Politik | 19.08.2015

Jobcenter Rhein-Sieg in Meckenheim

Jobcenter platzt aus allen Nähten

Landrat Sebastian Schuster informiert sich vor Ort

Besichtigten die Räumlichkeiten am Neuen Markt: Kreissozialamtsleiter Stephan Liermann, Landrat Sebastian Schuster, Helga Kramer, Ralf Holtkötter und Jan Rathke.STF

Meckenheim. In Begleitung des Kreissozialamtsleiters Stephan Liermann besuchte Landrat Sebastian Schuster das Jobcenter in Meckenheim. Dort wurde er vom Geschäftsstellenleiter Jan Rathke sowie dem Geschäftsführer im Rhein-Sieg-Kreis Ralf Holtkötter willkommen geheißen. Ebenfalls mit vor Ort war die Bereichsleiterin Markt und Integration Cornelia Stolz und Geschäftsführerin Helga Kramer. Bereits seit einigen Jahren sind die Räumlichkeiten am Neuen Markt nicht mehr zeitgemäß und das Jobcenter versucht daher, neue Räumlichkeiten zu finden. Dabei will man bewusst nicht in die Außenlagen von Kommunen gehen, sondern in die Zentren, dort wo sich das Leben abspielt. Damit will man auch ein klar sichtbares Zeichen setzen, dass die Integration in den Arbeitsmarkt nicht am Rande der Gesellschaft, sondern mitten in ihr geschieht. Insgesamt betreut das Jobcenter in Meckenheim alle Kunden der Städte Meckenheim und Rheinbach sowie der Gemeinden Swisttal und Wachtberg. Wobei der Begriff Kunde zunächst etwas fremd anmutet im Umgang mit einer Behörde. Aber er soll auch die Orientierung und das Leitbild der Jobagenturen widerspiegeln, welche sich auch als Dienstleister verstehen. Das Ziel ist, Arbeitssuchenden durch individuelle Vermittlungstätigkeit die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder Existenzgründung zu ermöglichen, damit die finanzielle Unabhängigkeit wieder herzustellen.

Das Jobcenter Rhein-Sieg

Das Jobcenter Rhein-Sieg möchte seine Kunden auf diesem Weg begleiten und den Einstieg oder auch Wiedereinstieg ins Arbeitsleben erleichtern. Dabei sollen die nötigen gesetzlichen Anforderungen transparent und mit Weitblick umgesetzt werden. Natürlich strebt man dabei in erster Linie die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse an. Aber das geht nicht immer, und so gibt es eine ganze Reihe von flankierenden Dienstleistungen wie Schuldnerberatung, Suchtberatung oder auch psychosoziale Betreuung. Insgesamt gibt es derzeit im Bereich der Geschäftsstelle Meckenheim 2122 Bedarfsgemeinschaften, hinter denen sich jedoch 4.422 Einzelpersonen verbergen, davon 1.273 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren und 703 Personen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Diese werden von insgesamt 13 Integrationsfachkräften und 19 Leistungssachbearbeitern in Meckenheim betreut.

Seit vier Jahren ist man nun bereits auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten und das dies dringend nötig ist, daraus machte auch Landrat Sebastian Schuster nach seinem Rundgang durch das Gebäude keinen Hehl. Die vorhandenen Räumlichkeiten sind weder zeitgemäß noch lassen sie die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wirklich optimal umsetzen, welche nach dem Amoklauf in Neuss notwendig wurden. Aus seiner langjährigen Tätigkeit im Jugendhilfeausschuss des Kreises sind die Problemstellungen des Jobcenters dem Landrat nicht unbekannt, so lobte er dann auch das hohe Engagement der Beschäftigten und ging anschließend darauf ein, dass sicherlich die Integration der zahlreichen Flüchtlinge auch im Rhein-Sieg-Kreis eine weitere Herausforderung darstellen werde.

470 Millionen Euro werden ins neue Programm investiert

Gleichzeitig stellte man das neue ESF-Programm für Langzeitarbeitslose vor. Die Bundesregierung hat damit ein neues Programm gestartet, um Langzeitarbeitslose Menschen besser und nachhaltiger in Arbeit zu bringen. Dazu sollen 470 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds investiert werden. Erfahrungsgemäß fällt es langzeitarbeitslosen Menschen schwerer, wieder einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu finden. Häufig liegt es an fehlender Berufserfahrung, gesundheitlichen Einschränkungen und individuellen, personenbezogenen Vermittlungshemmnissen. Konsequenterweise sollen langzeitarbeitslose Menschen nun verstärkt mit Qualifizierungen und Förderungen unterstützt werden. Arbeitgeber können attraktive Förderungen beantragen, sofern sie Personen einstellen, die mindestens seit zwei Jahren arbeitslos sind, das 35. Lebensjahr vollendet haben, und über keinen beziehungsweise keinen verwertbaren Berufsabschluss verfügen. Wichtig dabei ist, dass die Arbeitsverhältnisse auf mindestens 24 Monate angelegt sind mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 20 Stunden. Dabei werden sowohl die Kunden der Jobagentur vom Vorstellungsgespräch bis zur Arbeitsaufnahme in den Unternehmen professionell begleitet und auch nach Beendigung der Hilfsbedürftigkeit bleiben die Mitarbeiter des Jobcenters als Coaches unterstützend tätig, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass es auch nach der erfolgreichen Vermittlung von Langzeitarbeitslosen immer wieder zu Situationen kommen kann, in denen eine Unterstützung von außen sinnvoll und gut ist. Diese Dienstleistung kommt dann sowohl den Arbeitgebern wie auch den Arbeitnehmern zugute.

Besichtigten die Räumlichkeiten am Neuen Markt: Kreissozialamtsleiter Stephan Liermann, Landrat Sebastian Schuster, Helga Kramer, Ralf Holtkötter und Jan Rathke.Foto: STF

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