Allgemeine Berichte | 23.10.2025, 11:45 Uhr

Eine Dekade Einsatz für eine bessere Zukunft

Zehn Jahre Hoffnung und Engagement: die Flüchtlingshilfe Mayen feiert Jubiläum

Zahlreiche Gäste bei der Festveranstaltung im Rathaussaal der Stadt Mayen. Fotos: Flüchtlingshilfe Mayen

Mayen. Kürzlich wurde das zehnjährige Bestehen der Flüchtlingshilfe Mayen mit einer Festveranstaltung im Rathaussaal der Stadt Mayen gefeiert.

Der Vorsitzende der Organisation, Gerd Kohlhaas, hieß rund 80 Gäste willkommen, darunter viele Menschen, die bei ihrer Ankunft in Deutschland Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helfer des Vereins erfahren hatten.

In einer Gesprächsrunde betonten Wolfgang Treis, Präsident der SGD Koblenz und ehemaliger Oberbürgermeister von Mayen, Achim Hütten, der Beigeordnete des Kreises Mayen-Koblenz, Thomas Schröder, Beigeordneter der Stadt Mayen, Markus Göpfert, Fachdienstleiter Migration des Caritasverbandes Mayen, sowie Mohamad Al Emam, Vorsitzender des Beirats für Migration und Integration im Kreis Mayen-Koblenz, die bedeutenden Leistungen des Netzwerks in den vergangenen zehn Jahren. In diesem Zeitraum wurden Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleitet und ihnen neue Hoffnung gegeben.

Eine Präsentation mit zahlreichen Bildern aus den letzten zehn Jahren der Flüchtlingshilfe in Mayen und der Verbandsgemeinde Vordereifel veranschaulichte die vielfältigen Aktivitäten und Erfolge des Vereins. Die Anfangsveranstaltung vor beinahe genau einem Jahrzehnt hatte über 100 interessierte Bürger in den Rathaussaal gelockt, von denen viele sich für die Neuankömmlinge engagierten. Sie begleiteten sie zu Behörden und Ärzten und stellten Fahrdienste bereit, auch aus den Dörfern der Verbandsgemeinde nach Mayen oder Koblenz. Einige dieser Helfer sind bis heute aktiv.

Das Café International im Mehrgenerationenhaus ist ein zentraler Treffpunkt der Flüchtlingshilfe. Hier kommen Geflüchtete, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter der Caritas jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr zusammen, um sich auszutauschen und bei alltäglichen Problemen, Bewerbungen oder dem Ausfüllen von Formularen zu helfen. Die gemeinsame Feier von Festen wie Nouruz, dem Fastenbrechen, aber auch Weihnachten und Ostern stärkt die Gemeinschaft. Besondere Höhepunkte waren die Familienfeste und Busfahrten in die Region, bei denen sich der Sozialdienst katholischer Frauen besonders für die Geflüchteten engagierte. Auch Stadtführungen und Museumsbesuche, um die neue Heimat kennenzulernen, gehören zum Angebot der Flüchtlingshilfe.

Die Vermittlung der deutschen Sprache ist ein wesentlicher Bestandteil der Integration. Gertrud Kohlhaas berichtete über das Angebot ehrenamtlicher Sprachkurse und gezielte Hilfsangebote durch engagierte Einzelpersonen. Ein großes Arbeitsfeld war auch der Bereich Wohnen. Geflüchtete erhielten in der Regel eine einfache Wohnungseinrichtung oder finanzielle Unterstützung dafür. Um die Verteilung gespendeter Möbel zu erleichtern, erwarb der Verein einen Mercedes Vito, der von November 2016 bis Dezember 2021 gute Dienste leistete. Wolfgang Göttes schilderte: „Die größte handwerkliche Herausforderung war der Küchenbau. Wir haben auch 40 Jahre alten Küchen neues Leben eingehaucht.“

Geflüchtete selbst kamen ebenfalls zu Wort. Drei junge Frauen, Olga Holovashkina aus der Ukraine, Nour Alnasser aus Syrien und Liwesa Faiz Zada aus Afghanistan, berichteten über ihre Ankunft in Deutschland, die erfahrene Hilfe und ihren weiteren Weg. Sie bedankten sich herzlich bei ihren Unterstützern.

Gerd Kohlhaas zog Bilanz: „Nach zehn Jahren Flüchtlingshilfe können wir sagen, vieles ist gelungen, wenn auch nicht alles. Aber unser Resümee ist positiv. Danke an alle für zehn Jahre unermüdliches Engagement. Ohne Menschen wie Sie wäre vieles davon nicht möglich gewesen.“ Er betonte die Notwendigkeit der Arbeit: „Wir wissen, dass unsere und Ihre Arbeit gebraucht wurde und immer noch gebraucht wird. Aber wir sind über die Jahre weniger Helfer geworden und würden uns über Zuwachs freuen.“ Er fügte hinzu: „Die Gesellschaft hat sich geändert. Unseren Kritikern sagen wir: Wir sind nicht verantwortlich für die Flüchtlingszahlen, aber wir übernehmen Verantwortung für Menschen, die zu uns kommen und unsere Hilfe brauchen. Integration ist keine Einbahnstraße, gelungene Integration ist eine Aufgabe aller gesellschaftlichen Bereiche.“

Musikalisch wurde die Feier von Mohamad Al Emam und Ahmed Kilinc umrahmt. Al Emam präsentierte die Lieder „Zombie“ von The Cranberries und „Glück“ von Berge, während Kilinc mit drei kurdischen Liedern auftrat. Der Abend klang mit zahlreichen persönlichen Gesprächen bei einem kleinen Imbiss aus. BA

Gerd Kohlhaas, im Gespräch mit Wolfgang Treis, Thomas Schröder, Mohamad Al Emam, Achim Hütten und Markus Göpfert.

Gerd Kohlhaas, im Gespräch mit Wolfgang Treis, Thomas Schröder, Mohamad Al Emam, Achim Hütten und Markus Göpfert.

Zahlreiche Gäste bei der Festveranstaltung im Rathaussaal der Stadt Mayen. Fotos: Flüchtlingshilfe Mayen

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Yoga und Pilates Kurse
Premium-Titel 1
Kirmes Oberzissen
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Der Titel des neuen Programms der beiden Koblenzer „Rentner aus Leidenschaft“ ist schnell erklärt.
354

Der Titel des neuen Programms der beiden Koblenzer „Rentner aus Leidenschaft“ ist schnell erklärt. Denn es ist wirklich das 7. Programm der beiden Womanizer und um sich das besser merken zu können, haben sie es auch so genannt. Mehr jetzt im RegioMAGAZIN lesen.

Weiterlesen

116

Der Zusammenschluss der Kollegen im Kreis Ahrweiler vor mehr als 25 Jahren wurde im Laufe der Jahre zum Notdienstkreis-Rhein-Ahr-Eifel erweitert und umfasst mittlerweile mehr als 30 Praxen und stellt damit im Bundesvergleich einen der ältesten organisierten Notdienst dar. Der Radius der 34 teilnehmenden Praxen erstreckt sich entlang der Mosel, der Ahr und dem Rhein und inkludiert das Kleintierzentrum Neuwied, sowie die Tierklinik in Mayen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Genuss, Wohnen, Garten, Mode und Kunst: Bei der Herbstpartie kommen die Besucher auf ihre Kosten.  Foto: Reno Müller
926

Namedy. Den Spätsommer bewusst genießen und besondere Tage erleben: Vom 4. bis 6. September 2026 lädt die Herbstpartie Burg Namedy zu einem stimmungsvollen Lifestyle-Markt in einzigartiger historischer Umgebung ein. Auf dem weitläufigen Gelände der Burg Namedy präsentieren rund 160 sorgfältig ausgewählte Ausstellerinnen und Aussteller ihre hochwertigen Angebote – eingebettet in Burgmauern, Parklandschaft und spätsommerliches Licht.

Weiterlesen