Allgemeine Berichte | 02.04.2026

Arbeitslosenquote sinkt auf 5 Prozent, Ausbildungsinteresse deutlich gestiegen

Arbeitsmarkt zeigt leichte Erholung

Symbolbild.

Region. Der März erfreute nicht nur meteorologisch mit warmen Tagen zum Frühlingsanfang, er sorgte auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt für eine anhaltende Belebung. Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, der die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald umfasst, waren im März 17.876 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 385 weniger als im Februar, jedoch 240 mehr als im Vorjahr. Die Quote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr glatte 5 Prozent.

„Die saisonübliche Frühjahrsbelebung sorgt aktuell für eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Dennoch bleibt die Dynamik insgesamt verhalten – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinterlassen weiterhin spürbare Auswirkungen“, sagt Elmar Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist hauptsächlich im Rechtskreis des SGB III und somit dem der Arbeitslosenversicherung angesiedelt (-278). Im steuerfinanzierten Jobcenter-Bereich (SGB II) fällt der Rückgang mit minus 107 Personen geringer aus. Dies ist ein typisches Signal der Frühjahrsbelebung, bei der insbesondere Saisonarbeitskräfte, etwa in der Gastronomie oder in witterungsabhängigen Außenberufen, nach den Wintermonaten wieder eine Beschäftigung aufnehmen.

Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung am Arbeitsort fällt im Vergleich zu den Vorjahren, in denen jeweils ein Anstieg zu beobachten war, weniger erfreulich aus. Mit Stand der letzten Erhebung zum 30. September 2025 ist die Beschäftigtenzahl im Vorjahresvergleich um 435 Personen oder 0,2 Prozent gesunken. „Die Beschäftigungsentwicklung zeigt, dass sich die industrielle Transformation inzwischen auch im regionalen Arbeitsmarkt widerspiegelt. Umso wichtiger ist es, vorhandene Arbeitsangebote zu nutzen und bei Bedarf gezielt in Qualifizierung zu investieren“, so Elmar Wagner.

Denn die Stellenangebote der vergangenen vier Wochen zeigen eine erfreuliche Entwicklung. Im März wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcentern 870 neue Stellen gemeldet. Das sind 78 mehr als im Vormonat und 43 mehr als im Vorjahr.

Traditionell richtet die Arbeitsagentur im März den Blick auf das laufende Ausbildungsjahr, das stets von Oktober bis September betrachtet wird. Ende März gibt die Halbjahresbilanz erste Aufschlüsse über die aktuelle Entwicklung. In den ersten sechs Monaten haben sich 2.794 Jugendliche mit Interesse an einer Ausbildung an die Berufsberatung der Arbeitsagentur gewandt – das sind 352 mehr als im Vorjahr. Ende März waren noch 1.821 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt.

Das Ausbildungsangebot der Betriebe zeigt sich derzeit jedoch deutlich rückläufig. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um derzeit 18,3 Prozent gesunken. Seit Oktober 2025 wurden insgesamt 2.942 Lehrstellen gemeldet, von denen aktuell noch 1.831 unbesetzt sind. Rein rechnerisch kommen damit derzeit 99 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen.

„Die Abnahme der gemeldeten Ausbildungsstellen ist Folge der Konjunkturkrise. Der Rückgang wird sich bis zum Sommer zwar noch abmildern, bleibt im Trend aber bestehen. Erfreulich ist, dass sich weiterhin viele junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung interessieren. Für sie gilt es nun, die sich verknappenden Ausbildungschancen zu nutzen“, betont Elmar Wagner.

Bei der Orientierung, Stellensuche und Bewerbung ist die Berufsberatung der Agentur für Arbeit die erste Adresse. Sie begleitet die jungen Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben mit einem umfangreichen Portfolio an Unterstützungsmöglichkeiten. Ein Termin kann online unter www.arbeitsagentur.de vereinbart werden.

Abschließend der geteilte Blick auf die Landkreise des Agenturbezirks:

Im Kreis Altenkirchen haben derzeit 4.410 Menschen keinen Job - 35 weniger als im Februar und 113 mehr als im Vorjahr. Die Quote liegt jetzt bei 6,1 Prozent, bleibt damit gleich zum Wert des Vormonats und liegt 0,2 Punkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

Im Kreis Neuwied sind aktuell 5.832 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 63 weniger als im Vormonat und 263 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,7 Prozent um 0,1 Punkte zum Vormonat gesunken. Im Vergleich zum März 2025 ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.992 Personen ohne Erwerbstätigkeit gemeldet – 160 weniger als im Februar und 65 weniger als im Vorjahr. Die Quote ist in den vergangenen Wochen von 4,7 auf 4,5 Prozent gesunken und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte tiefer als vor einem Jahr.

Im Westerwaldkreis sind Ende März 4.642 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 127 Personen weniger als vor einem Monat und 71 weniger als vor einem Jahr. Die Quote liegt im März bei glatten 4 Prozent und befindet sich damit auf dem gleichen Stand wie vor einem Jahr. Im Vergleich zum Februar ist sie um 0,1 Prozentpunkte gesunken.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit

Symbolbild. Foto: Pixabay.com

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