Goethes Moselfahrt erleben
Goethes stürmische Moselfahrt von Trier nach Trarbach – Vortrag in Ehrenbreitstein
aus Koblenz
Koblenz. „Als Deutschland beinahe seinen größten Dichter verlor: Goethes stürmische Moselfahrt von Trier nach Trarbach im November 1792“
Vortrag am Sonntag, 04.10.2026, 15 Uhr im Mutter-Beethoven-Haus Ehrenbreitstein (Wamachstr. 204).
Dr. Christof Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, erinnert an diese Ereignisse vor 233 Jahren und seine Hintergründe:
Der Weimarer Dichter war im Sommer 1792 der preußischen Armee nach Frankreich gefolgt, die im ersten Koalitionskrieg „den Spuk der Revolution“ ein für alle Mal aus Paris vertreiben wollte. Doch der Feldzug endete in einem Desaster: Fast ein Drittel der Soldaten starb beim Rückzug an Seuchen und Entkräftung. Und auch Goethe selbst wäre um ein Haar nicht lebendig in der Rhein-Mosel-Stadt angekommen, als er am 1. November mit seinen beiden Gefährten ein schwankendes Ruderboot bestiegen hatte, um möglichst rasch nach Koblenz zu gelangen, geriet aber in einen heftigen Sturm:
„Bald schwoll der Sturm im Gegenwinde, bald wechselten abprallende Windstöße niederstürzend mit wütendem Sausen. Eine Welle nach der anderen schlug über den Kahn, wir fühlten uns durchnässt; die Not schien immer größer je länger sie dauerte. Und so wurden wir im Stockfinstern lange hin und her geworfen, bis sich endlich in der Ferne ein Licht und damit auch Hoffnung auftat ...“ (Goethe)
Dieses Licht kam aus dem kleinen Städtchen Trarbach, wo der Dichter nach glücklich überstandener Lebensgefahr bei dem reichen Kaufmann Ludwig Böcking freundliche Aufnahme fand. Dessen stattliches barockes Wohnhaus samt „Goethezimmer“ kann heute noch als Museum besichtigt werden.
Der Vortrag findet auf Einladung des Fördervereins des Mutter-Beethoven-Hauses statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Vor oder nach dem Vortrag kann das Museum Mutter-Beethoven-Haus besichtigt werden. Dort ist - passend zum Thema - die Sonderausstellung „Die Nebel zerreissen, der Himmel ist helle …“. Naturbegeisterung in Kunst und Musik der Beethoven-Zeit - zu sehen.
Regina Walter
Goethebesuch. Foto: Mittelrhein-Museum