Allgemeine Berichte | 10.02.2015, 14:37 Uhr

Stolpersteine für Berta und Edith David in Düngenheim verlegt

Ein Stein, der Mahnmal sein soll

Gedenken ion Düngenheim (v. l.): Gerd Weber, Stadtbürgermeister von Kaisersesch, Landrat Manfred Schnur, Bürgermeister Albert Jung, Ortsbürgermeister Manfred Bons, Anke Beilstein, Mario Zender und Manfred Roden, jetziger Eigentümer des Hauses, in dem die Familie David gelebt hat. privat
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Düngenheim. In der vergangenen Woche wurden im Rahmen einer Gedenkfeier zwei Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der jüdischen Familie David verlegt. Die Gedenksteine erinnern an Berta und Edith David, die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit ins besetzte Polen deportiert und wahrscheinlich 1942 ermordet wurden.

Ortsbürgermeister Manfred Bons begrüßte, auch im Namen von Bürgermeister Albert Jung, die Ehrengäste sowie die zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger. Er schilderte in seinem Grußwort, wie er im Februar letzten Jahres von Zeitzeugen aus Düngenheim über das Schicksal der Familie David informiert wurde. „Diese traurige und sehr emotionale Geschichte über das Leben der Familie hat mich an diesem Nachmittag tief bewegt und sie tut es bis heute“, sagte Bons und gab einen kleinen Einblick in das tragische Leben der Familie: Berta lebte mit ihrem Ehemann Adolf David und ihren vier Töchtern in Düngenheim. Als Adolf 1938 an den Folgen einer Kriegsverletzungen verstirbt, ist die jüngste Tochter Edith gerade zehn Jahre alt. Den drei älteren Töchtern gelingt die Flucht nach Amerika, während Berta und Edith in Düngenheim verbleiben. Trotz der guten Kontakte innerhalb des Ortes und der Unterstützung der Menschen aus Düngenheim lebten die beiden in ständiger Angst, Ausgrenzung und Ungewissheit. Eines Tages wurden sie schließlich nach Kaisersesch in ein Deportationshaus gebracht und am 30. April 1942 mit rund 35 weiteren Personen nach Polen deportiert. Danach verlieren sich die Spuren von Mutter und Tochter, die wahrscheinlich noch im gleichen Jahr den Tod fanden.

„Wir können die Zeit nicht zurückdrehen und das Geschehene ungeschehen machen, aber wir können heute diese besonderen Steine legen“, bekräftigte Bons und betonte: „Die Steine sollen uns an die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit und an die vielen traurigen Einzelschicksale erinnern.“ Der Ortsbürgermeister schloss seine bewegende Rede mit den Sätzen: „Ein Stein, der uns Mahnmal sein soll. Aber auch ein Stein, mit dem wir nach 73 Jahren Berta und Edith David wieder nach Hause holen. So bleiben sie uns an ihrem damaligen Zuhause unvergessen. So etwas darf nie wieder passieren.“

Mit der Verlegung der Steine in Düngenheim setzt die Initiative „Stolpersteine im Kreis Cochem-Zell“ ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen. Im vergangenen Jahr verlegte der Aktionskünstler Gunter Demnig bereits vier Stolpersteine in Brohl. Mittlerweile gibt es europaweit rund 50.000 Stolpersteine, die an die Schicksale der NS-Opfer erinnern. Das Projekt hat Gunter Demnig Anfang der neunziger Jahre ins Leben gerufen. Mit der Verlegung der in Messing gefassten Steine werden viele kleine Mahnmale gesetzt, die sich zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt haben. Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Kaisersesch

Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine persönlich. VG Kaisersesch/J. Virtue

Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine persönlich. Fotos: VG Kaisersesch/J. Virtue

Die Stolpersteine für Berta und Edith David wurden in der Urmersbacher Straße 6 verlegt.

Die Stolpersteine für Berta und Edith David wurden in der Urmersbacher Straße 6 verlegt.

Gedenken ion Düngenheim (v. l.): Gerd Weber, Stadtbürgermeister von Kaisersesch, Landrat Manfred Schnur, Bürgermeister Albert Jung, Ortsbürgermeister Manfred Bons, Anke Beilstein, Mario Zender und Manfred Roden, jetziger Eigentümer des Hauses, in dem die Familie David gelebt hat. Foto: privat

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