Termine | 06.08.2013

Buchvorstellung in Linz

Kein Massensterben im Rheinwiesenlager 1945

300.000 deutsche Soldaten hausten zwischen Remagen und Linz in Erdlöchern

Kein Massensterben im Rheinwiesenlager 1945

Linz/Remagen. Im Rheinwiesenlager 1945 zwischen Sinzig und Remagen gab es unter den fast 300.000 deutschen Soldaten trotz unmenschlicher Bedingungen und anfangs katastrophaler Verpflegung und ärztlicher Versorgung kein Massensterben. Dies ist die Kernaussage der neuen Dokumentation, die am Mittwoch, 14. August, um 18 Uhr, im Linzer Hotel Palm von den beiden Autoren Wolfgang Gückelhorn (Bad Breisig) und Kurt Kleemann (Sinzig) präsentiert wird. Beide stellen sich auch gerne einer Diskussion.

Gückelhorn hat bereits mehrere Bücher zur regionalen Kriegsgeschichte veröffentlicht und gilt als Fachmann für die Brücke von Remagen und die Einsätze von V 1- und V 2-Waffen in den letzten Kriegsmonaten. Kurt Kleemann ist Remagener Stadtarchivar und Experte für die regionale Geschichte.

1084 Soldaten sind im Lager und den Lazaretten zwischen dem 17. April und 10. Juli gestorben und auf dem Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bestattet. Zusammen mit den Toten aus den Lagern Plaidt, Andernach und Koblenz sind es 1212 Gräber.

Im Buch „Die Rheinwiesenlager 1945 in Remagen und Sinzig“ (Helios Verlag, Aachen) haben die Autoren den Vorwurf eines Massensterbens anhand neuer Dokumente sowie Zeitzeugenberichte aufgearbeitet und analysiert. Herausgekommen ist ein Buch, das den in der Nachkriegszeit entstandenen Legenden stichhaltige Fakten entgegensetzt. So hält der 1989 vom kanadischen Autor James Bacques in seinem Buch „Der geplante Tod“ erhobene Vorwurf eines gezielten Sterbens deutscher Soldaten in den Lagern entlang des Rheins mit bis zu einer Million Toten den Taten nicht stand.

Mit bisher unveröffentlichten Archivmaterialien stellt die Dokumentation das Schicksal der Gefangenen dar. Aussagen von Zeitzeugen und Fotos zeigen eindrucksvoll die Leiden der Gefangenen, die anfangs bei Kälte und Regen und später unter Hitze in Erdlöchern oder notdürftig unter Zeltplanen hausten. Unter ihnen war der 18-jährige Panzersoldat und heute noch lebende spätere Schulrektor Robert Willscheid aus Dattenberg. Ironie des Schicksals: Er konnte vom Lager seines Elternhauses auf der Höhe sehen. Nach fünf Wochen wurde der junge Mann völlig entkräftet entlassen.

Aber auch das Bemühen der Amerikaner um eine Verbesserung der Verpflegungsprobleme wird dargestellt. Die Siegermächte wurden nach der Kapitulation deutscher Truppen im Westen und Ruhrgebiet ab Anfang 1945 mit mehr als einer Million Soldaten buchstäblich überrollt. Nicht nur diese mussten versorgt werden, sondern auch die eigenen Soldaten, befreite alliierte Gefangene und Tausende von Fremdarbeitern, die durch das Land zogen. Ein nur unter gewaltigen Anstrengungen und nicht von jetzt auf gleich zu lösendes Problem.

Kein Massensterben im Rheinwiesenlager 1945
Feldwebel Herbert Wefer (links) im Kreise seine Kameraden an seinem 28. Geburtstag am 20. Mai 1945 im Lager Remagen. Im Hintergrund die Erpeler Ley. Trotz vieler Durchsuchungen gelang es Soldaten, Fotoapparate in die Gefangenschaft zu schmuggeln.Fotos: Archiv: Wolfgang Gückelhorn Ein Teil des Remagener Lagers mit seinen „Cages“ (Käfigen) zwischen der Eisenbahnlinie und dem Haus Lehmann (links).

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  • Nadja : Ganz einfach, sowas muss garnicht beschrieben werden wenn diese Daten vorliegen. Da kein Fremdverschulden vorliegt sollte man so sensible sein und hinterfragen ob es vielleicht Suizid war wegen genau so was ! Passiert leider garnicht so selten.
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