Blaulicht | 19.07.2023, 16:02 Uhr

Hintergründe und Erklärungen zur veröffentlichten Statistik

Koblenz: Warum ist die Rhein-Mosel-Stadt auf Platz 4 der gefährlichsten Städte?

 Foto: AP
2271

Koblenz. In den letzten Tagen hat eine Statistik für Furore in Koblenz gesorgt: Auf Statista wurde ein deutschlandweiter Vergleich der polizeilich registrierten Straftaten in den Städten pro 100.000 Einwohner veröffentlicht. Auf Platz 4: Das beschauliche „Großstädtchen“ Koblenz mit 12.468 registrierten Straftaten. Wer sich jetzt fragt, ob Koblenz noch sicher ist, den werden die Hintergründe zu dieser hohen Fallzahl interessieren. Denn der Anstieg lässt sich insbesondere mit einem Zuwachs der Straßenkriminalität erklären, unter die u. a. auch die Sachbeschädigung durch Graffiti fällt: ganze 3.250 Fälle von Graffitistraftaten wurden im Jahr 2022 für das Stadtgebiet Koblenz erfasst. Diese Auffälligkeit lässt sich auf das Projekt „Saubere - sichere Stadt“ der Stadt Koblenz zurückführen. Diese hatte einen Graffiti-Koordinator bestellt, der alle im Stadtgebiet Koblenz an öffentlichen und privaten Liegenschaften angebrachten Graffitis bei der Polizei zur Anzeige bringt und umgehend deren Beseitigung veranlasst. Dabei werden auch kleinere „Farbschmierereien“ mit schwarzen Filzstiften, die in ihrem Kern kein Graffiti im klassischen Sinne darstellen dürften, angezeigt und in der Kriminalstatistik erfasst. Ein Erfolgskonzept der Stadt Koblenz, welches mit dafür sorgt, dass Koblenz im direkten Vergleich zu anderen Großstädten deutlich sauberer wirkt, führt jedoch auch zu mehr Anzeigen. Die Anzeigenquote beträgt so in Koblenz annähernd 100 Prozent, es wird von einem kaum merklichen Dunkelfeld ausgegangen. Dabei kann es durchaus sein, dass ein Beschuldigter mehrere Graffitis auf einer Fläche anbringt, also ein Tatentschluss vorliegt, diese aber als mehrere Taten angezeigt und schriftlich bei der Polizei vorgelegt werden. Auch so steigen die Fallzahlen weiter an. An der Fallzahl für die Straßenkriminalität gemessen machen die Graffiti-Straftaten so knapp 66 Prozent der Fälle aus, auf die Gesamtzahl der Fälle bezogen 26 Prozent. Knapp über ein Viertel der 12.468 Straftaten sind also Sachbeschädigungen in Form von Graffitis!

Andere Deliktsbereiche, die sich zahlenmäßig in der Statistik bemerkbar machen, sind auf einem ähnlichen Niveau geblieben oder leicht rückläufig. So sind etwa 2.744 Diebstahlsdelikte 2022 erfasst worden und damit weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Zusammenfassend sind also insbesondere im Bereich der Straßenkriminalität hohe Steigerungen festzustellen, durch die Koblenz auf Platz 4 des Städtevergleichs gelangt ist. Würde man die Anzahl der Graffiti-Straftaten pro 100.000 Einwohner abziehen, käme Koblenz auf insgesamt 9.218 Straftaten und wäre damit „weit abgeschlagen“ in der Liste der gefährlichsten Städte Deutschlands. Die für die Stadt Koblenz zuständige Polizeidirektion Koblenz befindet sich in einem ständigen und engen Austausch mit der Stadt Koblenz. Im gemeinsamen Dialog werden so die geeigneten Maßnahmen abgestimmt, damit die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin gut und sicher in Koblenz leben können.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Koblenz

Foto: AP

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus Daueranzeige
Zukunft trifft Tradition KW 42
PR-Anzeige Unternehmensnachfolge
Stellenanzeige Erzieherin und Bundesfreiwilligendienst
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
919

Koblenz. Am Samstagabend, dem 17.10.2026, kam es gegen 19.52 Uhr im Parkhaus am Altlöhrtor in der Altstadt von Koblenz zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren jugendlichen, bzw. heranwachsenden Beteiligten. Hierbei wurde ein 18-jähriger Mann schwer verletzt und musste in einem Krankenhaus behandelt werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Kater Carlo
0

Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.

Kater Carlo sucht Für-immer-Zuhause

Der stattliche Scottish Fold-Mix Kater Carlo (*ca. 1.6.2023 - Freigang oder Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon) tauchte eines Tages im Garten einer katzenfreundlichen Dame auf, die ihn auch gerne aufgenommen hätte, aber die dort lebende Katze hatte erhebliche Einwände.

Von Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V. aus Schalkenbach

Weiterlesen

Die neue Ahrufermauer in Mayschoß nimmt Gestalt an
0

In Mayschoß läuft der Wiederaufbau der durch die Flutkatastrophe 2021 schwer beschädigten Ahrufermauer auf Hochtouren. Zwischen dem Waagplatz und der Winzergenossenschaft entsteht eine neue, hochwasserangepasste Ufermauer auf tief gegründeten Bohrpfählen. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.

Von Nicolas Bäcker aus Dernau

Weiterlesen

Walking Acts und Stelzenläufer ziehen durch die Straßen.
11

Mayen. Wenn Hexen durch die Straßen ziehen, geheimnisvolle Gestalten auftauchen und Kürbisse gruselige Gesichter bekommen, ist es wieder Zeit für das „Festival der Magie“ in Mayen. Am Samstag, 31. Oktober 2026, laden die Stadt Mayen, die MY-Gemeinschaft und die Brückengemeinschaft e.V. von 10 bis 16 Uhr zu einem erlebnisreichen Tag für die ganze Familie ein.

Von Pressestelle Stadt Mayen aus Mayen

Weiterlesen