Politik | 06.07.2019

Auch Autofahrer freuen sich, wenn ...

An meinem Standort auf dem Mayener Marktplatz bekomme ich ja so einiges zu hören und zu sehen. Aber in der vorigen Woche habe ich mich riesig gefreut, als eine Freundin von mir, auch ein „Mayener Mädchen“ zu mir sagte: „Soll ich Dir mal unseren neuen Habsburgring mit seiner Neugestaltung, den Kreiseln und den vielen Überwegen zeigen?“ Nun, ich war sofort Feuer und Flamme. Sie nahm mich also im Auto mit, und wir begannen beim ZOB am Mühlenturm mit der Besichtigung. Am ersten Überweg musste sie jedoch kräftig abbremsen, denn ein schlaksiger etwa 16 Jahre alter, am Handy beschäftigter junger Mann mit über den Kopf gezogener Kapuzenjacke ging plötzlich von rechts kommend los. Ihm schien egal, was links oder rechts von ihm passierte. Stur schlenderte er über die Fahrbahn. Wir fuhren vorsichtig weiter, rund um den ersten Kreisel. „Toll gemacht“, bemerkte ich. Am nächsten Überweg kam eine Gruppe junger Mädels, die kreischend und sich gegenseitig aufziehend ganz langsam den Zebrastreifen überquerte, nachdem wir angehalten hatten. „Da bedankt sich eigentlich niemand“, bemerkte ich. „Das muss auch keiner. Dafür ist ein Überweg da“, entgegnete meine Freundin. Nach dem nächsten Kreisel kamen wir zum dritten Überweg. Wir hielten an für eine ältere Dame, die am Rand stand. Diese ging dann los, grüßte freundlich winkend, und lächelte uns an. Uns war es in diesem Moment, als ginge die Sonne auf. Später, am Marktplatz, sah ich die Dame wieder und sagte zu ihr: „Sie haben sich so herzlich bedankt, als wir am Überweg anhielten. Sie können sich sicher auch in die Lage aus Sicht eines Autofahrers versetzen.“ Da lächelte die Frau wieder und sagte mir: „Ich habe gar keinen Führerschein, aber ich habe noch Höflichkeit gelernt.“

Sehr schön und nachahmenswert meint

Euer Mayener Mädche

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