Blaulicht | 25.04.2025, 12:08 Uhr

Hilfsbereitschaft mit hohem Preis bezahlt: Senior in Siegburg bestohlen

81-jähriger von Außenwelt abgeschnitten und ausgeraubt

Symbolbild. Foto: ROB
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Siegburg. In Siegburg fiel ein 81-jähriger Mann einem dreisten Diebstahl zum Opfer, als er seine Hilfsbereitschaft einem Fremden gegenüber zeigte. Am Mittwochmittag, 23. April, gegen 13 Uhr, klingelte ein unbekannter Mann an der Wohnung des Seniors in der Breite Straße und bat darum, ein wichtiges Telefonat führen zu dürfen.

Der gehbehinderte Senior ließ den etwa 40 bis 50 Jahre alten Mann in die Wohnung. Der Unbekannte täuschte ein Telefonat vor, allerdings entfernte er die Batterien und zog das Telefonkabel aus der Wand. Selbst den Hausnotruf setzte er außer Betrieb, wodurch der Senior völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde.

Bevor der Täter die Wohnung verließ, entwendete er die Bankkarte des Seniors aus dessen Portemonnaie, das auf dem Couchtisch lag. Erst am Donnerstagmorgen bemerkte eine Pflegedienstmitarbeiterin die Tat, als sie den aufgelösten, aber glücklicherweise unverletzten Senior antraf. Zusammen mit einer Betreuerin informierte sie die Polizei über den Vorfall.

Die Betreuerin fand heraus, dass der Täter die Bankkarte nutzte, um in umliegenden Drogeriemärkten und später in Frankfurt am Main Bargeld abzuheben, bis das Konto leergeräumt war. Der 81-Jährige konnte keine genauere Beschreibung des Diebes geben.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise zur Tat unter der Rufnummer 02241 541-3121.

Die Polizei rät

Für Trickdiebinnen und Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür.

Bitte bedenken Sie: Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. So denken sie sich immer neue Szenarien aus. Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich jedoch auf drei Grundmuster zurückführen:

- das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.

- das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt.

- das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahelegt.

Machen Sie bei Fremden, die Ihre Hilfe erbitten an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen, und halten Sie dabei die Tür gesperrt.

Bleiben Sie stets misstrauisch und rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei über den Polizeiruf 110. BA

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