Politik | 02.12.2022, 14:19 Uhr

Die Ministerpräsidentin und der Innenminister machten sich ein Bild von Geschäften und Gastronomiebetrieben, die nach der verheerenden Flut wieder geöffnet haben

Ahrtal: Malu Dreyer und Michael Ebling besuchten erfolgreiche Wiederaufbauprojekte

Das wiederaufgebaute Fachwerkhaus von Roswitha Schlingensiepen in der Schützbahn. Foto: priva
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Altenahr/Ahrweiler. Während bei der Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern in Dümpelfeld Fristen, Antragsverfahren und Zuschussfragen im Mittelpunkt standen, ging es im zweiten Teil des Besuchstages von Ministerpräsidentin und Innenminister um die praktische Umsetzung. So stellte in Altenahr Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann Malu Dreyer und Michael Ebling nach einem Rundgang durch den Ort das mittel- und langfristige Wiederaufbaukonzept für die Ortsgemeinde Altenahr mit ihren Ortsteilen Altenahr, Altenburg, Kreuzberg und Reimerzhoven vor. So soll im Ortskern von Altenahr ein Mix aus Hotellerie, Gastronomie und Wohnbebauung entstehen. Für einen Vollsortimentsdiscounter im Ort, es wird der erste in Altenahr sein, gibt es bereits einen Investor. Zur Sprache kam auch ein Entwicklungskonzept für die Altenahrer Schulstraße, die die Kreissparkasse in Auftrag gegeben hat.

Erfolgreiche Wiederaufbauprojekte besucht

Erfolgreiche Wiederaufbauprojekte bekamen die Ministerpräsidentin und ihr Innenminister in der Ahrweiler Innenstadt zu sehen. Etwa das wiederaufgebaute Fachwerkhaus von Roswitha Schlingensiepen in der Schützbahn. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert errichtet und stand während der Flut unter Wasser. Gemeinsam mit ihrem Sohn hat die Rentnerin den Wiederaufbau organisiert – unterstützt von Freunden, Verwandten, freiwilligen Helfern und der Versicherung.

Seit Sommer wieder am Start ist auch die Metzgerei Ropertz in der Oberhutstraße. Der Metzgersladen ist eine Institution im Mauerrund der historischen Altstadt. Im Januar 2021 hatte Christoph Ropertz das Geschäft von den Eltern übernommen, im Juli kam die Flut. Der komplette Betrieb samt Inventar wurde zerstört, Weil die Nachfolge geregelt war, war es keine Frage für die Seniorbesitzer Ulrike und Heinz Ropertz, ihren Sohn beim Wiederaufbau zu unterstützen. Und auch nach der Wiederöffnung sind beide noch aktiv. Er in der Metzgerei, sie hinter der Ladentheke.

Mit dem Wasser der Naturkatastrophe hatte auch der Bürgerverein Synagoge e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler zu kämpfen. Der Bürgerverein ist Eigentümer der Synagoge Ahrweiler und hält das Gedenken an die ausgelöschte jüdische Gemeinde Ahrweiler wach, deren Kultraum die Synagoge bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht 1938 war. Der große Veranstaltungsraum blieb zwar ohne Wasserschaden, aber die tieferliegenden Nebenräume Küche und WC-Räume standen dagegen unter Wasser und mussten aufwendig saniert werden. Neue Fliesen und Sanitärobjekte in den WC-Räumen waren erforderlich, in der Küche mussten durchfeuchtete Rigipsplatten entfernt werden. In Absprache mit den Denkmalschutzbehörden hat die Synagoge jetzt auch eine neue Fluchttür nach außen in der Künstler-Lounge. Mit Mitteln aus dem Wiederaufbaufonds und privaten Spenden wird die Sanierung gestemmt, wie der geschäftsführende Vorstand des Bürgervereins, Rolf Deißler, beim Besuch der Mitglieder der Landesregierung erklärte. Das Kulturprogramm in der Synagoge ist bereits wieder angelaufen.

Froh, wieder Gäste in ihrem Hotel und ihrem Restaurant begrüßen zu können, sind auch Sylwia und Gregor Zbiejczyk vom Hotel/Restaurant „Zum Stern“. Auch sie mussten das Erdgeschoß ihres Hauses nach der Flut komplett sanieren. Heute strahlen die Gasträume Modernität und Gemütlichkeit aus. Auch die Zbiejczyks waren versichert. Nach dem großen Hochwasser 2016 hatten sie ihre Versicherungen überarbeitet. Das damals abgeschlossene Versicherungspaket beinhaltet sogar die Absicherung gegen Terroranschläge.

ROB

Auch die Metzgerei Ropertz wurde besucht.  Foto: privat

Auch die Metzgerei Ropertz wurde besucht. Foto: privat

Die KSK-Chefs Dieter Zimmermann und Guido Mombauer im Gespräch mit Malu Dreyer und Michael Ebling.

Die KSK-Chefs Dieter Zimmermann und Guido Mombauer im Gespräch mit Malu Dreyer und Michael Ebling.

Das wiederaufgebaute Fachwerkhaus von Roswitha Schlingensiepen in der Schützbahn. Foto: priva

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