung des Mühlsteins

Als vor etwa 200.000 Jahren Vulkane zwischen Rhein und Eifel Feuer spuckten und gewaltige Lavaströme ausflossen, bescherten sie der Region ein vulkanisches Erbe, dass den Menschen später die Sesshaftwerdung ermöglichte. Denn die mächtigen Basaltvorkommen stellten sich als ideales Material für die Herstellung von Reib- und Mühlsteinen heraus, die für die Nahrungszubereitung von Getreide unverzichtbar wurden. So entstand in der Region zwischen Mayen, Kottenheim, Ettringen und Mendig in den vergangenen 7.000 Jahren ein weltweit einmaliges Bergbaurevier: Das „Mühlsteinrevier RheinEifel“. Kein anderes Produktionsgebiet der Erde blickt auf eine derart lange und lückenlose Geschichte in der Reib- und Mühlsteinproduktion zurück und hält Relikte aus rund 2.000 Jahren vor. Der Mühlstein entwickelte sich zu einem regelrechten Exportschlager, der nach dem Transport nach Andernach über den Rhein in weite Teile der Welt abgesetzt wurde.

Das Welterbegut

Der außergewöhnliche universelle Wert, der ein Welterbe auszeichnen muss, ist begründet in der über 7.000 Jahre langen Fertigung von Mahl- und Mühlsteinen aus dem in der Region vorkommenden Basaltlava-Gestein. Durch die geologische Grundlage der Lavafelder konnte die spätere Massenproduktion bis ins späte 19. Jh. gewährleistet werden und in weit entfernte Gebiete über den Vertriebsweg dem Rhein, erfolgen. Es ist weltweit eines der ganz seltenen Beispiele, bei dem eine römische, mittelalterliche und neuzeitliche Produktionsgeschichte in ihren Auswirkungen auf kulturelle und umweltbezogene Faktoren bis heute verfolgt werden kann. Auffallend sei die eingespielte, fachübergreifende Zusammenarbeit der Akteure, so der Beirat in seiner Begründung.

Das Mühlsteinrevier bewirbt sich daher in dem bisher noch eher dünn besetzten Feld der UNESCO-Industriedenkmäler. Im Falle des Mühlsteinreviers wird es sich, anders als viele bekannte Beispiele, um ein sogenanntes serielles Welterbegut handeln. Das ist weder ein Einzelgut, wie etwa ein Bauwerk (z.B. Kölner Dom), noch eine zusammenhängende, großflächige Kulturlandschaft wie bspw. das obere Mittelrheintal. Es handelt sich vielmehr um eine Reihe von einzelnen Zonen mit Objekten, die zusammen das Welterbegut bilden.

Der Weg zum Welterbe

Zwei wichtige Hürden sind nun genommen. Die erste Hürde war die Bestätigung des Potenzials einer Welterbewürdigkeit und der damit einhergehende fristgerechte Antrag beim Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz (MdI). Die zweite Hürde, auf deren Ergebnis die Arbeitsgemeinschaft keinen Einfluss hatte, war nun die Entscheidung des MdI, sich für das Mühlsteinrevier RheinEifel auszusprechen und die Bewerbung, bei der Kultusministerkonferenz (KMK) einzureichen. Doch der weitere Weg zum Welterbe ist lang und Ausdauer ist gefragt. Der Antrag des Mühlsteinreviers RheinEifel sowie alle weiteren Anträge der Bundesländer werden im Jahr 2022 von einer Expertenkommission der KMK geprüft. Im März 2023 wird der Abschlussbericht des Fachbeirates erwartet und im Oktober 2023 steht dann fest, welche Projekte aus Deutschland auf die Vorschlagsliste, die sogenannte Tentativliste, kommen und bei der UNESCO in Paris ab Anfang 2025 eingereicht werden.

Pressemitteilung

Arbeitsgemeinschaft

Mühlsteinrevier RheinEifel

Foto: Klaus Peter Kappest

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Thomas999: In fünf Monaten ist diese Baumaßnahme niemals abgeschlossen! Wie lange wird schon in der Max-Planck-Straße gebaut? Fast 1 Jahr!
  • H. Schüller: Marcus F., die Dummheit ist hier ebenso der fehlende Stromschlagschutz. Offenbar geht bei der Bahn und Ihnen Profit vor Unfallschutz. Das spart die Kosten für entsprechende Klettersperren einfach ein...
  • Marcus F.: Gegen Dummheit gibt es keinen Schutz.
  • H. Schüller: Der Stromschlagschutz bei der Bahn ist auf dem Stand vor 100 Jahren. Deshalb passiert fast alle zwei Wochen ein Bahnstromunfall und leider kommen in keinem Bahnsystem so viele Menschen und Tiere um wie im elektrischen.

Einladung zum Neujahrsempfang

  • S.Bastian: @ Boomerang: Bitte bringen Sie Licht ins Dunkel, was die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit der von Ihnen genannten Moschee und dem dahinter stehenden Verein gemeinsam hat. Sie scheinen hier etwas durcheinander...
  • Boomerang : Die Koblenzer Abu-Bakkr-Moschee beziehungsweise der dahinterstehende „Verein der Islamischen Kultur Koblenz“ steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Das teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium...
  • S. Bastian: Troll! Die Ahmadiyya Muslim Jamaat werden nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.
Pflegefachkräfte in der Tagespflege(w/m/d)
Bestell-Nr.: 0012231059
Angebotsanzeige (Januar)
Karnevalssamstag
Karneval in Bad Bodendorf
Stellenanzeige Hilfspolizist
Stellenanzeige Reinigungskarft
Rosenmontag in Brohl
Empfohlene Artikel

Bad Neuenahr. Der Ortsbeirat Bad Neuenahr zeigt sich äußerst besorgt über die geplante Vollsperrung des unteren Abschnitts der Telegrafenstraße im Zuge der Fernwärmeverlegung. Die Maßnahme soll nach aktuellem Stand bis zu fünf Monate andauern und bringt erhebliche Einschränkungen für Gewerbetreibende, Einzelhändler, Dienstleister sowie für die Nahversorgung der Bevölkerung mit sich.

Weiterlesen

Urbach. Am heutigen Samstag, 31. Januar, führt die Polizeidirektion Neuwied unter der Beteiligung des Landkreises Neuwied, des THW, der Deutschen Bahn sowie anderen Behörden und Organisationen eine sogenannte Vollübung zum Thema „Bewältigung einer größeren Schadenslage im Bereich der ICE-Strecke“ durch. Die Übung dient dem Zweck, im Falle einer Reallage schnell, effizient und mit klarer Struktur zu reagieren.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Süße Verführungen und herzhafte Currywürste locken zahlreiche Besucher an

Neuwied: Currywurstfestival & ChocolART locken noch bis Sonntag in die Deichstadt

Neuwied. Seit Freitag, 30. Januar, und noch bis Sonntag, 1. Februar, steht Neuwied ganz im Zeichen süßer Verführungen und herzhafter Currywürste in fantasievollen Kreationen. Das Currywurstfestival & ChocolART mit verkaufsoffenen Sonntag lockt wieder Tausende von Besuchern aus nah und fern in die Deichstadt. FF

Weiterlesen

Dienstleistungen
GO Azubi Messe
GO meets BBS Andernach
Azubi Messe Go bei Blick aktuell
Go meets BBS Andernach
Anzeige Messe Go
exam. Pflegefachkräfte (w/m/d)
Imageanzeige (Januar)
Geschäftspartner für Versandhandel
Stellenanzeige Zahntechniker
Karneval in Bad Bodendorf
Lossprechungsfeier der KFZ Innung Ahrweiler
Experten für Recht, Versicherungen und Vorsorge
Experten für Recht
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 5
"Harald Schweiss"