WHU-Abzug ist wirtschaftspolitischer Offenbarungseid
Wefelscheid fordert mit Nachdruck Plattform für „IT, Security und Defense“ in Koblenz
Koblenz. Stephan Wefelscheid, Fraktionsvorsitzender der FREIEN WÄHLER im Stadtrat Koblenz und ehemaliger Landtagsabgeordneter, ist bestürzt über den Abzug der Otto Beisheim School of Management (WHU) aus Vallendar nach Düsseldorf, wäre dieser aus seiner Sicht doch vermeidbar gewesen:
„Der Abzug der WHU ist ein wirtschaftspolitischer Offenbarungseid, wird der Weggang doch mit den Standortvorteilen von Düsseldorf begründet.
Düsseldorf sei ein europäischer Standort für Zukunftstechnologien, Unternehmertum und Innovation, heißt es.
Im Umkehrschluss heißt dies: Koblenz ist es nicht. Dabei hätte Koblenz dies sein können. Das Problem ist hausgemacht. Die Landespolitik hat auf ganzer Linie versagt. In meiner Zeit im Landtag verging kein Plenum und keine Haushaltsberatung, in der ich nicht immer wieder die Frage gestellt habe, welche wirtschaftspolitische Schwerpunktsetzung die Landesregierung eigentlich für den Norden unseres Landes vorsieht. Es kam nichts. Schweigen im Walde. Stattdessen wurde immer wieder betont, wie super der Biotechnologiestandort Mainz laufe, wie toll sich der KI Standort Kaiserslautern entwickle. Der Norden des Landes? Ganz offensichtlich nicht im Focus der Landespolitik.“
Nun müsse die regionale Politik, allen voran der CDU Landtagsabgeordnete Phillip Rünz und die SPD Landtagsabgeordnete Anna Köbberling, schnell Antworten nicht nur auf den Abgang der WHU, sondern auch darauf finden, wie ein Abzug weiterer Player verhindert und die wirtschaftliche Attraktivität der Region gestärkt werden kann.
Wefelscheid erinnert daran, dass er schon vor zwei Jahren die Idee einer Plattform für IT, Security und Defense als Pendant zur Plattform BioVation RLP für Biotechnologie und Life Sciences aufgeworfen hatte, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums die Vernetzung der Branche und auch gezielt Unternehmen, Ausgründungen und wissenschaftliche Einrichtungen unterstützen soll.
„Mit einer solchen Plattform soll der Biotechnologie-Standort Mainz gefördert und weiter ausgebaut werden, in Kooperation mit dem dortigen Life Science Zentrum. Eine Plattform für IT, Security und Defense könnte eine ähnliche Funktion mit dem Schwerpunkt in Koblenz erfüllen. Hier sind die Ausgangsbedingungen vorhanden, es existieren bereits diverse Unternehmen als Ankerpunkte, und mit dem Technologiezentrum Koblenz hätten wir für Ausgründungen und Start-Ups, aber auch für Netzwerktreffen und andere Veranstaltungen die perfekte Adresse. Die Räume der WHU in Vallendar könnten dafür ebenfalls von Interesse sein“, so Wefelscheid.
„Das Wirtschaftsministerium rund um Minister Ebling muss endlich handeln und mit einer solchen Plattform den langfristigen Rahmen für den Ausbau unserer Sicherheits- und Verteidigungsindustrie schaffen. Und da Kriegsführung mittlerweile hochgradig digital ist, muss auch und insbesondere die IT dabei mitgedacht werden. Hier bietet Koblenz mit seinen Studiengängen Computervisualistik und bald auch KI- und Robotik geradezu ideale Ausgangsbedingungen. Ziel muss es sein, in Koblenz die Potenziale optimal auszuschöpfen und ein Cluster für IT, Security und Defense zu entwickeln. Dafür muss das Land den Auftrag für eine Plattform für IT, Security und Defense erteilen“, schließt Wefelscheid.
Pressemitteilung Freie Wähler Koblenz
Stephan Wefelscheid, Fraktionsvorsitzender FREIE WÄHLER Koblenz Foto: Fotostudio Reuther, Koblenz