„Es gibt keine Notwendigkeit, diese Fläche für die Erweiterung des Outlet Montabaur in Anspruch zu nehmen“, betonte Immo Vollmer
Naturschutzinitiative fordert: Keine weitere Naturzerstörung für das Outlet Montabaur
Montabaur. Zur geplanten Erweiterung des Outlet Montabaur hat die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat eine naturschutzfachliche Stellungnahme abgegeben.
„Dem noch unbebauten Land im Osten des Bebauungsplans kommt eine hohe Bedeutung als Vernetzungsbiotop zu“, erklärte Diplom-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.
Die auch im Landes-Biotopkataster enthaltene Fläche bestehe aus einem Mosaik aus teils aufgegebenen Wiesen mit Obstbäumen und vielen Gebüschgruppen. Diese seien u.a. Heimat einer größeren Population der streng geschützten Haselmaus und zahlreichen streng geschützten Fledermausarten, so Biologe Immo Vollmer.
„Totfunde von zwei Europäischen Wildkatzen an dem mit diesem Grünland in Verbindung stehenden Durchlass der B 255 durch die Autobahn in den Jahren 2013 und 2025 zeigen, dass die Tiere an dieser Stelle eine Wanderverbindung zwischen dem Kerngebiet der Wildkatze zwischen Gelbachtal und Montabaurer Höhe und dem Oberwesterwald suchen. Zunehmende Bauflächen und die großen Verkehrswege machen es den Tieren kaum noch möglich, die Landschaft zu durchwandern. Das Planvorhaben müsse im Zusammenhang mit weiteren von der Stadt Montabaur geplanten Gewerbegebieten wie z.B. in Eschelbach gesehen werden, die die Biotopvernetzung zerstören“, betonte Wildkatzenexpertin Gabriele Neumann von der NI.
„Es gibt keine Notwendigkeit, diese Fläche für die Erweiterung des Outlet Montabaur in Anspruch zu nehmen“, betonte Immo Vollmer.
Dieser Flächenverbrauch sei nicht erforderlich, da die Konzentration von Geschäften, die Markenartikel zum reduzierten Preis anbieten, nicht erforderlich sei, um die Versorgungssicherheit der Region Montabaur zu gewährleisten. Wenn man allen Nutzungen in der Stadt Montabaur eine solche Flächenexpansion zugestehen würde wie dem geplanten Outlet Center, dann wäre der Naturraum „Montabaurer Westerwald“ schon komplett zugebaut, so die NI.
Die Naturschutzinitiative (NI) bemängelt zudem eine weitere Verschlechterung des Stadtbildes von der Autobahn aus gesehen (Norden). Geplant sei nämlich, dass sich die Wand aus 30 m hohen Gebäuden, auf denen noch 7,5 m hohe Werbeschilder stehen sollen, dann in einer Breite von gut 700 Meter zwischen Bahnhof und dem östlichen angrenzenden Stadtteil schiebe, wobei der Blick auf die Stadtkulisse mit Burgberg stark in Mitleidenschaft gerate.
„Wir lehnen das Vorhaben daher strikt ab und werden im Falle einer Baugenehmigung weitere Schritte prüfen“, betonten Gabriele Neumann und Immo Vollmer. Pressemitteilung Naturschutzinitiative e.V. (NI)
