Allgemeine Berichte | 04.09.2026, 09:47 Uhr

Seelsorge in Krisen

Pastoraler Studientag zur Seelsorge in Krisenzeiten in Vallendar

Es gab viele Gespräche unter den Teilnehmenden zum Thema Seelsorge in Krisenzeiten.
53

Vallendar. „Anforderungen an die Seelsorge in Krisenzeiten“: Unter diesem Thema hat der diesjährige Pastorale Studientag für Seelsorger*innen und Mitarbeitende aus dem Bistum Trier und der Caritas am 1. September in Vallendar gestanden.

Mehr als 120 Personen folgten der Einladung der Bereiche „Seelsorge und Kirchenentwicklung“ und „Personal“ im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) Trier.

„Es ist ein Thema, das uns emotional berührt, aber es handelt sich auch um den Kern unserer Kompetenz: für Menschen da sein“, führte Dr. Thorsten Hoffmann, Abteilungsleiter Ausbildung und Personalentwicklung im BGV, in das Thema des Tages ein.

„Es ist ein Thema, das uns alle herausfordert“, ergänzte Annika Burggraaff, Mitarbeiterin im Team Personalentwicklung. „Wir leben in einer veränderten Welt. Auch wir in Deutschland sind betroffen“, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann. „Regierungsseitig hat es dazu geführt, dass die beiden großen Kirchen gebeten wurden, ein Rahmenkonzept für Seelsorge in Krisen zu erstellen. Wir wollen uns dieser Anfrage nicht entziehen – wir haben etwas einzubringen „, so Ackermann. Die Veröffentlichung des ökumenischen Rahmenkonzepts „Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“ und der Studientag laden dazu ein, auf Seelsorge in besonderen Krisensituationen und bei sogenannten Großschadensereignissen zu schauen – auch jenseits großer politischer Fragen.

„Ein Konzept auch für Friedenszeiten“

Als Referent sprach Dr. Martin Seidnader aus München, der an der Erarbeitung des ökumenischen Papiers mitgewirkt hat.

„Es ist kein militärisches, sondern ein kirchliches Konzept, das auch in Friedenszeiten anwendbar ist“, erklärte der Theologe. „Wir hoffen, dass der militärische Fall nie eintreten wird, aber Krisen können wir uns nicht verwehren, und die Aufgabe besteht darin, sich vorzubereiten.“ Es gelte, Fragen nach Rollenverständnis, eigener Haltung, Resilienz und Vernetzung zu stellen und Antworten darauf zu finden.

Neben dem Impuls von Seidnader gab es kurze Impulse, eingespielt als Videos, von Personen aus Zivilgesellschaft und Politik zur derzeitigen Situation mit ihren multiplen Krisen. Diese Beiträge und die Ausführungen von Seidnader führten zu vielfältigen Rückmeldungen aus dem Plenum: So kam der Vorschlag, sich an gut vernetzten und eingespielten Bereichen wie der Notfallseelsorge zu orientieren, oder die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe 2021 zu nutzen. Zudem wurde appelliert, dass sich die Kirche stärker für den Frieden einsetze, und es wurden Bedenken geäußert, dass es als selbst betroffene Person eine Herausforderung sei, als Seelsorgerin oder Seelsorger angefragt zu sein.

Wunsch nach konkreten Handlungsempfehlungen

Die Teilnehmenden wünschten sich konkrete Handlungsempfehlungen von der Bistumsleitung.

Darauf gingen Mechthild Schabo, Leiterin des Bereichs Seelsorge und Kirchenentwicklung, und Bischof Ackermann ein, indem sie einen Einblick in den bereichsübergreifenden Austausch der Arbeitsgruppe „Krisenresilienz“ gaben. Hier arbeiten verschiedene Bereiche innerhalb des BGV und der Caritas an einem kompakten Papier, das der Seelsorge vor Ort in außerordentlichen Krisenzeiten unterstützend dienen soll. „Wenn wir diesen Entwurf erstellt haben, gehen wir damit auf die Leitungsteams in den Pastoralen Räumen zu, um ihn mit ihnen zu besprechen und zu überprüfen“, betonte Schabo.

Der Wunsch des Bischofs an die Anwesenden lautete, das Thema wahrzunehmen, sich diesem zu stellen, das ökumenische Papier zu lesen und dabei auch zu prüfen, was die Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Mitarbeitenden für die Seelsorge im Allgemeinen daraus ziehen können.

„Menschen Halt geben, ihnen zuhören, für sie da sein“

Den Abschluss des Tages bildete ein Friedensgebet, das von Weihbischof Robert Brahm gestaltet wurde.

„Wir haben uns heute bewusst mit aktuellen Krisensituationen auseinandergesetzt und sind der Frage nachgegangen, was wir als kirchliche Gemeinschaft dagegenhalten können“, so Brahm. „Wir haben keinen staatlichen oder militärischen Auftrag, aber die Aufgabe, Menschen Halt zu geben, ihnen zuzuhören und als Gemeinschaft für sie da zu sein“, betonte der Weihbischof. „Frieden ist möglich. Diese Hoffnung lebendig zu halten, ist unsere Aufgabe.“

In dem Studientag nahmen auch Dr. Dieter Skala, Leiter des Katholischen Büros in Mainz und somit Schnittstelle zwischen Kirche und Politik, Generalvikar Tim Sturm sowie Ulrich Stinner, Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten, teil und brachten sich in den Austausch ein.

Pastorale Studientage finden im Bistum Trier regelmäßig statt. Nach dem Auftakt im Visitationsbezirk Koblenz folgen Veranstaltungen in Saarbrücken (15. September) und Trier (10. November). An den Angeboten nehmen Mitarbeitende der Pastoral, darunter Pfarrer, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent*innen sowie Mitglieder der Leitungsteams der Pastoralen Räume und Leitungspersonen der Caritas teil. (jf)

Es gab viele Gespräche unter den Teilnehmenden zum Thema Seelsorge in Krisenzeiten. Foto: Julia Fröder / Bistum Trier

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Rund ums Haus Daueranzeige
Werbeplan 2026 / rund ums Haus
Hochzeitsmesse Mayen-Hausen 2026
04-Marktbericht 2026
Hagelschaden Äpfel
Anzeige KW 42
Empfohlene Artikel
Hyundai IONIQ 3 N Line Evo 99 kW (135 PS) 61 kWh Batterie: Energieverbrauch kombiniert: 15,5 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO₂-Klasse: A. Maximale Reichweite bei voller Batterie nach WLTP: 442 km.
0

Andernach/Mayen. Am 17. Oktober 2026 hat das Autohaus Butz & Mühlbach den neuen Hyundai IONIQ 3 vorgestellt, und zwar an seinen beiden Hyundai-Standorten in Andernach (Orensteinstraße 2) und Mayen (Polcherstraße 164). Zahlreiche Gäste erlebten das neue kompakte Elektroauto von Hyundai dort zum ersten Mal aus der Nähe. Seit dem Event bietet Butz & Mühlbach an beiden Standorten Probefahrten mit dem IONIQ 3 an.

Weiterlesen

Training unter Realbedingungen: Im mobilen Operationssaal üben die chirurgischen Teams das filigrane Arbeiten bei arthroskopischen Eingriffen.
0

Koblenz. Leise öffnen sich die hydraulischen Türen des zwölf Meter langen Trucks, der vor dem Ev. Stift St. Martin steht. Im Inneren verbirgt sich modernste Medizintechnik: mehrere arthroskopische Arbeitsplätze, ausgestattet mit hochauflösenden Ultra-HD-Monitoren, professionellen Operations-Kamerasystemen und dem neuesten Instrumentarium. Im sogenannten Arthrex Mobile Lab bekamen die ärztlichen Mitarbeitenden...

Weiterlesen

Viele helfende Hände und gute Stimmung: Die Mitglieder und Unterstützer des Vereins Schönes Immendorf beim traditionellen Abschluss der Apfelernte im Kloster Arenberg.
18

Immendorf. Viele fleißige Hände, reichlich Äpfel und eine tolle Gemeinschaft: Der Verein Schönes Immendorf e.V. blickt auf eine erfolgreiche Apfelernte zurück. Während der vergangenen Woche waren zahlreiche Helferinnen und Helfer auf den Streuobstwiesen unterwegs, die der Verein seit vielen Jahren pflegt. Den traditionellen Abschluss bildete am Samstag die gemeinsame Ernte auf den Streuobstwiesen des Klosters Arenberg.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Los gehts! Die Ehrenamtlichen des foodsharing-Bezirks Mayen machen sich auf, die übrigen Lebensmittel der Lukasmarktstände vor dem Wegwurf zu bewahren.
806

Mayen. Wenn die Lichter des traditionellen Lukasmarkts ausgehen und das Abschlussfeuerwerk verklungen ist, beginnt für ein ganz besonderes Team die wichtigste Schicht. Auch in diesem Jahr – und damit bereits im vierten Jahr in Folge – waren die Ehrenamtlichen von **foodsharing Mayen** am Sonntagabend im Einsatz, um übrig gebliebene Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren.

Von foodsharing Mayen Lebensmittelrettung aus Mayen

Weiterlesen

Walking Acts und Stelzenläufer ziehen durch die Straßen.
395

Mayen. Wenn Hexen durch die Straßen ziehen, geheimnisvolle Gestalten auftauchen und Kürbisse gruselige Gesichter bekommen, ist es wieder Zeit für das „Festival der Magie“ in Mayen. Am Samstag, 31. Oktober 2026, laden die Stadt Mayen, die MY-Gemeinschaft und die Brückengemeinschaft e.V. von 10 bis 16 Uhr zu einem erlebnisreichen Tag für die ganze Familie ein.

Von Pressestelle Stadt Mayen aus Mayen

Weiterlesen