Allgemeine Berichte | 28.08.2026, 11:42 Uhr

Protestantismus Koblenz

Geschichte des Protestantismus in Koblenz und evangelische Kirchen

Vortrag Dr. Metzing
77

Koblenz. „Evangelisch in Koblenz“ - Dr. Andreas Metzing referierte bei der Zweiggruppe Koblenz des Gustav-Adolf-Werkes in der Metternicher Zieglerkirche

„Wenn nicht hier, wo dann?“ Mit diesen Worten begrüßte Vera Rudolph, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Lützel und Synodalbeauftragte des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) im Kirchenkreis, den Kirchenarchivar Dr. Andreas Metzing zu seinem Vortrag in der „Zieglerkirche“ in Koblenz-Metternich.

Der Ort war dabei bestens gewählt: Die Kirche wurde 1898 auf Veranlassung des Koblenzer Pfarrers Otto Seeger (1849–1921) nach Plänen des Koblenzer Architekten Rudolph Farchland für evangelische Ziegler aus Lippe errichtet.

Diese kamen als Saisonarbeiter nach Metternich, um in den örtlichen Ziegelbrennereien zu arbeiten. Der Bau der Kirche wurde unter anderem durch Mittel des Gustav-Adolf-Werkes finanziert.

In seinem äußerst kurzweiligen Vortrag spannte Metzing einen weiten Bogen durch die Geschichte des Protestantismus in Koblenz. Ausgehend von der einst nahezu ausschließlich katholisch geprägten Residenzstadt der Kurfürsten von Trier führte er zunächst in das Jahr 1783, als Kurfürst Clemens Wenzeslaus die Ansiedlung evangelischer Einwohner in der Stadt erlaubte. Mit der französischen Herrschaft ab 1794 wurden dann die rechtlichen Voraussetzungen für die Gründung evangelischer Gemeinden geschaffen.

Im Jahr 1803 entstand schließlich die erste evangelische Gemeinde in Koblenz. Daran erinnert heute noch eine im Boden eingelassene Gedenkplatte am Altlöhrtor. An dieser Stelle befand sich zunächst die erste evangelische Kirche der Stadt, die ehemalige Görgenkapelle; später waren dort auch Gemeindeamt und Gemeindesaal untergebracht.

Während der preußischen Zeit wuchs die evangelische Gemeinde rasch. Im Jahr 1818 überließ König Friedrich Wilhelm III. der Zivil- und der Militärgemeinde Koblenz die mittelalterliche Florinskirche. 1904 folgte der Bau der Christuskirche am heutigen Friedrich-Ebert-Ring.

Die Errichtung der Evangelischen Kirche in Metternich im Jahr 1898 verlief nicht ohne Widerstand aus Teilen der katholischen Bevölkerung. Dies war auch Ausdruck der damaligen konfessionellen Spannungen. Umso erfreulicher ist es, dass diese Zeiten heute überwunden sind und bei vielen Fragen das ökumenische Miteinander im Mittelpunkt steht.

Weitere Informationen zur Geschichte des Protestantismus in Koblenz finden sich unter www.kirchenkreis-koblenz.de/historisches.html und www.gustav-adolf-werk.de.

Philipp Wagner

Vortrag Dr. Metzing Foto: Vera Rudolph

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Ralf Schweiss
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Holz Loth-Entsorgung
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Heizung
Angebotsanzeige (Oktober)
Innovatives aus Weißenthurm
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
2007

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen