Blaulicht | 08.09.2024

Großer Einsatz auf der Koblenzer Schmidtenhöhe wegen einer 250-kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Bei Sprengung gab´s nur einen dumpfen Knall

Kampfmittelräumdienst hatte Bombe mit einer Pyramide von 225 Tonnen nassem Sand bedecken lassen

Über 100 Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt sicherten das Gelände um die Bombe ab. Foto: HEP

Koblenz. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“, hieß es bei der Bombensprengung auf der Koblenzer Schmidtenhöhe für die Medienvertreter und die Einsatzkräfte. Denn aus Sicherheitsgründen war im 500-Meter-Umkreis der Bombe absolutes Sperrgebiet. Die 250 kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde in einer 3 Meter tiefen Grube gelagert und von einem Bauunternehmen durch 10 Lkw mit einer Pyramide von 225 Tonnen Sand bedeckt, den die Feuerwehr mit etwa 8000 Litern Wasser verdichtet hatte. Und so waren weder eine größere Sandstaub- noch eine Rauchwolke zu sehen. Es war nur ein dumpfer Knall wie bei einem Kirmesböller zu hören und schon gab es von der Bombe nur noch Splitter.

Kampfmittelräumdienst sucht nach Splittern

Und nach denen suchte der Kampfmittelräumdienst nach der erfolgreichen Sprengung, um sicher zu gehen, dass von der Bombe wirklich keine Gefahr mehr ausgeht. Das unterstrich Sven Rasehorn, technischer Leiter des Kampfmittelräumdienstes, und zeigte ein großes scharfkantiges Metallteil der Bombe.

Extra Sprengstoff angebracht

Aber wie wurde die Bombe gesprengt, denn mit deren Zünder funktionierte das nicht, da der außen beschädigt war? „Wir haben eine extra Ladung von 8 kg Sprengstoff auf die Bombe gesetzt und per Funk gezündet. Welcher Sprengstoff möchte ich nicht sagen“, erklärte Rasehorn gegenüber Blick aktuell und weiter: „Wir sind froh, dass wir endlich fertig sind, die hat uns schon geärgert diese Bombe.“ Geärgert hat die Bombe Sven Rasehorn und seine Kollegen schon drei Tage zuvor, da das Weltkriegsrelikt am Fundort auf der Baustelle Pfaffendorfer Brücke wegen des beschädigten Zünders nicht entschärft werden konnte. So entschieden die Verantwortlichen sich für die erste Bombensprengung in Koblenz. Und dafür kam nur das weitläufige Militärgelände Schmidtenhöhe oberhalb von Horchheim in Frage.

Bombe auf Lkw tranportiert

Auf einem Lkw wurde dann am Abend vor der Sprengung die Bombe in etwa 15 Minuten zehn Kilometer weit auf die Schmidtenhöhe transportiert. Das war völlig ungefährlich versicherten die Verantwortlichen. Dennoch sperrten Polizei und Feuerwehr die Zufahrtsstraßen zum Transportweg und der Lkw fuhr mit einer Polizeieskorte.

Großeinsatz vor der Sprengung

Großeinsatz dann aber vor der Sprengung auf der Schmidtenhöhe, wo an der alten Panzerwaschanlage die Einsatzzentrale war. „Berufsfeuerwehr und freiwillige Wehren sind mit 80 Personen im Einsatz. Hinzu kommen 25 Kräfte vom Ordnungsamt, denn alle Zuwege müssen abgesichert werden“, erläuterte Christoph Kohlhaas, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Koblenz gegenüber Blick aktuell und fügte hinzu, dass auch der Luftraum über der Schmidtenhöhe gesperrt sei: „Bis zu welcher Höhe kann ich nicht sagen.“

Obwohl es bei Absperrungen und Bombensprengung keine Probleme gab, waren die Einsatzkräfte froh, als sie mit ihren 10 Feuerwehrwagen, darunter vier Tanklöschfahrzeugen, die Schmidtenhöhe verlassen konnten. HEP

Sven Rasehorn zeigt ein scharfkantiges Trümmerteil der gesprengten Bombe. Foto: HEP

Sven Rasehorn zeigt ein scharfkantiges Trümmerteil der gesprengten Bombe. Foto: HEP

Christoph Kohlhaas von der Feuerwehr und Oberstleutnant Udo Güttner informierten die Medien. Foto: HEP

Christoph Kohlhaas von der Feuerwehr und Oberstleutnant Udo Güttner informierten die Medien. Foto: HEP

Über 100 Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt sicherten das Gelände um die Bombe ab. Foto: HEP

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