Allgemeine Berichte | 20.01.2023, 09:07 Uhr

Eine große Blutspendeaktion im Helmut-Gies-Bürgerzentrum sollte Abhilfe schaffen

Zu wenig Blutkonserven im Kreis Ahrweiler

Mit nur einer Blutspende kann bis zu drei Menschen geholfen und ihr Leben gerettet werden. Deutschlandweit werden täglich bis zu 15.000 Blutspenden für Operationen, zur Behandlung schwerer Krankheiten und zur Versorgung von Unfallopfern benötigt. Quelle: DRK Blutspendedienste)

Mit nur einer Blutspende kann bis zu drei Menschen geholfen und ihr Leben gerettet werden. Deutschlandweit werden täglich bis zu 15.000 Blutspenden für Operationen, zur Behandlung schwerer Krankheiten und zur Versorgung von Unfallopfern benötigt. Quelle: DRK Blutspendedienste)

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Kreis Ahrweiler. In Deutschland werden täglich 15.000 Blutspeden zur Versorgung von Unfallopfern, für Operationen sowie für die Behandlung schwerer Krankheiten wie zum Beispiel Krebs benötigt. Momentan sind allerdings die Vorräte an Blutkonserven sehr knapp. Die Lage ist besorgniserregend und deshalb hat der DRK Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. zusammen mit dem DRK-Blutspendedienst West am 18. Januar in Ahrweiler eine Blutspendeaktion organisiert.

Um 16:00 Uhr öffneten sich die Türen des Bürgerzentrums. Esther Meurer war eine der ersten, die zur Lebensretterin werden wollte und spendete zum vierten Mal. „Für mich ist Blutspenden eine soziale Verantwortung. Ich möchte Gutes tun und meinen Mitmenschen helfen. Nachdem ich von den knappen Blutkonserven gelesen hatte, stand für mich außer Frage, heute hier hinzukommen.“, sagt die Blutspenderin. In ihren Bekanntenkreis machte sie sogar Werbung für die Aktion im Helmut-Gies-Bürgerzentrum und brachte einen Freund mit, der noch nie Blut gespendet hatte. Die ehrenamtlichen Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler aus dem DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler registrierten am Eingang die Blutspenderinnen und Blutspender und händigten ihnen einen medizinischen Fragebogen aus, der ausgefüllt werden musste. Im Anschluss maßen die Mitarbeitenden des DRK-Blutspendedienstes West bei den freiwilligen Lebensretterinnen und Lebensrettern die Temperatur und bestimmten mittels eines Bluttropfens den Hämoglobinwert. Damit der Körper die Blutspende problemlos wegsteckt, darf der nämlich nicht zu niedrig sein. Die anwesenden Ärzte überprüften anhand eines Lichtbildausweises die Identität der Spenderinnen und Spender, gingen den Fragebogen durch und maßen Puls sowie Blutdruck. Nachdem die Mediziner kein Veto einzulegen hatten, war es endlich soweit: die Blutspende konnte beginnen und die Lebensretterinnen und Lebensretter durften auf der bequemen Spendeliege Platz nehmen.

Damit es zu keiner Verwechslung kommt, ließen sich die Mitarbeitenden des DRK-Blutspendedienstes West nochmals den Namen und das Geburtsdatum nennen, ehe sie mit einer Einwegnadel die Vene der Ellenbogenbeuge punktierten. Zunächst wurden drei Laborröhrchen gefüllt, dann 500 ml Blut in einen Entnahmebeutel für Blutspende abgeleitet. Damit das Blut nicht gerinnt, lag der Beutel auf einer Blutmischwaage und wurde mit Zitronensäure und einer Zuckerlösung vermischt. Die eigentliche Spende dauerte etwa zehn Minuten. Nachdem die Punktionsnadel entfernt, ein Pflaster aufgeklebt und der Arm verbunden wurde, wechselten die Spenderinnen und Spender für zehn Minuten auf ein Ruhebett. „Damit sich der Körper auf den Blutverlust einstellt, ist es wichtig, sich nach der Spende auszuruhen, ein wenig zu essen und viel zu trinken.“, sagt Dr. Hassan Al Kutbi. Deshalb gab es für die freiwilligen Lebensretterinnen und Lebensretter im Anschluss von den ehrenamtlichen Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzlern eine Brezel oder ein Croissant, Obst, Schokolade und etwas zu trinken. „Sobald sich die Spenderinnen und Spender wieder fit fühlen, können sie wie gehabt ihrem Alltag nachgehen. Ich rate allerdings davon ab, direkt nach der Spende Alkohol zu trinken und Sport zu treiben. Der Körper braucht mindestens zwölf Stunden Zeit zu regenerieren, der von Erstspendern mitunter auch etwas länger.“, erklärt der Mediziner Dr. Hassan Al Kutbi.

Kriterien für Blutspende

Wer Blut spenden möchte, sollte unmittelbar zuvor viel trinken, essen und keinen Sport machen. Zudem müssen sich Spenderinnen und Spender gesund fühlen sowie bestimmte Kriterien erfüllen: in Deutschland sind ab dem 18. Geburtstag regelmäßige Blutspenden bis zum 68. Lebensjahr möglich. Die Höchstgrenze für die erste Spende liegt bei 60 Jahren. Ein Körpergewicht von 50 kg ist ein Muss. Schwangere Frauen sind von der Blutspende ausgeschlossen und dürfen erst sechs Monate nach der Geburt spenden. Außerdem müssen sie abgestillt haben. Nach Operationen beträgt die Wartezeit bis zu nächsten Spende bis zu vier Monate. Genauso lange müssen Personen warten, die frisch tätowiert oder gepierct wurden. Wer Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko bereist hat, darf gegebenenfalls nicht spenden. Genauere Informationen dazu gibt es unter www.blutspendedienst-west.de/services/kontakt oder unter Tel. 0800 11 949 11. Hier erfahren Interessenten auch, ob sie Blut spenden dürfen, wenn sie Medikamente nehmen oder kürzlich geimpft wurden.

Der Weg der Blutspende

Um 19:30 Uhr endete die Blutspendeaktion und schon zwei Tage später wird das Blut Patienten zur Verfügung stehen. Dafür wurden die Spenden umgehend in das Zentrallabor nach Hagen transportiert. Zunächst wurde dort das Blut der Teströhrchen auf Viren untersucht sowie die Blutgruppe ermittelt. Nachdem Infektionen ausgeschlossen werden konnten, das gespendete Blut zentrifugiert und in seine Bestandteile (Erythrozyten, Thrombozyten und Plasma) zerlegt. Aus einer einzigen Blutspende entstehen so verschiedene Blutpräparate, die für die speziellen Anforderungen in der Transfusionsmedizin hergestellt werden: Erythrozytenkonzentrate sind Konzentrate aus roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut zuständig sind. Sie werden Patienten unter anderem bei Blutarmut oder plötzlichem Blutverlust nach Operationen oder nach einem Unfall verabreicht. Die Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrate) sind wichtig für die Blutstillung, da sie Verletzungen der Blutgefäße erkennen und verkleben. Sie kommen bei großem Blutverlust zum Einsatz oder auch bei Krebserkrankten während der Chemotherapie, da bei einem Mangel an Blutplättchen eine hohe Blutungsgefahr besteht. Die Inhaltsstoffe des Blutplasmas sind wichtig für die Gerinnung des Blutes und enthalten Abwehrstoffe gegen Infektionen. Patienten mit großem Blutverlust, starken Verbrennungen oder einer Vergiftung benötigen Blutplasma.

„Der Mangel an Blutkonserven ist wirklich besorgniserregend. Wir hatten mit 120 Blutspendern gerechnet, tatsächlich kamen aber 185 Menschen und davon sogar 31 Erstspender.“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Ulrich Bergmann und ergänzt: „Das zeigt einmal umso mehr, wie hilfsbereit die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Ahrweiler sind und das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit!“

Nächste Blutspendetermine

Hier können Interessierte im Landkreis Ahrweiler in den nächsten Tagen zum Lebensretter werden:

23.01.2023 Wassenach (Klieburghalle, Zehntgasse, 16:30 - 20:00 Uhr)

23.01.2023 Nürburg (Blutspende am Nürburgring, club lounge, Boulevard 1, 11:00 - 14:00 Uhr)

26.01.2023 Ahrbrück (Denntalschule, Kesselinger Str. 2, 16:30 - 20:00 Uhr)

27.01.2023 Glees-Maria Laach (Benediktinerabtei Maria Laach, Benediktinerabtei, 13:30 - 15:00 Uhr)

02.02.2023, Antweiler (Grundschule, Eichenbacher Weg 36), 17:00 - 20:00 Uhr

15.02.2023 Grafschaft-Ringen (Sporthalle, Im Kreuzerfeld 10) 15:30 - 20:00 Uhr.

Pressemitteilung DRK Ahrweiler

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Mit nur einer Blutspende kann bis zu drei Menschen geholfen und ihr Leben gerettet werden. Deutschlandweit werden täglich bis zu 15.000 Blutspenden für Operationen, zur Behandlung schwerer Krankheiten und zur Versorgung von Unfallopfern benötigt. Quelle: DRK Blutspendedienste)

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