Politik | 11.01.2019, 16:31 Uhr

CDU-Stadtverband Andernach lud zum Neujahrsempfang

Das Klima ins Visier genommen

Öko-Visionär Franz Alt postulierte als Gastredner: „Die Zeit ist reif für ein solares Zeitalter“

Öko-Visionär Dr. Franz Alt zog die Gäste mit seiner leidenschaftlichen Rede in den Bann. UBU

Andernach. Das Thema Klimaschutz ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, dennoch gebe es in Teilen der Bevölkerung wenig Akzeptanz mit allem, was damit umhergeht, so Mechthild Heil, Stadtverbandsvorsitzende der CDU Andernach. Bei der CDU und im Andernacher Stadtverband sei man stets offen für Argumente, die man Klimaschutzskeptikern entgegensetzen könne.

Die Überzeugungsarbeit überließ Heil schließlich dem Journalisten und Buchautor Dr. Franz Alt, den der CDU-Stadtverband als Gastredner zu seinem Neujahrsempfang in der Stadthausgalerie eingeladen hatte.

„Energiewende ist riesige Chance für die Wirtschaft“

Der leidenschaftliche Öko-Journalist schockierte die Gäste zunächst mit düsteren Szenarien. In 200 bis 300 Jahren könne Andernach eine Wüste sein. Er habe bei seiner Ankunft viele freie Dächer für Solarenergie gesehen, stellte er einen Bezug zu Andernach her. „Die Sonne scheint auf jedes Dach – und wir kaufen Gas aus Sibirien und finanzieren damit Kriege“, so Alt. Der Journalist ist überzeugt, dass es technisch möglich ist, die gesamte Weltbevölkerung zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

Die Energiewende zusammen mit dem Dämmen der Häuser sei auch eine riesige Chance für die deutsche Wirtschaft, so der Referent. „Es gibt genug Energie auf unserem Planeten, sei es durch die Sonne, die Biomasse, den Wind oder die Wasserkraft. Es ist nur etwas mehr Intelligenz gefragt“, so der Experte. Denn Öl werde als Energielieferant bald nicht mehr zur Verfügung stehen. Deshalb ist der frühere Fernsehjournalist auch überzeugt, dass es schon in wenigen Jahren nur noch Elektroautos auf den Straßen geben wird.

Welche Möglichkeiten es für die Menschheit gibt, die Energie der Sonne einzufangen, präsentierte Alt schließlich mit einigen spektakulären Bildern. Da sah man Hochhäuser mit Kollektor-Fassaden, Häuser, die sich mit der Sonne drehen, oder riesige Kollektorflächen in Nachbarschaft des Vatikans in Rom. „Die Technik ist vorhanden, sie muss jetzt nur noch konsequent genutzt werden“, konstatierte der Referent.

Während China heute weltweit führend bei der Nutzung regenerativer Energien zur Stromerzeugung sei, falle Deutschland jedoch zurück, bedauerte Alt. „Wir erlauben Solarenergien nur noch, wenn sie von der Straße aus nicht zu sehen sind“, kritisiert er die immer schärfer werden Vorschriften für Fotovoltaikanlagen. Auch die deutsche Automobilindustrie verschlafe die Zukunft, verweist Alt auf die nur langsam voranschreitende Entwicklung alternativer Antriebsformen.

„Lösung des Energieproblems steht am Himmel“

„Unser jetziges Handel ist Selbstmord. Wir müssen umdenken, denn die Zeit ist reif für ein solares Zeitalter. Es ist unser Auftrag, die Erde für unsere Enkelkinder lebenswert zu erhalten. Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel“, so Alt. Immer wieder wiederholt er: „Die Sonne schickt keine Rechnung.“ Franz Alts Kritik richtet sich nicht nur an die Politiker. „Auch in der Bevölkerung haben die Skeptiker hierzulande Oberhand“, schildert der Öko-Visionär seine Beobachtungen. „Wir wissen immer, wogegen wir sind, aber selten wofür“, bedauert Alt. Denn vor allem in Kommunen sei Bioenergie die Chance einer Wertschöpfung vor Ort.

„Die Bewahrung der Umwelt ist etwas zutiefst Konservatives“, betonte Mechthild Heil. In der CDU sehe man sich nicht in der Rolle des Bedenkenträgers, der nur meckere und die Schuld bei anderen suche. „Wir haben viele Mitglieder gefunden, die in der anstehenden Kommunalwahl Gas geben wollen“, verweist die Stadtverbandsvorsitzende auf die Kandidatenliste, die sich aus altgedienten und neuen, erfahrenen und jungen Kandidatinnen und Kandidaten zusammensetzt. „Sie alle stehen persönlich dafür ein, Andernach voranzubringen. Wir sagen, wer wir sind, was wir tun und was wir vorhaben – wir verstecken uns nicht, wir sind ein Teil von Andernach“, stimmte Heil kämpferisch auf den Wahlkampf ein.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Mechthild Heil stimmte auf die anstehende Kommunalwahl ein.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Mechthild Heil stimmte auf die anstehende Kommunalwahl ein.

Traditionell statteten die Sternsinger dem CDU-Neujahrsempfang einen Besuch ab.

Traditionell statteten die Sternsinger dem CDU-Neujahrsempfang einen Besuch ab.

Öko-Visionär Dr. Franz Alt zog die Gäste mit seiner leidenschaftlichen Rede in den Bann. Fotos: UBU

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Image
Kirmes in Rheinbrohl, 01.09.26
Anzeige Patientenveranstaltung
150 Jahre Mittler/Pfaffinger
50 Jahre Altstadtfest Meckenheim
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
1065

Polizeihubschrauber im Einsatz: Keine Gefahr für Anwohner in Koblenz

01.09.: Polizeieinsatz in Koblenz: 63-Jähriger stirbt nach Sturz in Koblenz-Pfaffendorf

Koblenz. Am Dienstag, dem 1. September, wurde der Polizei in Koblenz gegen 15:40 Uhr ein Notruf gemeldet, der von einer blutenden Person in einem Hinterhof in Koblenz-Pfaffendorf berichtete. Zeugen behaupteten, ein schussähnliches Geräusch gehört zu haben. Aufgrund der unklaren Situation und der mangelhaften Informationslage wurden umgehend zahlreiche Einsatzkräfte in das Gebiet entsandt. Für kurze Zeit war auch ein Polizeihubschrauber in den Einsatz involviert.

Weiterlesen

Flower & Power Festival in Mayen
551

Zum dritten Mal verwandelte sich die Innenstadt in eine bunte Festivalmeile

Flower & Power Festival in Mayen

Beim „Flower & Power Festival“ wird die Mayener Innenstadt zum bunten Treffpunkt für Genuss, Musik und besondere Aktionen. Wir haben die schönsten Impressionen in unserer Fotogoalerie – jetzt im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Die Ramersbacher Straße in Ahrweiler. Foto: ROB
1802

Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Einschränkungen einstellen

Ab 07.09.: Ahrweiler: Ramersbacher Straße wird voll gesperrt

Ahrweiler. Ab Montag, 7. September 2026, muss die Ramersbacher Straße in Ahrweiler ab der Ahrtorbrücke bis zur Einmündung „Eifelstraße“ voll gesperrt werden. Grund hierfür ist Straßen- und Kanalbauarbeiten. Die Sperrung wird voraussichtlich ein Jahr andauern. Die Umleitung erfolgt über die L 85 und L 83 über Schalkenbach sowie Königsfeld und umgekehrt.

Weiterlesen